http://www.faz.net/-gtm-78vjn

1:1 gegen Frankfurt : Bremen auch ohne Sieg gerettet

  • -Aktualisiert am

Bild: AFP

Wieder kein Sieg - aber 34 Punkte reichen Werder Bremen für den Klassenerhalt. De Bruyne bringt Werder in Führung, Lakic gleicht für die Eintracht aus. Frankfurt kann noch die Champions League erreichen.

          Es war ein Nachmittag, an dem im Weserstadion Tore der Bayern und des HSV bejubelt wurden. Unbeliebter als der alte Süd- und immerwährende Nord-Rivale sind in Bremen keine anderen Klubs, aber am Samstag galt es, deren Tore gegen die Abstiegs-Konkurrenz zu feiern. Werder schaffte den Klassenverbleib, weil Augsburg, Düsseldorf und Hoffenheim verloren - und weil Bremen selbst punktete: In einem packenden Spiel schoss Kevin de Bruyne den SV Werder in der 22. Minute in Führung, Srdjan Lakic glich für Eintracht Frankfurt nach 51. Minuten zum Endstand aus.

          Bremen jubelte also kurz vor Ende dieser Zittersaison, und Aufsteiger Frankfurt könnte sogar noch die Champions League erreichen - ein hoher Sieg am letzten Spieltag gegen Wolfsburg und ein Unentschieden zwischen Freiburg und Schalke vorausgesetzt.

          De Bruyne entschlossen und gelassen

          Für Werder-Coach Thomas Schaaf, der vor genau 14 Jahren zum ersten Mal als Cheftrainer bei den Bremern auf der Bank saß, könnte diese Partie die letzte im Weserstadion gewesen sein - seine Ablösung zum Saisonende gilt trotz Vertrages bis 2014 als wahrscheinlich. In der ersten Halbzeit zeigte de Bruyne, warum ihn Dortmund und Leverkusen gern hätten.

          Nach einigen schwächeren Leistungen spielte der Belgier schon vor einer Woche gegen Hoffenheim gut; am Samstag gegen die Eintracht war de Bruyne auf der rechten Seite immer anspielbar und sorgte auch für das erleichternde 1:0 in der 22. Minute: Philipp Bargfrede setzte sich im Mittelfeld robust durch und passte den Ball de Bruyne in den Lauf. Entschlossen und gleichzeitig gelassen setzte de Bruyne das Spielgerät ins Frankfurter Tor.

          Die ohnehin ausgelassene Stimmung im ausverkauften Weserstadion erreichte den Siedepunkt; selbst unbedrängt ins Aus gespielte Bälle wurden bejubelt. Die Eintracht kam nun aber besser auf und bestimmte das Spiel; einmal musste Bremens Sebastian Prödl in höchster Not mit einer riskanten Grätsche retten, einmal hatte Werder Glück, dass Marco Russ die Flanke Bastian Oczipkas aufs Bremer Tor köpfte und den Ball nicht dem besser stehenden Lakic überließ.

          Man merkte den Bremern an, dass sie sich nicht auf passende Ergebnisse anderer Plätze verlassen, sondern den Klassenverbleib mit einem eigenen Sieg sichern wollten. Kämpferisch und laufstark zeigte sich Thomas Schaafs Mannschaft, während Frankfurt den Ball ordentlich laufen ließ, ohne mehr als das eine Mal konkret zu werden. Doch als Werder-Gegner kann man immer auf eine Schläfrigkeit hoffen: erst misslang es den Bremern, Karim Matmour an der Hereingabe zu hindern, dann war Lakic gedankenschneller als Bargfrede und drückte den Ball aus drei Metern über die Linie - in der 51. Minute stand es 1:1.

          Das reicht: Kevin de Bruyne erhält Werder Bremen die Erstklassigkeit
          Das reicht: Kevin de Bruyne erhält Werder Bremen die Erstklassigkeit : Bild: AFP

          Werder verlor völlig den Faden, stellte sich hinten rein, wirkte verunsichert, und die Eintracht drängte auf den Führungstreffer. Den verpasste Jung in der 63. Minute, als er knapp vorbeischoss - wie auf der Gegenseite Nils Petersen, der den Ball nach einem Konter freistehend daneben setzte (64. Minute). Danach neutralisierten sich beide Teams. Der Abpfiff ging im Bremer Jubel unter.

          Werder Bremen - Eintracht Frankfurt 1:1 (1:0)

          Werder Bremen: Mielitz - Fritz, Prödl, Sokratis, Ignjovski - Bargfrede, Kroos (62. Junuzovic) - de Bruyne, Hunt, Yildirim (82. Akpala) - Petersen
          Eintracht Frankfurt: Nikolov - Jung, Zambrano, Anderson, Oczipka - Rode, Russ - Aigner (88. Celozzi), Inui (83. Djakpa), Matmour (86. Stendera) - Lakic
          Schiedsrichter: Gräfe (Berlin)
          Zuschauer: 42.100 (ausverkauft)
          Tore: 1:0 de Bruyne (22.), 1:1 Lakic (51.)
          Gelbe Karten: Bargfrede (5) / Rode (7)

          Weitere Themen

          Feldmann überraschend deutlich vorne Video-Seite öffnen

          Analyse zur OB-Wahl in Frankfurt : Feldmann überraschend deutlich vorne

          Bei der Oberbürgermeister-Wahl in Frankfurt hat Amtsinhaber Peter Feldmann (SPD) klar die Nase vorn. Für einen Sieg reicht es aber nicht – er muss in die Stichwahl gegen CDU-Kandidatin Bernadette Weyland. F.A.Z.-Redakteur Tobias Rösmann ordnet das Ergebnis ein.

          Die schicksalhafte Papierkugel

          Bremen gegen Hamburg : Die schicksalhafte Papierkugel

          Am 7. Mai 2009 entscheidet eine Papierkugel das Uefa-Cup-Duell zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV – und hat Auswirkungen bis in die Gegenwart. Zwei Protagonisten von damals stehen auch heute wieder im Fokus.

          Topmeldungen

          Olympia-Kommentar : Schluss damit!

          Genug gebüßt! Das IOC will einen Schlussstrich unter die Causa Russland ziehen: Die baldige Rückkehr des russischen olympischen Komitees auf den Olymp ist vor allem eine Frechheit gegenüber Sportlern in aller Welt.

          Zur Frankfurt-Wahl : Große und kleine Überraschungen

          Peter Feldmann ging von der Pole Position des Amtsinhabers ins Rennen, diesen Vorsprung hat er beherzt genutzt. Seine Motorleistung war jedoch nicht so stark, dass er die Konkurrenten um den Posten des Rathauschefs vom Start weg hätte überrunden können.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.