Als es danach aussah, dass der FC St. Pauli eine ganz schwache erste Halbzeit vergessen lassen würde, kam der Gegner und schlug im Stile einer Spitzenmannschaft zu: Renato Augustos Treffer in der 81. Minute nach Rolfes feinem Pass sicherte Bayer 04 Leverkusen einen 1:0-Auswärtssieg, der die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes in engstem Kontakt zur Spitzengruppe belässt.
St. Pauli spielte lange Zeit schwach, war dann nach einer sehr guten zweiten Halbzeit dicht am Führungstor, bekam dann aber den unglücklichen Gegentreffer. Asamoahs Pfostenschuss aus der 79. Minute war die beste Chance des Spiels, doch davon konnte sich der Aufsteiger am Ende wenig kaufen: es war die vierte Niederlage in Folge - nach dem tollen Saisonstart rutscht der FC nun weiter in Richtung Abstiegsränge.
Leverkusen hingegen musste sich nach einer starken ersten Halbzeit ärgern, nur ein 0:0 mit in die Kabine zu nehmen, dann aber freuen, aus minimalen Chancen im zweiten Durchgang den goldenen Treffer durch Renato Augusto zu setzen.
„Wir hätten zur Halbzeit 2:0 oder 3:0 führen müssen“
Die Vorgabe Holger Stanislawskis war klar und deutlich: bissig sein, Zweikämpfe gewinnen, das Kombinationsspiel der Leverkusener unterbinden, und so irgendwie selbst in die Partie finden. Vom schönen Fußball der frühen Saisonphase ist der Aufsteiger derzeit ein gutes Stück entfernt, und nach zuletzt drei Niederlagen sollte der Weg zurück in die Erfolgsspur über Kampf und Einsatz gefunden werden.
Doch gegen die spielstarken und leichtfüßigen Leverkusener war der FC St. Pauli zunächst immer einen Schritt zu langsam. Leverkusen erhielt viel Zeit und Raum. Von der 30. Minute spielte Bayer wie aus einem Guss und hatte durch Barnetta und Sam vier große Tormöglichkeiten; vor allem Sams Schuss in der 41. Minute hätte beinahe die Führung für Bayer 04 bedeutet. Die folgte dann spät, aber immer noch rechtzeitig in der 81. Minute.
Der Leverkusener Trainer Heynckes zeigte sich deshalb umso erleichterter: „Wir hätten zur Halbzeit 2:0 oder 3:0 führen müssen, und wussten, dass es dann noch mal schwer wird. St. Pauli hat die Ärmel hochgekrempelt und hätte uns eiskalt erwischen können.“