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1:1 gegen Bremen Kölner Fortschritt auf der Stelle

 ·  Der 1. FC Köln bleibt zwar in Abstiegsgefahr, spürt aber nach dem 1:1 gegen Bremen einen leichten Auftrieb. Zumindest der gute Wille war den Kölnern dabei nicht abzusprechen.

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Nach turbulenten, zeitweise chaotischen Wochen mit teils hohen Niederlagen geht es dem 1. FC Köln besser, aber noch lange nicht gut. Für das 1:1 gegen Werder Bremen gab es zwar verhaltenen Beifall von den Rängen, aber nur einen Punkt. Der Teilerfolg bringt die Kölner auf dem Weg zum Klassenverbleib nicht weiter.

Immerhin ließen die FC-Profis die Widerstandskraft erkennen, die Fans und Vorgesetzte lange vermisst hatten. Sie verkrafteten den Gegentreffer von Markus Rosenberg (24. Minute) und schufen später dank Ammar Jemals Kopfballtor (39.) ausgeglichene Verhältnisse. „Der eine Punkt hilft uns nicht wirklich weiter, um einen großen Schritt zu machen“, sagte der Kölner Torhüter Michael Rensing: „Trotzdem sollten wir das heute positiv sehen, denn wir haben uns als Einheit präsentiert. Das gibt uns Auftrieb.“

Claus Horstmann, der Hauptgeschäftsführer des 1. FC Köln hatte „drastische Maßnahmen“ angekündigt, um dem Abwärtstrend entgegenzuwirken. Was folgte, waren eher Maßnahmen, die nicht ungewöhnlich sind in Krisensituationen von Fußballklubs. Es wurde ein Exempel statuiert, genauer gesagt vier Exempel. Trainer Stale Solbakken hat bis auf weiteres vier Spieler aussortiert.

Ordentlich auf die Nuss bekommen

Aufsehen erregte aber nur die Strafversetzung des Torjägers Milivoje Novakovic, der seit Wochen formschwach ist. Der 32 Jahre alte Stürmer beklagte sich prompt in einem Interview darüber, als Sündenbock für das kollektive Versagen herhalten zu müssen. Wer im Aufgebot blieb, bekam in der Wochenmitte als besondere „Maßnahme“ die Teilnahme an einem zweitägigen Trainingslager in Ostwestfalen geboten. Ziel war es vor allem, aus der Mannschaft wieder ein Team zu machen, das sich mit vollem Einsatz gegen den Abstieg stemmt. „Wir haben in den letzten Tagen ordentlich auf die Nuss bekommen, da war es heute ein guter Neustart“, sagte der sich seines Stammplatzes sichere Mittelfeldspieler Sascha Riether nach dem Remis am Samstag: „Das war richtig gut heute, auf dem Spiel kann man aufbauen.“

Zumindest der gute Wille war den Kölnern nicht abzusprechen. Dennoch gerieten sie in Rückstand. Werder-Stürmer Rosenberg nutzte eine Vorlage von Marko Marin zum Führungstreffer, nachdem der umstrittene FC-Kapitän Pedro Geromel die eigene Abwehr mit einem Ballverlust in Bedrängnis gebracht hatte. Doch die Rheinländer ließen sich vom Gegentor nicht aus der Fassung bringen, sondern erarbeiteten sich Chancen zum Ausgleich. Nachdem Lukas Podolski und Martin Lanig noch an Torhüter Tim Wiese gescheitert waren, verwertete Linksverteidiger Jemal eine Flanke des beherzt vorangehenden Podolski zum 1:1, das die Kräfteverhältnisse zur Halbzeit angemessen spiegelte.

Unproduktives Bemühen

Nach der Pause machten die Kölner sich noch entschlossener an die Arbeit. Sie strebten nach einer Dominanz, die nicht ihrem üblichen Spielstil entspricht. Kurz nach dem Seitenwechsel schoss Podolski knapp über das Ziel hinaus. Mehr allerdings brachten die Kölner nicht zustande. Ihr Bemühen war zu unproduktiv, um Werder ernsthaft zu gefährden. Einen Auswärtspunkt vor Augen, hatten die Bremer inzwischen fast nur noch ihre Sicherheitsinteressen im Sinn.

Die blieben auch gewahrt, weil die Vorstöße der Kölner bei weitem nicht so gut waren wie ihre Vorsätze. Und weil Torhüter Wiese prächtig reagierte, wenn es darauf ankam - wie etwa eine Viertelstunde vor Schluss, als Christian Clemens den Siegtreffer für Köln auf dem Fuß hatte. Wiese wird Werder nach dieser Saison verlassen, aber noch ist er seinen Mitstreitern ein zuverlässiger Rückhalt. „Leider hatten wir nicht die Ruhe, um uns die Situation zu erspielen und das zweite Tor nachzulegen“, sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf: „Man wird sehen, ob uns der eine Punkt am Saisonende weiterbringt.“

1. FC Köln - Werder Bremen 1:1 (1:1)

1. FC Köln: Rensing - Brecko, Sereno, Geromel, Jemal - Lanig, Riether (90.+2 McKenna) - Clemens - Peszko (46. Jajalo) - Ishak (89. Chong Tese), Podolski

Werder Bremen: Wiese - Fritz, Affolter, Sokratis, Schmitz -Trybull - Junuzovic (61. Boenisch), Ignjovski - Marin - Pizarro, Rosenberg

Schiedsrichter: Perl (Pullach) -

Zuschauer: 50 000 (ausverkauft)

Tore: 0:1 Rosenberg (24.), 1:1 Jemal (39.)

Gelbe Karten: Peszko (7), Riether (7) / Fritz (9), Sokratis (9)
 

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