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1:0 gegen Hertha BSC Schalke pirscht sich an die Bayern heran

28.09.2007 ·  Vizemeister Schalke 04 bleibt auch nach dem achten Spiel der Fußball-Bundesliga ungeschlagen. Gegen Berlin kamen die „Königsblauen“ zu einem 1:0-Heimsieg. Damit ist Schalke nun Zweiter und liegt einen Punkt hinter dem FC Bayern.

Von Richard Leipold, Gelsenkirchen
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Die Profis des FC Schalke 04 spielen zwar weiterhin Fußball, dürften sich nach einer höchst erfolgreichen Arbeitswoche aber fühlen wie gute Kegler. Nach dem dritten Sieg binnen sieben Tagen lautete ihre Bilanz in Punkten ausdrückt: Alle Neune. Was der Schalker Cheftrainer Mirko Slomka vor der Partie gesagt hatte, galt auch nach dem 1:0 über Hertha BSC Berlin: „Wir haben einen Lauf.“

Während Schalke dem Bundesliga-Tabellenführer Bayern München allmählich näher kommt, zeigt der Trend für die Berliner, die zuletzt sogar gegen Rostock verloren hatten, weiter nach unten in Richtung Mittelfeld. Kurz vor dem Anpfiff hatte der Stadionsprecher des FC Schalke in der Arena noch einmal zusammengefasst, was in der „englischen Woche“ bisher geschehen war. „Mannschaft und Fans haben Fahrt aufgenommen. Volle Kraft voraus!“

Ein lichter Moment kurz vor der Pause reicht

Die Spieler der Heimelf versuchten von Beginn an, ihren Vortrieb weiter zu nutzten. Aber es fiel ihnen schwer. In der gegnerischen Hälfte formierte sich eine stabile Berliner Mauer, die den Zugang in den Strafraum der Hertha verwehrte. Schalke spielte zwar überlegen, fand aber kein Durchkommen. Den Königsblauen fehlte es an Raffinesse, um die zumeist aufmerksamen Sicherheitskräfte an der Strafraumgrenze auszutricksen.

Erst kurz vor der Pause hatten die Schalker einen lichten Moment. Als Mittelfeldspieler Jermaine Jones zielstrebig und schnell in den Sechzehnmeterraum eindrang, wusste sich Verteidiger Steve von Bergen, der den verletzten Simunic vertrat, nur mit einem Foul zu helfen. Schiedsrichter Felix Brych aus München erkannte, ohne zu zögern, auf Elfmeter und verwarnte den Täter mit der Gelben Karte.

Die Berliner geben die Einbahnstraßenreglung auf

Rafinha verwertete den Strafstoß zielsicher (44. Minute). Diesmal jubelte zusammen mit der Mehrheit der 60.500 Zuschauer auch sein interner Mitbewerber Ivan Rakitic mit. Knapp eine Woche zuvor, im Heimspiel gegen Bielefeld, hatte der Regisseur, der sich selbst gern als Elfmeterschütze sähe, noch geschmollt, weil er auf Geheiß seiner Mitspieler hatte zurückstecken müssen.

Der Rückstand animierte die Berliner dazu, vorübergehend ein wenig offensiver zu werden. Die Einbahnstraßenreglung, die den Verkehr in Richtung Mauer geregelt hatte, war in der zweiten Halbzeit aufgehoben. Dennoch wurde die Ruhe rund um das Schalker Tor selten so gestört wie durch den Kopfball des Verteidigers Fathi kurz nach dem Seitenwechsel.

Schalke zum dritten Mal in Folge ohne Gegentor

Auch auf der Gegenseite beschwor ein Abwehrspieler Gefahr herauf. Heiko Westermann schoss aus sechs Metern über das Ziel hinaus. In der Schlussphase verpasste der abermals fleißige Nationalstürmer Kevin Kuranyi die Chance, den Vorsprung auszubauen. Das eine Tor genügte den Westfalen jedoch, weil sie hinten letztlich nichts zu befürchten hatten und nun schon zum dritten Mal nacheinander ohne Gegentreffer blieben (Siehe auch: Bundesliga: Ergebnisse und Tabelle).

„Neun Punkte sind natürlich perfekt, auch wenn wir heute gemerkt haben, dass unsere Fitness langsam nachlässt, wir am Ende nicht mehr so ballsicher waren. Trotzdem Respekt für diese Leistung“, erklärte Schalkes Trainer Slomka. Sein Berliner Kollege Lucien Favre bilanzierte: „Schalke hat zunächst unheimlich vier Druck gemacht. Ich habe aber gespürt, dass das 1:1 möglich ist, leiden unterliefen uns zu viele Ballverluste. Wir müssen 90 Minuten gut spielen und nicht nur eine Halbzeit.“

Schalke 04 - Hertha BSC Berlin 1:0 (1:0)
Schalke:
Neuer - Rafinha, Westermann, Bordon, Pander (78. Kobiaschwili) - Ernst - Jones, Bajramovic - Rakitic (76. Azaouagh) - Kuranyi, Altintop (9. Lövenkrands). - Trainer: Slomka
Berlin: Drobny - Chahed, Friedrich, von Bergen, Fathi - Schmidt, Mineiro - Grahn (65. Andre Lima), Gilberto, Lucio (65. Ebert) - Pantelic (74. Okoronkwo). - Trainer: Favre
Schiedsrichter: Felix Brych (München)
Tor: 1:0 Rafinha (44., Foulelfmeter)
Zuschauer: 60.511
Gelbe Karten: Westermann - von Bergen, Mineiro

Quelle: F.A.Z.
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