03.12.2011 · Der Sieger im Duell der Borussias heißt Bayern München. Beim 1:1 zwischen Gladbach und Dortmund hat Jungstar Götze den Sieg auf dem Fuß - und zielt zu ungenau.
Von Richard Leipold, MönchengladbachWer sich dem FC Bayern München verbunden fühlt, wird am Samstagnachmittag mit Wohlgefallen nach Mönchengladbach geschaut haben. Dort spielten die Gladbacher und die Dortmunder Borussen 1:1, also ganz im Sinne der Münchner.
Das Remis zwischen dem Ersten und dem Zweiten der Bundesligatabelle ermöglichte dem deutschen Rekordmeister, der zuletzt auf Rang drei zurückgefallen war, die Rückkehr an die Spitze.
Robert Lewandowski hatte Dortmund vor der Pause in Führung gebracht (40. Minute), doch nach der Pause gelang Mike Hanke (72.) der Ausgleich, der dem Verlauf dieser spannenden Partie gerecht wurde. Die Dortmunder dürften dennoch zufrieden sein.
Für den Titelverteidiger war es das dritte Spitzenspiel nacheinander. Nach Siegen über Bayern und Schalke wussten sie sich auch gegen die zum Spitzenteam avancierten Gladbacher zu behaupten. Gladbach gegen Dortmund, Borussia gegen Borussia - war da nicht was?
Doch, da war was, und das ist noch nicht lange her. Im April waren die Dortmunder am 31. Spieltag nach Mönchengladbach gefahren, um dort vorzeitig ihr Meisterstück zu machen. Das misslang, der damalige Abstiegskandidat besiegte den Spitzenreiter 1:0, und der BVB musste den Titelgewinn verschieben, allerdings nur um eine Woche.
Dieses Mal begegneten die rheinischen und westfälischen Borussen einander von gleich zu gleich, als Konkurrenten in der Spitzengruppe - der Tabellenführer trat beim Liga-Zweiten an. Beide hatten zuletzt einen guten Lauf und allen Grund, selbstbewusst ans Werk zu gehen. Das taten sie auch, vor allem die Dortmunder starteten mit viel Schwung in die Partie.
Auf das mit Spannung erwartete Duell der beiden jungen Aufsteiger Marco Reus und Mario Götze mussten die 54.000 Zuschauer im ausverkauften Borussia-Park allerdings verzichten. Der zehnmalige Torschütze Reus, ein gebürtiger Dortmunder, hatte sich eine Woche zuvor beim Gladbacher Derbysieg in Köln den kleinen Zeh gebrochen. Für ihn rückte Raul Bobadilla in die Startelf; ebenso wie Martin Stranzl, der Innenverteidiger Brouwers ersetzte.
Das Fehlen des Gladbacher Nationalspielers bedauerte auch Jürgen Klopp. „Wir würden schon gerne gegen die besten Gladbacher gewinnen, darum wäre es schön, wenn er dabei wäre“, hatte der BVB-Trainer vor dem Anpfiff gesagt. Er selbst änderte seine Elf auf drei Positionen.
Gündogan, Kagawa und Großkreutz kamen anstelle von Leitner, Barrios und Blaszczykowski zum Zuge. Die Dortmunder legten sofort los und versuchten, Druck aufzubauen. Die ersten beiden Chancen hatte aber die Heimelf, die sich vom Tempo des Gegners nicht beeindrucken ließ. Bobadilla überwand mit einem raffinierten Heber zwar Torhüter Roman Weidenfeller, aber Marcel Schmelzer köpfte die Kugel vor der Linie aus der Gefahrenzone.
Ein Schrägschuss von Havard Nordtveit verfehlte knapp das Ziel, ebenso wie ein Kopfball von Dante Mitte der ersten Halbzeit. Für die Gladbacher wurde es in der ersten Hälfte zweimal brenzlig. In beiden Fällen war Lewandowski der Unruhestifter. Sein erster Vorstoß blieb noch folgenlos: Der polnische Nationalstürmer legte den Ball zwar an Torhüter Marc-Andre ter Stegen vorbei, aber Verteidiger Tony Jantschke klärte in höchster Not zur Ecke.
Im zweiten Versuch, fünf Minuten vor der Pause, machte Lewandowski es besser; er drückte eine Ecke von Götze mit dem Kopf über die Linie - ein Premierentor für den Dortmunder Angreifer; alle neun Treffer, die er bis dahin erzielt hatte, waren im heimischen Stadion gefallen. Sein Tor in Mönchengladbach belegte abermals, wie wertvoll Lewandowski inzwischen ist für die Dortmunder Elf. Zählt man die Vorlagen dazu, war er an fünfzehn von dreißig BVB-Treffern in dieser Bundesligasaison beteiligt.
Im zweiten Durchgang blieb die Partie ausgeglichen. Gladbach bemühte sich um den Ausgleich, sah sich aber einer aufmerksamen Dortmunder Defensive gegenüber, die dem Gegner wenig Raum ließ. Eine Lücke tat sich dann aber doch auf für die Rheinländer, die sich nicht zu unkontrollierter Offensive verleiten ließen.
Ein Steilpass von Bobadilla machte den Weg frei für Hanke, der vom Dortmunder Verteidiger Piszczek eskortiert, aber nicht gestört wurde. Der Stürmer, der jüngst in Köln zweimal getroffen hatte, vollendete entschlossen zum 1:1. Es sprach für beide Mannschaften, dass sie weiter auf Sieg spielten, die Chance dazu bot sich auf beiden Seiten.
Götze, der kurz darauf ausgewechselt wurde, scheiterte mitten im Strafraum an ter Stegen, der hervorragend parierte. Und so mancher Gladbacher hatte bei einem Kopfball von Dante den Torschrei auf den Lippen. Es blieb bis zum Schluss spannend, auch wenn kein weiterer Treffer mehr fiel.
Bor. Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dante, Daems - Nordtveit, Neustädter - Herrmann, Arango - Bobadilla (84. Leckie), Hanke (90.+2 Brouwers)
Bor. Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Felipe Santana, Hummels, Schmelzer - Gündogan, Kehl - Götze (77. Barrios), Kagawa (77. Blaszczykowski), Großkreutz (86. Perisic) - Lewandowski
Schiedsrichter: Zwayer (Berlin)
Zuschauer: 54.047 (ausverkauft)
Tore: 0:1 Lewandowski (40.), 1:1 Hanke (72.)
Gelbe Karten: - / Felipe Santana (1), Schmelzer (2)
Die Saison 2011/2012
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| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |