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1:0 gegen Hoffenheim Die Hamburger Minimalisten springen auf Rang zwei

04.04.2009 ·  Der HSV spielt nicht schön, aber erfolgreich. Mit dem 1:0-Heimsieg gegen Hoffenheim revanchieren sich die Hamburger nebenbei für die bittere Hinspielschlappe. Matchwinner war Jonathan Pitroipa mit seinem ersten Bundesligator.

Von Frank Heike, Hamburg
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Es war wieder einmal nicht alles gut, was der Hamburger SV da so zeigte am Samstagnachmittag. Eigentlich ist es nie so richtig gut, was die Mannschaft von Martin Jol in dieser Saison so anbietet. Doch richtig gut ist die Punktausbeute, und so erübrigt sich auch die Diskussion um die Art von Fußball, die man in Hamburg zu sehen bekommt. Wer Erfolg hat, hat Recht, und somit hat Jol mit seinem Team bislang fast alles richtig gemacht - sie ist in allen Wettbewerben noch im Geschäft, und in der Bundesliga sogar ganz dick: im Schatten der Wolfsburger Gala gewann Hamburg am Samstag vor rund 57 000 Zuschauern in der Arena am Volkspark 1:0 gegen die 1899 Hoffenheim und bleibt im Rennen um die Meisterschaft und die Champions League Plätze.

Für Hoffenheim wird es nach dem nächsten Rückschlag vor allem darum gehen, sich für den Uefa-Pokal-Wettbewerb zu qualifizieren. Der Mannschaft von Trainer Ralf Rangnick half auch die Schlussoffensive nicht mehr, weil der HSV 90 Minuten sicher in der Abwehr stand und wenig zuließ. Doch auf dem Weg nach vorne war es wenig spitze, was Hamburg zeigte. Geschenkt: das 1:0 von Pitroipa in der 28. Minute genügte zum Sieg. Rost hielt den am Ende fest, als er unter anderem Nilssons Kopfball parierte. David Jarolim sah die Gelb-Rote Karte (85. Minute) „In den letzten zehn Minuten haben meine Spieler gekämpft wie die Löwen“, sagte Jol zufrieden.

Revanche für die Hinspielschlappe

Diese Partie konnte nicht ohne Bezug zum Hinspiel auskommen. Im Oktober 2008 war der HSV von Hoffenheim abgefertigt worden - beim 0:3 blieb Hamburg chancenlos, wurde in einigen Szenen sogar vorgeführt. Hoffenheim erlebte damals im Herbst seine Hochzeit, war der gefeierte Bundesliga-Debütant, und gewann gegen einen HSV, der auch sehr gut in die Saison gestartet war. Wie schnell die Zeit vergeht, wurde vor der Partie deutlich: im April 2009 spricht nach der bisher enttäuschenden und von Verletzungen und Sperren durchsetzten Rückrunde keiner mehr vom Zauberfußball bei 1899, und der HSV hat sich mit seinem ernsthaften, zähen Fußball zum Meisterschaftskandidaten gemausert. Großen Respekt habe er vor der Arbeit des Hamburger Coaches Martin Jol, hatte Rangnick vor der Partie gesagt, vor allem der Sturm sei zu beachten. Er selbst sei mit dem aktuellen fünften Platz nicht zufrieden: „Wenn wir in Hamburg gewinnen, greifen wir im Kampf um die Meisterschaft noch mal ein“, sagte Rangnick vor der Partie.

Der beste HSV-Torschütze Mladen Petric kehrte nach seiner Verletzung zwar in den Kader zurück, ihm blieb aber nur ein Platz auf der Bank. Auch, weil der zuletzt so starke Paolo Guerrero spielen sollte. „Für Paolo setzte ich mich gern auf die Bank“, sagte Petric. Er wolle gar nicht von Beginn an spielen. Man muss wohl glauben, wovon die Hamburger Profis derzeit so schwärmen: von großem Zusammenhalt. „Bei uns ist einfach gute Laune in der Kabine“, hatte Marcell Jansen gesagt. Doch für den Peruaner Guerrero dauerte das Spitzenspiel nur elf Minuten - dann verletzte er sich in einem Zweikampf mit Andreas Beck und humpelte mit dick verbundenem linken Knöchel in die Kabine. Für ihn kam Piotr Trochowski.

Trochowski kam, sah und passte

Was der Nationalspieler mit seiner Passgenauigkeit und Kombinationssicherheit bewirken kann, zeigte er nach 28. Minuten. Bis dahin war es ein munteres Spiel, in dem Hoffenheim gut nach vorne spielte, hinten aber verwundbar wirkte, und der HSV kaum zu Chancen kam. Bis zu jener 28. Minute. Trochowski schickte Jonathan Pitroipa auf die Reise, und der Stürmer aus Burkina Faso rannte allein auf das Tor zu. Eigentlich nicht der Rede wert, denn Pitroipa ist die personifizierte Nicht-Gefahr in der Nähe des Tores. Auch dieses Mal trat er erst über den Ball. Doch das Spielgerät fiel ihm noch einmal vor die Füße, und er traf zum 1:0. Gerade hatte die Stadionregie das Berliner 0:1 eingeblendet, und da es in Wolfsburg unentschieden stand, konnten die Fans mit gutem Gewissen rufen: „Spitzenreiter, Spitzenreiter!“

Dass diese durch viele Verletzungen einigermaßen wild zusammen gestellte Mannschaft mit namenlosen Profis wie Gravgaard und Tavares in der Startelf zumindest für einige Minuten die Bundesligatabelle anführte, war ziemlich überraschend. Bei den Hoffenheimern wurde viel gehadert und diskutiert auf dem Feld - und es wurde besser mit den Offensivbemühungen nach dem Seitenwechsel. Sofort machte die Mannschaft von Rangnick Druck, der HSV ließ sich zurückdrängen und wartete ab. Hoffenheim wirkte wacher und entschlossener und brachte in der 68. Minute Wellington für den enttäuschenden Sanogo. Kapitän David Jarolim trieb seine Mannschaft nach vorne; doch es sah sehr danach aus, als wolle der HSV diese minimale Führung irgendwie nach Hause bringen. Das gelang letztlich. Auch, weil bei Hoffenheim irgendwie die Überzeugung fehlte, an die großen Tage der Hinrunde anknüpfen zu können.

Hamburger SV - 1899 Hoffenheim 1:0 (1:0)
Hamburg:
Rost - Benjamin (46. Boateng), Mathijsen, Gravgaard, Aogo - Tavares - Pitroipa (86. Rincon), Jarolim, Jansen - Guerrero (13. Trochowski), Olic. - Trainer: Jol
Hoffenheim: Hildebrand - Beck, Nilsson, Compper, Janker (84., Fabricio) - Teber (77. Terrazzino), Carlos Eduardo, Salihovic - Ba, Sanogo (68. Wellington), Obasi. - Trainer: Rangnick
Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf)
Tor: 1:0 Pitroipa (28.)
Zuschauer: 57.000 (ausverkauft)
Gelb-Rote Karte: Jarolim wegen wiederholten Foulspiels (85.)
Gelbe Karten: Rost (3) - Obasi (4), Salihovic (5/2), Janker

Quelle: F.A.Z.
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