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0:4 gegen Stuttgart Eintracht im Abstiegsstrudel

17.02.2007 ·  Der VfB Stuttgart hat Eintracht Frankfurt eine Fußball-Lehrstunde erteilt. Das 0:4 gegen die Schwaben war für die Mannschaft von Friedhelm Funkel bereits das siebte Spiel hintereinander ohne Sieg.

Von Marc Heinrich, Frankfurt
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Die Serien haben gehalten. Der VfB Stuttgart hat sich durch seinen vierten Erfolg in Folge, dem 4:0 am Freitag bei Eintracht Frankfurt, endgültig in der Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga festgesetzt. Zumindest für 24 Stunden können die Schwaben den zweiten Tabellenplatz, der am Ende der Saison den Weg in die Champions League ebnen würde, ihr Eigen nennen.

Und mit den Hessen, die seit dem Ende der Winterpause bedenklich schwächeln, geht es weiter abwärts. Die deutliche Niederlage in der vorgezogenen Begegnung des 22. Spieltags vor eigenem Publikum war das siebte sieglose Spiel in Serie. Spätestens jetzt ist die Elf von Trainer Friedhelm Funkel endgültig in den Kampf um den Klassenverbleib verwickelt. Um ihn zu bestehen, wird sie sich in den kommenden Wochen gehörig steigern müssen (Siehe auch: Bundesliga: Ergebnisse und Tabelle).

„Wir gehen verdient als Verlierer vom Platz“, sagte einer der besseren Frankfurter Profis, Albert Streit, zum Spielverlauf. „Wie in den vergangenen Wochen haben wir einfach unsere Chancen nicht verwertet. Dann kriegt man schon einmal vier Stück bei so einem starken Gegner.“

4:0 bei Eintracht Frankfurt: Starker VfB Stuttgart schießt sich auf Platz zwei

Nach 103 Sekunden ist die Aufbruchstimmung weg

Der Abend in der Commerzbank-Arena hatte kaum begonnen, da war es um die vor Angriff von allen Frankfurter Beteiligten beschworene Aufbruchstimmung schon wieder geschehen. Nach nur 103 Sekunden gingen die Stuttgarter durch Roberto Hilbert in Führung. Er war sehenswert von seinen Vorarbeitern Mario Gomez und Cacau in Szene gesetzt worden und überwand aus sieben Metern den chancenlosen Torwart Oka Nikolov.

Vorausgegangen war dem schulbuchmäßigen Vorstoß ein fahrlässiger Abspielfehler des für den gesperrten Christoph Spycher ins Eintracht-Team gekommenen Mounir Chaftar. Es blieb nicht der letzte Lapsus des U21-Nationalspielers, dem seine Nervosität in seinem ersten Pflichtspiel des Jahres in jeder Aktion deutlich anzumerken war.

Gomez trifft schon zum 13. Mal in dieser Saison

Die Stuttgarter, spätestens durch den gelungenen Auftakt mit dem nötigen Selbstbewusstsein ausgestattet, störten den Gegner früh, setzten das Mittelfeld des Frankfurter schon in deren eigener Hälfte unter Druck - und die Störmanöver zeigten Wirkung. Im Spielaufbau der Eintracht, bei der sich Alexander Meier vergeblich in der Rolle der zentralen Kreativkraft mühte, kam in der ersten halben Stunde kaum eine gelungene Aktion zu Stande.

Nachdem der weit zurückgezogene Stürmer Naohiro Takahara vor dem eigenen Strafraum den Ball verlor, demonstrierte der Brasilianer Cacau über wie viel mehr an Gefühl er im Fuß verfügt als sein Landsmann Chris auf der anderen Seite: Mit der Hacke leitete der Vierundzwanzigjährige den Ball an den aufgerückten Thomas Hitzlsperger weiter - und das nächste Tor des VfB ein. Neu-Nationalspieler Gomez stand am Ende der Kombination völlig unbewacht im Frankfurter Strafraum und schob aus kurzer Distanz zum 2:0 ein (17. Minute). Es war bereits sein 13. Saisontor.

Funkel bringt zur Halbzeit zwei Offensivakteure

Funkels Mannen brauchten eine gehörige Verschnaufpause, um sich von den Nackenschlägen halbwegs zu erholen. Doch obwohl Meier (29.), Albert Streit (36.), Aleksandar Vasoski (37.) und Benjamin Huggel (43.) jeweils in aussichtsreicher Position vor Timo Hildebrand auftauchten, gelang ihnen der Anschlusstreffer gegen den glänzend parierenden Schlussmann nicht. Wesentlich effektiver gingen die lauffreudigen Stuttgarter dagegen mit den sich ihnen bietenden Möglichkeiten um.

Ludovic Magnin „tunnelte“ kurz vor dem Pausenpfiff den hektisch heranstürmenden Patrick Ochs unmittelbar vor der Eckfahne, und der Mexikaner Ricardo Osorio verwertete sein feines Zuspiel zum 3:0 (45.). Funkel reagierte auf den bedauernswerten Auftritt seiner Auswahl und brachte im zweiten Abschnitt mit Ioannis Amanatidis für Takahara und Christoph Preuß für den angeschlagenen Chris zwei Offensivakteure.

Schmähgesänge vom eigenen Anhang

Ein Schachzug, der sich zunächst auszuzeichnen schien. Amanatidis drehte in der 56. Minute schon jubelnd zur Fankurve ab, ehe er von Wolfgang Stark zurückgepfiffen wurde. Der Schiedsrichter verweigerte dem Tor wegen Abseits die Anerkennung. Was folgte, war die mustergültige Verwaltung des Vorsprungs durch eine junge aber spielerisch und taktisch reif wirkende Stuttgarter Mannschaft, die in der 79. Minute durch einen verwandelten Strafstoß von Hitzlsperger sogar noch auf 4:0 erhöhte.

Die unbedarft und weitgehend ohne Konzept anrennenden Frankfurter, die sich Schmähgesänge des eigenen Anhangs anhören mussten, fanden jedenfalls kein brauchbares Mittel mehr, um auch nur im Ansatz für so etwas wie Spannung zu sorgen.

Eintracht Frankfurt - VfB Stuttgart 0:4 (0:3)
Frankfurt:
Nikolov - Ochs, Kyrgiakos, Vasoski, Chaftar - Huggel, Chris (46. Preuß) - Thurk, Meier, Streit - Takahara (46. Amanatidis). - Trainer: Funkel
Stuttgart: Hildebrand - Tasci, Osorio, Delpierre, Magnin - Pardo - Hilbert, Hitzlsperger - da Silva (59. Farnerud) - Cacau (75. Streller), Gomez (80. Lauth). - Trainer: Veh
Schiedsrichter: Wolfgang Stark (Landshut)
Tore: 0:1 Hilbert (2.), 0:2 Gomez (16.), 0:3 Osorio (44.), 0:4 Hitzlsperger (78.)
Zuschauer: 46.000
Gelbe Karten: Preuß, Meier (2) - Pardo (5)
Besonderes Vorkommnis: Nikolov hält Foulelfmeter von Hitzlsperger (78.)

Quelle: F.A.Z.
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Jahrgang 1974, Sportredakteur.

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