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0:5 in Bremen Frankfurt gibt den Aufbaugegner

29.11.2008 ·  Werder Bremen hat sich in der Bundesliga den Frust aus der Champions League mit einem 5:0-Kantersieg von der Seele geschossen. Pizarro traf gleich dreifach. Frankfurt war vor allem in der Defensive völlig überfordert.

Von Sebastian Stiekel, Bremen
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Steilpass Torsten Frings. Hugo Almeida läuft zwei Frankfurtern davon. Er legt im richtigen Moment quer, und Claudio Pizarro schiebt den Ball ins Tor. So fiel schon nach zehn Minuten das erste Tor für Werder Bremen beim 5:0 gegen Eintracht Frankfurt. „Wir waren vom ersten Moment an im Spiel, hatten viele schöne Aktionen. Das hat Freude gemacht“, sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf.

Was seine Spieler auch taten, es ging für die Eintracht zu schnell. Die Bremer fanden zu altbekannter Spielfreude und Leichtfüßigkeit zurück und tanzten die Frankfurter nur so aus - das alles in einer Phase der Saison, in der man das der Mannschaft kaum zugetraut hatte. Denn zuvor hatte sie in dieser Woche geboten: ein bitteres 1:2 im Nordderby in Hamburg und ein peinliches Ausscheiden in der Champions League auf Zypern.

Bremer spielten den Frust weg

40.100 Zuschauer im Weserstadion hatten deshalb eine verunsicherte Elf befürchtet. Aber dann bot sie auf einmal wieder den Tempofußball, für den sie fünf Jahre lang stand in der Bundesliga. Pizarro traf zum 2:0 (20. Minute) und noch einmal nach der Pause (62.) - zum Glück für die Eintracht wurde der Peruaner kurz danach ausgewechselt. Diego per Strafstoß (44.) und Aaron Hunt (75.) gelangen die weiteren Treffer für Werder.

Für die Renaissance des Bremer Spiels gab es Gründe: Trainer Schaaf hatte schon am Vortag die Hoffnung geäußert, „dass bei uns ein Frust da ist, den man sich wegspielen will“. Genauso kam es. Die Frankfurter waren in ihrer Hasenfüßigkeit der ideale Aufbaugegner. Sie versuchten, sich in der eigene Hälfte einzuigeln, kombinierten dieses Vorhaben aber mit übergroßen Lücken in der Abwehr. „Wir haben auch in dieser Höhe verdient verloren“, sagte Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel. Für Frankfurt war es nach dem 0:4 in Dortmund vor zwei Wochen das nächste Auswärtsdebakel.

Die Bremer bleiben unberechenbar

Schließlich mag der interne Druck die Bremer Spieler angespornt haben, den Sportdirektor Klaus Allofs in dieser Woche erhöht hatte. Nach dem Champions-League-Aus gestand Allofs erstmals Versäumnisse bei der Zusammenstellung des Kaders ein. „Wir hatten vor der Saison den Eindruck, dass wir gut gerüstet sind. Das muss man jetzt vielleicht neu bewerten“, sagte er. Spieler wie Tosic, Sanogo oder Almeida stehen zur Disposition, Diego und Pizarro wird man vielleicht nicht mehr lange halten können. Die Mannschaft steht mehr denn je auf dem Prüfstand.

Entsprechend beschäftigt ist Allofs damit, aufkeimende Transfergerüchte zu dementieren. Sie drehen sich um naheliegende Namen wie Lukas Podolski und absurde wie Fatih Tekke aus St. Petersburg. Verbürgt ist nur das Interesse an Marko Marin. Aber den Mönchengladbacher jagt die halbe Liga - und er möchte eine internationale Perspektive. Ob Werder ihm die bieten kann, ist trotz des 5:0 gegen Frankfurt fraglich. Schon vor vier Wochen dachte man nach dem 5:1 gegen Hertha, dass sich die Bremer aus ihrer Krise geschossen hätten. Drei Tage danach verlor Werder 0:3 gegen Athen. Die Bremer bleiben in dieser Saison daher vor allem eines: unberechenbar.

Werder Bremen - Eintracht Frankfurt 5:0 (3:0)
Bremen: Vander - Fritz, Mertesacker, Naldo, Tosic - Baumann (80. Husejinovic) - Frings (73. Vranjes), Hunt - Diego - Hugo Almeida, Pizarro (67. Rosenberg)
Frankfurt: Pröll - Ochs, Russ, Bellaid, Köhler - Steinhöfer, Fink, Inamoto, Toski - Fenin, Liberopoulos
Schiedsrichter:
Helmut Fleischer (Sigmertshausen)
Tore: 1:0 Pizarro (11.), 2:0 Pizarro (20.), 3:0 Diego (44., Foulelfmeter), 4:0 Pizarro (62.), 5:0 Hunt (75.)
Zuschauer: 40.087
Gelbe Karten: Fritz (3) - Inamoto (3), Fenin (4)

Quelle: FAZ.NET
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