Borussia Mönchengladbach bleibt zwar daheim in dieser Saison weiter unbesiegt, doch das 1:1 gegen den Hamburger SV nach Toren von Hanke (45. Minute) und Arslan (56.) war zweifellos ein kleiner Rückschlag für den Tabellenzweiten der Fußball-Bundesliga. Die Westdeutschen hatten aber auch nicht mehr gegen einen HSV verdient, der die Mannschaft des schweizerischen Trainers Lucien Favre nur selten ins Spiel kommen ließ.
Besiegt der FC Bayern München am Sonntag im Spitzenspiel den Vierten, Schalke 04, fällt Mönchengladbach in der Tabelle wieder auf Rang drei zurück.
Der Baumeister des Gladbacher Serienerfolgs sah sich gezwungen, die Statik des Borussen-Spiels ein wenig zu verändern und doch in der Balance zu halten. Der Schlüsselbeinbruch von Patrick Herrmann, erlitten im vergangenen Auswärtsspiel beim 1. FC Kaiserslautern, bedeutete auch so etwas wie die Sprengung eines magischen Vierecks: Herrmann und Arango auf den Seiten und Reus sowie Hanke ganz vorn, diese Mustervorlage für viele glanzvolle Siege galt nun nicht mehr.
Wenige Torszenen
Lucien Favre entschied sich beim Umbau für die nahe liegende Variante: Der stürmische Reus rückte in der Grundaufstellung auf die Herrmann-Position rechts außen, de Camargo wurde zum Partner für Hanke, der wiederum häufig seinen Platz mit Reus tauschte. Die Hamburger aber, unbeeindruckt von der jüngsten 1:3-Niederlage im Nordderby gegen Werder Bremen, verengten fast über die gesamte erste Hälfte die Wege und Gassen für die Borussia, die ohne Herrmann offensiv nicht so wie zuletzt glänzte.
Da der HSV dazu auch immer wieder initiativ im Spiel nach vorn wurde, entwickelte sich in einem latenten Reizklima eine offene Begegnung mit wenigen Torszenen.
Einmal musste Diekmeier bei einem Volleyschuss von Brouwers auf der Hamburger Torlinie retten (21.), ein andermal scheiterte de Camargo an Torhüter Drobny (28.). Als alles auf ein 0:0 bei Halbzeit zu deuten schien, hielt dann doch Hanke (45.) den Kopf bei Arangos Freistoßtor richtig hin, und es führte zur Pause die torgefährlichere der beiden Mannschaften.
Arslan erstmals in der ersten Elf
Allerdings hatte die Elf vom Niederrhein dabei auch Glück, weil Hanke beim Freistoß, unbemerkt vom Schiedsrichtergespann um den Münchner Günter Perl, zunächst im Abseits stand.
Lange mussten sich die Norddeutschen aber nicht über den Rückstand grämen, da Tolgay Arslan nach 56 Minuten im Anschluss an einen Eckball am schnellsten reagierte und den Ball aus kurzer Torentfernung ins Netz schob. Jener 21 Jahre alte Stürmer, der von einer Knieprellung des prominenten Kollegen Petric profitierte.
Der Kroate war nicht im Kader; dafür nominierte Trainer Fink den monatelang an einer Sprunggelenkverletzung leidenden Deutschtürken erstmals für die erste Elf. Der Ausgleich belohnte die Courage der nun noch selbstbewusster auftretenden, unter Finks Anleitung auswärts noch nicht besiegten Hamburger und erschütterte die Zuversicht der Gladbacher. Sie kehrte bis zum Spielende nicht mehr zurück.
Bor. Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Brouwers, Dante, Daems - Nordtveit, Neustädter - Reus, Arango - Hanke, de Camargo (79. Otsu)
Hamburger SV: Drobny - Diekmeier, Westermann, Rajkovic, Aogo - Rincón, Jarolim - Sala (72. Ilicevic), Jansen (83. Son) - Arslan (90.+1 Kacar), Guerrero
Schiedsrichter: Perl (Pullach)
Zuschauer: 54.049 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Hanke (45.), 1:1 Arslan (56.)
Gelbe Karten: Reus (2) / Arslan (1), Jarolim (4), Rincón (6)
VfL 1900 Borussia Mönchengladbach e.V.
Karin Wilms (Dr.Carlos)
- 27.02.2012, 04:46 Uhr
Was mich in Rage bringt?
Jörg Tiffert (Tiffy)
- 25.02.2012, 14:01 Uhr
Systemwelten prallen aufeinander!
Rolf Huchthausen (huchthausen)
- 25.02.2012, 11:37 Uhr
Was ein guter Trainer ausmacht
Christoph Rohde (prediger1)
- 25.02.2012, 10:23 Uhr
Borussia Mönchengladbach
Karin Wilms (Dr.Carlos)
- 25.02.2012, 03:22 Uhr