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1:0 gegen Leverkusen Dortmund auf Rekordkurs

11.02.2012 ·  Ein einziges Tor reicht Borussia Dortmund, um zum 15. Mal in Serie ungeschlagen zu bleiben. Kagawa trifft gegen Leverkusen. Und Ballack bleibt draußen.

Von Richard Leipold, Dortmund
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© dapd Der Mann des Tages: Kagawa entscheidet kurz vor der Pause die Partie

Die Fußballprofis von Borussia Dortmund schrecken auch bei eisiger Kälte vor Arbeit nicht zurück. Beim 1:0 über Bayer Leverkusen wurden sie vor allem für ihren Fleiß und ihren Willen belohnt. So knapp der Dortmunder Sieg ausfiel, so selten geriet er in Gefahr. Vor 80.400 Zuschauern im heimischen Stadion reichte dem BVB das Tor von Shinji Kagawa (45. Minute), um die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga vor Bayern München zu behaupten.

Nebenbei bauten die Borussen eine beeindruckende Serie aus. Sie blieben zum fünfzehnten Mal nacheinander ungeschlagen. Bei dieser Marke steht der Vereinsrekord aus dem vergangenen Meister-Jahr. Der Start in die Rückrunde verheißt den Westfalen viel Gutes. Vier Partien, vier Siege - das ist die Stabilität eines Champions. Leverkusen stand zwar zumeist kompakt in der Abwehr, entwickelte aber zu wenig Vorwärtsdrang, um Dortmund ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Wenn die Rheinländer an diesem Dienstag im Achtelfinalhinspiel gegen Titelverteidiger FC Barcelona in der Champions League mehr als die Rolle eines krassen Außenseiters spielen wollen, müssen sie sich vor allem in der Offensive erheblich steigern.

Die Dortmunder hatten allen Grund, selbstbewusst ans Werk zu gehen. Drei Siege in der Bundesliga, dazu der souveräne Pokalerfolg unter der Woche in Kiel - eine optimale Ausbeute seit dem Rückrundenstart und eine Bilanz, die kein anderer deutscher Klub zu Jahresbeginn vorweisen konnte. Getrieben von ihrem Selbstvertrauen orientierten die Borussen sich von Beginn an nach vorn. Ein erster Warnschuss von Kevin Großkreutz, der den Vorzug vor Perisic erhalten hatte, versprach in der dritten Minute allerdings mehr, als der deutsche Meister zunächst zu halten vermochte. Bayer machte es der Heimelf mit einer geschickten Raumaufteilung und viel taktischer Disziplin schwer, in Tornähe vorzurücken oder gar zum Abschluss zu kommen.

Die „Werkself“ spielte so, wie sie aufgestellt war: defensiv. In der Leverkusener Mittelfeldraute hatte Trainer Robin Dutt in Simon Rolfes, Stefan Reinartz und Lars Bender drei defensiv veranlagte Profis aufgeboten. Für Michael Ballack, den derzeit ausrangierten Strategen, bedeutete diese Formation die nochmalige Bestätigung, dass er für eine tragende Rolle, zumal in wichtigen Partien, nicht mehr vorgesehen ist. Er verfolgte das Geschehen abermals von der Reservebank aus. An diese Perspektive wird er sich gewöhnen müsse.

Weder Ballack noch andere sahen den „unfassbar starken Gegner“, vor dem BVB-Trainer Jürgen Klopp sein Personal und die Öffentlichkeit gewarnt hatte. Gegen die Leverkusener, wie sie sich tatsächlich präsentierten, war zunächst vor allem eins gefragt: Geduld. Daran mangelte es den Dortmundern nicht in der zumeist zähflüssigen ersten Hälfte.

Die Meistermannschaft erinnerte an einen Autofahrer, der im Stau steht, sich davon aber nicht die Laune verderben lässt. In der letzten Minute des ersten Durchgangs zahlte sich die gute Grundhaltung des Favoriten aus. Der gut aufgelegte Kagawa setzte sich im Strafraum auf engem Raum gegen Linksverteidiger Bastian Oczipka durch, sah die Lücke, die sich zwischen zwei zu spät herbeieilenden Abwehrspielern auftat, und vollendete mit einem Schuss ins lange Eck zum Führungstreffer. Viel guter Wille und ein einziger starker Angriff sprachen in der ersten Hälfte für den BVB, doch das reichte nicht, um klare Verhältnisse zu schaffen.

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Das merkte auch der Bayer-Trainer. Nach einer Stunde machte Dutt sein Mittelfeld ein wenig offensiver, zumindest personell; anstelle von Rolfes ließ er nun Renato Augusto spielen. Dennoch blieb Dortmund zielstrebiger und entschlossener. Großkreutz, der an Torwart Leno scheiterte, und im Nachschuss Marcel Schmelzer verpassten es, den Vorsprung auszubauen. Die Leverkusener Angriffsversuche blieben selten und harmlos.

Und Ballack blieb draußen - er konnte nur der Kälte trotzen, nicht dem Gegner. Stattdessen versuchte Dutt eine Viertelstunde vor Schluss, die Offensive mit der Hereinnahme eines gewissen Karim Bellarabi zu beleben, der bis dahin erst zwei Bundesligaspiele bestritten hatte. Eine andere Richtung konnte auch dieser junge Mann der Partie nicht mehr geben. Die Leverkusener blieben bei ihren Vorstößen zu halbherzig. Auf der anderen Seite mangelte es dem BVB an Durchschlagskraft, um den Sieg klarer zu gestalten. Doch spätestens beim Blick auf die Tabelle wurde den Dortmunder Fans trotz der Kälte wieder warm ums Herz.

Borussia Dortmund - Bayer Leverkusen 1:0 (1:0)

Borussia Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Subotic, Hummels, Schmelzer - Bender, Kehl - Blaszczykowski (87. Perisic), Kagawa (89. Leitner), Großkreutz - Lewandowski (77. Barrios)
Bayer Leverkusen: Leno - Corluka (75. Bellarabi), Schwaab, Friedrich, Oczipka - Reinartz, Rolfes (61. Renato Augusto) - Schürrle, Bender, Castro - Kießling
Schiedsrichter: Perl (Pullach)
Zuschauer: 80 400
Tor: 1:0 Kagawa (45.)
Gelbe Karten: keine

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