10.12.2011 · Der FCA zwingt dem Favoriten aus Gladbach das eigene, physische Spiel auf. Weil Überheblichkeit bei der Borussia im Spiel ist, siegt der Aufsteiger.
Von Christian Eichler, AugsburgAus der Puppenkiste wird immer mehr Hexenkessel. Vor zwei Wochen erzielte der FC Augsburg gegen Wolfsburg seinen ersten Heimsieg in der Bundesliga, und am Samstag haben sie gleich so weitergemacht und Borussia Mönchengladbach 1:0 besiegt.
Vor 30.600 frenetisch feiernden Zuschauern in ihrer ausverkauften Arena schoss Jan-Ingwer Callsen-Bracker in der 51. Minute den Siegtreffer. Dabei war ein wenig Glück im Spiel, denn sein Freistoß wurde unhaltbar abgefälscht. Doch insgesamt war es ein hochverdienter Sieg des lauf- und kampfstarken Aufsteigers.
Während die Gladbacher nach gutem Start saft- und kraftlos die Chance ausließen, als Tabellenführer heimzufahren, schafften es die zupackenden Augsburger, den letzten Tabellenplatz an Freiburg abzugeben.
Nur in den ersten Minuten hatte es nicht gut ausgesehen für das Team des früheren Gladbacher Trainers Jos Luhukay. Nach nur 19 Sekunden schoss Raúl Bobadilla, der für den wegen eines Zehbruchs fehlenden Gladbacher Star Marco Reus spielte, aus guter Position über die Latte. Zwei Minuten später zwang Bobadilla aus 16 Metern Torwart Mohamed Ansif zu einer Glanzparade. Nach sechs Minuten konnte Ansif knapp vor dem durchstartenden Torben Marx retten.
Mit diesem Blitzstart schienen die Gladbacher an ihre spielerischen Glanzleistungen der letzten Wochen anknüpfen zu können. Doch schon bald kam Sand ins Getriebe ihrer Kombinationsmaschine. Ohne Reus fehlte die letzte Schnelligkeit und dazu auch die Präzision, etwa bei Mike Hankes kläglichem Abschluss übers Tor in der 21. Minute, der für über fünfzig Minuten die letzte Gladbacher Chance bleiben sollte.
Weil diese Defizite gepaart waren mit einem Hauch von Überheblichkeit des Favoriten, bekamen sie die Partie nicht mehr in den Griff. Mehr und mehr mussten sich die technisch bemühten Gladbacher das eher physische, zweikampfbetonte Spiel der Augsburger aufzwingen lassen und kamen dabei ins Straucheln - so als hätten sie vergessen, wie Abstiegskampf geht, eine Übung, die noch in der letzten Saison ihr eigenes Spiel bestimmt hatte.
Die Augsburger waren nah und hart am Mann, suchten nicht die gefällige Kombination, sondern den Gewinn von Zweikämpfen, von Freistößen und Eckbällen. Und sie setzten die Gladbacher mit ihrem Pressing ständig unter Druck. So zwangen sie den Gegner häufig zu Rückpassen, auch in der 30. Minute, als Jantzschke zurück zu Torwart Marc-André Ter Stegen schob.
Dem versprang beim Versuch, den auf ihn zulaufenden Tobias Werner auszuspielen - er rutschte weg, doch auch Werner verlor den Stand auf dem aufgeweichten Rasen, so konnte er diese goldene Gelegenheit nicht nutzen. Sie kam wieder - fünf Minuten nach der Pause, nach einem Foul von Dante, der 18 Meter vor dem Tor Sascha Mölders in den Rücken gesprungen war.
Den fälligen Freistoß aus zentraler Position schoss Callsen-Bracker halbhoch an den Körper von Bobadilla, von dem der Ball unhaltbar für den ins andere Eck fliegenden Ter Stegen ins Netz abgelenkt wurde. Mölders, dem der Ball in guter Position versprang (66.) und Oehrl, der im letzten Moment von Dante geblockt wurde (72.), vergaben die Chance, die Führung zu erhöhen.
Erst nach 73 Minuten tauchten die Gladbacher einmal wieder halbwegs gefährlich vor dem gegnerischen Tor auf. Doch der Schuss des eingewechselten Mathew Leckie war zu wenig, um Amsif in Schwierigkeiten zu bringen - und zu wenig, um für den Favoriten noch einen unverdienten Punktgewinn zu erzielen.
FC Augsburg: Amsif - Verhaegh, Callsen-Bracker, Sankoh, de Jong - Hosogai, Davids - Baier (85. Brinkmann), Oehrl (90.+1 Sinkala), Werner (78. Hain) - Mölders Bor.
Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dante, Daems - Marx (76. Otsu), Neustädter - Herrmann (70. Leckie), Arango - Hanke, Bobadilla (65. de Camargo)
Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart)
Zuschauer: 30.660 (ausverkauft)
Tor: 1:0 Callsen-Bracker (51.)
Gelbe Karten: Callsen-Bracker (5), Hosogai (3), Mölders (1) / Marx (2), de Camargo (2)
Die Saison 2011/2012
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| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |