Im fünften Anlauf hat Bundesliga-Neuling Greuther Fürth endlich seinen ersten Punkt im eigenen Stadion geholt. Der Aufsteiger erkämpfte sich an diesem Samstag mit großer Anstrengung und viel Glück ein 1:1 (1:1) gegen Werder Bremen. Der Brasilianer Edu bescherte schoss in der 8. Spielminute mit dem ersten Heimtreffer der Saison ein, Nils Petersen (44.) glich für weitgehend überlegene Bremer wieder aus. Selbst ein deutliches Plus an Torchancen und Spielanteilen reichte der Elf von Trainer Thomas Schaaf nicht zum Sieg.
Bei starkem Schneefall überstand die Spielvereinigung mehrere heikle Phasen unbeschadet und hätte am Ende gar noch gewinnen können. Nach vier punkt- und torlosen Heimspielen zum Saisonbeginn belohnte Routinier Edu die Fürther für einen exzellenten Spielzug über Gerald Asamoah und Edgar Prib mit der frühen Führung, die der wieder einmal herbeigeeilte Trainer Mike Büskens im Kreis der Mannschaft genoss. Auch auf den Rängen sorgte das erste Tor der Franken in einem Pflichtspiel im heimischen Stadion seit dem 29. April für Genugtuung – mit viel Lautstärke unterstützten 18.000 Fans ihr Team gegen den Favoriten.
Dieser konnte auf dem schwer bespielbaren Boden zunächst nur selten seine fußballerische Überlegenheit demonstrieren. Erst nach 21 Minuten verbuchten die Gäste durch Marko Arnautovic ihren ersten halbwegs gefährlichen Schuss in Richtung des Fürther Tores – der Startschuss zu furiosen 25 Minuten.
Mit einem Mal erarbeiteten sich die Bremer Chance um Chance, fast ohne Gegenwehr marschierten sie durchs Fürther Mittelfeld und prüften immer wieder Torwart Max Grün. Aus kurzer Distanz scheiterten Petersen (28.) und wieder Arnautovic (29.), kurz darauf dann auch Zlato Junuzovic von der Strafraumgrenze (31.), Theodor Gebre Selassie mit einem Ball an die Latte (33.) und wiederum Petersen per Kopf (34.).
Als der Aufsteiger die kritische Phase gerade überstanden zu haben schien, traf Petersen doch noch: Eine scharfe Hereingabe von Arnautovic lenkte der Stürmer vor der Pause gekonnt ins Tor. Vor allem die defensiven Mittelfeldakteure Stephan Fürstner und Prib ließen sich teils wie Amateurkicker überlaufen. Besserung trat erst nach der Pause ein, als die Gastgeber zwar weiterhin hinterherliefen, immerhin aber an Kompaktheit gewannen.
Den Bremern öffneten sich jetzt nicht mehr so viele Lücken wie vorher, die größte Gelegenheit vergaben Petersen und Arnautovic gemeinschaftlich (59.). Zumindest mit „Nadelstichen“ ärgerte die Heimmannschaft die Gäste in der zweiten Halbzeit. Innenverteidiger Thomas Kleine hatte nach 68 Minuten sogar das zweite Fürther Tor auf dem Kopf, traf den Ball aber im entscheidenden Moment nicht richtig.
SpVgg Greuther Fürth: Grün - Nehrig, Kleine, Mavraj, Schmidtgal - Sararer, Fürstner (90. Sobiech), Prib, Stieber - Asamoah (85. Azemi), Edu (61. Pekovic)
Werder Bremen: Mielitz - Gebre Selassie, Prödl (77. Lukimya), Sokratis, Schmitz - Junuzovic - Arnautovic (85. Bargfrede), Hunt, de Bruyne, Elia (77. Füllkrug) - Petersen
Schiedsrichter: Stieler (Hamburg)
Zuschauer: 18.000 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Edu (8.), 1:1 Petersen (44.)
Gelbe Karten: Azemi (2), Fürstner (3), Prib (3) / Gebre Selassie (1)