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1:0 gegen Köln Polter - preiswert und gut

 ·  Der junge Sebastian Polter köpft Wolfsburg zum Sieg. Sonst spielt das Team von Felix Magath gewohnt uninspiriert, obwohl der Trainer vier von acht Neuzugängen aufstellt.

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© dapd Perfekter Jocker: Polter trifft schon wieder

Ein noch recht unbekannter Nachwuchsprofi, der wenig kostet, stach die teuren Neuzugänge aus. Stürmer Sebastian Polter, im Heimspiel gegen den 1. FC Köln zur Halbzeit eingewechselt, köpfte den VfL Wolfsburg am Samstag zu einem glücklichen 1:0-Heimsieg. Der bullige Angreifer stellte mit seinem mutigen Auftritt und einem Tor, das eine schöne Flanke von Kapitän Christian Träsch möglich gemacht hatte, auch die Debatte um die millionenschweren Investitionen ein wenig in den Schatten. Der Auftritt des Eigengewächses war von einer Kaltschnäuzigkeit geprägt, die richtig Spaß machte und Applaus verdiente.

Von den acht neuen Profis, für die sich Magath während der Winterpause entschieden hat, waren zum Start in die Rückrunde immerhin gleich vier zum Einsatz gekommen. Ricardo Rodriguez, der 8,5 Millionen Euro teure Außenverteidiger vom FC Zürich, war wie erwartet sofort gesetzt. Auch Petr Jiracek (FC Viktoria Pilsen) im Mittelfeld und Felipe Lopez (CD Nacional Funchal) in der Abwehr bekamen ihre Chance. Und der Portugiese Vieirinha (PAOK Thessaloniki) durfte sich in Abwesenheit des verletzten Torjägers Mario Mandzukic als neuer Mann in der Offensive beweisen – bis er gegen Polter ausgetauscht wurde.

Eine faire Chance

„Meine herzliche Bitte: Gebt ihnen eine faire Chance und nehmt sie auf in die VfL-Familie“, hatte Magath die Wolfsburger Fans vor der Partie gebeten. Zu den jüngsten Rechtfertigungen für seine Transfers gehört auch eine mediale Schelte. Der VfL-Boss stufte so manche Kritik an seinen Schwindel erregenden Investitionen als „atemberaubenden Blödsinn“ ein.

Der Neuaufbau einer Mannschaft, die am Ende der vergangenen Saison um ein Haar in die zweite Liga abgestiegen wäre, soll dieses Mal zukunftsorientiert angelegt und von Nachhaltigkeit geprägt sein. Dass die Wolfsburger allein in der Winterpause rund 26 Millionen Euro für neues Personal ausgegeben haben, begründet Magath mit Schwächen im bisherigen Kader und großen Plänen für die Zukunft.

Deshalb wird bei der erhofften Entwicklung eines Spitzenteams auch nicht gespart. „Felix Magath hat junge Leute geholt mit überschaubaren Ablösesummen“, findet Francisco Javier Garcia Sanz. Als Aufsichtsratsvorsitzender der VfL Wolfsburg Fußball GmbH, so heißt die sportive Bundesliga-Tochter des geldgebenden Volkswagen-Konzerns, hat sich der Spanier zuletzt bemüht, die vielen neuen Namen und Buchungsposten zu relativieren. „Wir prassen nicht. Wir verwalten unseren Etat ökonomisch“, sagt Garcia Sanz, der beteuert, dass Magath mit ihm sämtliche Transfers abstimmt und bespricht.

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Wer den VfL wie gut verstärken kann, wird sich noch zeigen. Der kleine Angreifer Vieirinha deutete im niedersächsischen Nieselregen und Schneetreiben zumindest eine Halbzeit lang an, dass er ein technisch hochbegabter Neuzugang ist. Gleiches gilt für Rodriguez, der sich als linker Außenverteidiger deutlich mehr ins Spielgeschehen einschaltete, als man das bisher von Wolfsburger Außenverteidigern gewohnt war.

Die besseren Chancen eines Spiels, das vor lediglich 27.057 Zuschauern hart umkämpft war, hatten sich aber die Kölner bei ihren vielen Kontern herausgespielt. Die Wolfsburger besaßen am Ende großen Glück, dass der vom genesenen Nationalspieler Lukas Podolski immer wieder gekonnt in Szene gesetzte Stürmer Milivoje Novakovic sämtliche seiner guten Torchancen ausließ.

VfL Wolfsburg - 1. FC Köln 1:0 (0:0)

VfL Wolfsburg: Benaglio - Träsch, Madlung, Lopes, R. Rodriguez - Polak, Jiracek (79. Josué) - Dejagah, Vieirinha (46. Polter), Ma. Schäfer - Koo (74. Sio)
1. FC Köln: Rensing - Brecko, Geromel, Pezzoni, Eichner - Clemens (86. Roshi), Lanig (85. Ishak), Riether, Peszko (63. Jajalo) - Podolski - Novakovic
Schiedsrichter: Tobias Welz (Wiesbaden)
Zuschauer: 27.057
Tore: 1:0 Polter (78.)
Gelbe Karten: Lopes - Eichner, Jajalo
 

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