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1:0 gegen Hoffenheim Kießling rettet Leverkusens Heimkehr

15.08.2009 ·  Neue Arena, erster Sieg: Leverkusen gewann bei der Rückkehr ins eigene Stadion gegen Hoffenheim mit 1:0. Kießling sicherte den Erfolg in der zweiten Halbzeit. Dabei hatte der Stürmer kurz zuvor noch eine große Chance vergeben.

Von Roland Zorn, Leverkusen
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Die Premiere in der rundnerneuerten BayArena ist Bayer Leverkusen geglückt. In einem über weite Strecken jedoch nur mittelmäßigen Bundesligaspiel besiegte die Werkself am Samstagnachmittag 1899 Hoffenheim durch einen Treffer von Stefan Kießling (67. Minute) verdientermaßen 1:0. Der volle Erfolg belohnte die aktivere Mannschaft in einem Duell, das nicht einmal entfernt die Klasse der beiden Duelle zwischen diesen beiden Teams aus der vorigen Spielzeit atmete. Immerhin reihte sich Bayer damit fürs Erste in der Spitzengruppe der Liga ein, während die längst nicht mehr so forsch wie im Vorjahr zu Werke gehenden Hoffenheimer auch nach zwei Spieltagen noch auf ihren ersten Saisonsieg warten müssen.

Nach 245 Tagen im „Exil“ endlich wieder daheim: Die Leverkusener Freude auf die Rückkehr in die neue BayArena war riesig. „Endlich haben wir keine Auswärtsspiele mehr in Düsseldorf“, frohlockte Trainer Jupp Heynckes, der in der vorigen Saison aber noch gar nicht da war, als Bayer in der Ersatzheimat nur eine Bundesliga-Begegnung gewann. Dass am Samstag mit Hoffenheim der Gegner in das größer und schöner gewordene eigene Stadion kam, den Bayer in der vergangenen Saison daheim mit 5:2, in Sinsheim mit 4:1 distanziert hatte, wurde dazu als gutes Omen begriffen.

„Hoffentlich vermasselt uns Hoffenheim nicht die Premiere“

Auch dass mit Kapitän Simon Rolfes und Gonzalo Castro zwei Stammspieler nach Verletzungen sowie der beim 1:1 in Mainz noch gesperrte Arturo Vidal wieder dabei waren, stärkte den Optimismus. Dagegen stand nur eine leise Befürchtung, die Heynckes angesichts der spielstarken Badener vorsorglich geäußert hatte: „Hoffentlich vermasselt uns Hoffenheim nicht die Premiere.“ Die indes war für das hochverehrte Publikum noch nicht die ganz große Zugnummer. 27.000 statt der möglichen 30.000 Zuschauer füllten die Arena ansehnlich, aber nicht im höchsten Maße eindrucksvoll.

Was sie vor der Pause sahen, war nicht ausgesprochen zuschauerfreundlich. Bayer bemühte sich zwar ständig, agierte aber vor dem Tor viel zu hastig. Nur eine Szene blieb in Erinnerung: wie der Hoffenheimer Torhüter Hildebrand nach Renato Augustos Eckball Hyypiäs Kopfball gegen den Pfosten lenkte, der von dort abprallende Ball gegen Carlos Eduardos Hand und von dort ins Toraus sprang (35.). Schiedsrichter Gagelmann entschied, weil wohl keine Absicht vorlag, auf Eck- und nicht auf Strafstoß.

Die 45 Minuten lang abwartend auftretenden Hoffenheimer hatten noch mal Glück gehabt. Mit etwas mehr Fortüne hätte das Team aber auch in Führung liegen können, als Ibisevic eine punktgenaue Vorlage von Eduardo gedankenschnell weiterleitete und damit Torhüter Adler zu einer glänzenden Parade veranlasste (17.). Mehr indes als diese zwei Momente zum Luftanhalten gab das Spiel vor dem Wechsel nicht her. Noch fehlte bei den wenigen verheißungsvollen Aktionen die letzte Entschlossenheit.

Das Hoffenheimer Aufbäumen nach dem Rückstand fiel aus

Zur Halbzeit stellte der Hoffenheimer Trainer Rangnick sein System von einem 4-3-3 auf ein 4-2-2 mit Mittelfeldraute um, doch außer ein paar Härtefällen mehr im Kampf Mann gegen Mann veränderte sich an der Struktur des Sommerfußballspielchens zunächst wenig - auch nicht, als Ba, der eigentlich nach Stuttgart wechseln wollte, für den nach langer Verletzungspause noch nicht wieder völlig fitten Ibisevic kam (59.). Da auch der Leverkusener Angriffsschwung meist früh versandete, tat sich zunächst nur wenig in der BayArena.

Dann aber hatte Stefan Kießling seine großen Momente. Konnte Hildebrand den ersten Schuss des blonden Angreifers noch mit den Fingerspitzen über die Latte lenken (66.), war er eine Minute später geschlagen, als Kießling bei einer Hereingabe des guten Renato Augusto und einer Ablage von Stürmerkollege Derdiyok schneller als Simunic reagierte und den Ball ins Tor bugsierte. Das Hoffenheimer Aufbäumen danach fiel aus. Im Gegenteil: Renato Augusto hätte nach seinem Solo mit abschließendem Pfostenschuss sogar noch auf 2:0 erhöhen können (79.), so wie auch Kießling, der in der 89. Minute mit einem plazierten Kopfball an Hildebrand scheiterte.

Bayer Leverkusen - 1899 Hoffenheim 1:0 (0:0)
Leverkusen:
Adler - Castro (80. Schwaab), Hyypiä, Friedrich, Kadlec - Rolfes - Renato Augusto (88. Kroos), Vidal, Barnetta (88. Zdebel) - Derdiyok, Kießling. - Trainer: Heynckes
Hoffenheim: Hildebrand - Beck, Simunic, Compper, Ibertsberger - Maicosuel (46. Vukcevic), Vorsah (74. Wellington), Salihovic - Obasi, Ibisevic (59. Ba), Carlos Eduardo. - Trainer: Rangnick
Schiedsrichter: Peter Gagelmann (Bremen)
Tor: 1:0 Kießling (67.)
Zuschauer: 28.000
Gelbe Karten: Adler, Kadlec, Vidal - Vorsah, Ibisevic

Quelle: F.A.Z.
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