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0:4 gegen Hoffenheim Der 1. FC Köln am Tiefpunkt

21.11.2009 ·  Es war ein Klassenunterschied, der zwischen Köln und Hoffenheim deutlich wurde: 1899 siegte bei den Rheinländern leicht und locker mit 4:0. Eduardo, Obasi, Ba und Ibisevic trafen. Und FC-Trainer Soldo gab Rätsel auf.

Von Gregor Derichs, Köln
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Nach einer Viertelstunde warf Lukas Podolski den Trauerflor zum Gedenken an seinen Hannoveraner Nationalmannschaftskollegen Robert Enke wütend über die Seitenauslinie. Der Nationalstürmer war frustriert, das schwarze Stoffband, das lose an seinem Arm baumelte, hatte ihn gestört. Der Tag war missraten, nicht nur für „Poldi“ in seinem 100. Pflichtspiel für den FC, vier Tage nachdem er beim 2:2 gegen die Elfenbeinküste beide Tore der deutschen Nationalelf erzielt hatte.

Bei der 0:4-Niederlage gegen 1899 Hoffenheim erreichten die Kölner am Samsatg einen Tiefpunkt in einer bisher äußerst bescheiden verlaufenen Saison. Im Duell der beiden Vorjahresaufsteiger zeigten die Badener ihrem Gegner die Grenzen auf. Carlos Eduardo (4.), Chinedu Obasi (11.), Demba Ba (46.) und Vedad Ibisevic mit einem Foulelfmeter (89.) schossen die Tore.

45.000 Zuschauer mussten bei der fünften Niederlage im siebten Saison-Heimspiel erkennen, dass der Gegner wenigstens eine Klasse besser war. Die Rheinländer wirkten lustlos. Die Niederlage hätte sogar höher ausfallen können, denn ein Strafstoß (Mohamad an Obasi) wurde von Schiedsrichter Felix Brych ebenso wenig gegeben wie eine Rote Karte für Maniche. Luiz Gustavo traf zudem den Pfosten (55.).

„Ich muss mich für die desolate Leistung bei den Fans entschuldigen“

Die Kölner wirkten apathisch, der fast bewegungslos vor der Trainerbank verharrende Trainer Zvonimir Soldo wollte mit dem blamablen Geschehen offenbar nichts zu tun haben. Seine Hilflosigkeit wurde deutlich, als er Miso Brecko, den Linksverteidiger, für Mittelfeldspieler Kevin Pezzoni auswechselte. Doch er gab zunächst keine taktische Anweisung, wie das Loch auf der linken Abwehrseite zu füllen wäre. Dann rückte Podolski nach hinten. Schließlich übernahm der offensive Mittelfeldspieler Fabrice Ehret die Aufgabe, Andreas Beck bei seinen Vorstößen zu stoppen. Phasenweise wirkte das Kölner Team, als würde es gegen Soldo spielen.

Milivoje Novakovic, den zweiten Slowenen neben Brecko, der sich am Mittwoch gegen Russland für die WM 2010 qualifiziert hatte, holte Soldo in der Halbzeit aus dem Team. Doch Köln blieb auch mit Wilfried Sanou harmlos. Das Publikum reagierte frustriert. Es pfiff die eigene Mannschaft aus, als sie in der ersten Halbzeit die vor Spielfreude sprühenden Kraichgauer zu einer Ballstafette von 25 Stationen kommen ließ. „Ich muss mich für die desolate Leistung bei den Fans entschuldigen“, sagte Soldo nach der Partie.

Vor allem Carlos Eduardo, der vorige Woche gegen England sein Debüt für Brasilien gegeben hatte, bot eine überragende Leistung. Unverständlich war auch das Verhalten der Kölner Fans, die Schmähgesänge gegen den Hoffenheimer Mäzen Dietmar Hopp anstimmten. Als der Stadionsprecher sie aufforderte, dies zu unterlassen, setzten sie die Beleidigungen noch intensiver fort.

1. FC Köln - 1899 Hoffenheim 0:4 (0:2)
Köln:
Mondragon - Schorch (79. McKenna), Geromel, Mohamad, Brecko (29. Pezzoni) - Petit - Maniche, Ehret - Freis, Podolski, Novakovic (46. Sanou). - Trainer: Soldo
Hoffenheim: Hildebrand - Beck, Simunic, Compper, Eichner - Carlos Eduardo (79. Weis), Luiz Gustavo, Salihovic - Maicosuel, Obasi (46. Ibisevic), Ba (68. Vukcevic). - Trainer: Rangnick
Schiedsrichter: Felix Brych (München)
Tore: 0:1 Carlos Eduardo (5.), 0:2 Obasi (11.), 0:3 Ba (46.), 0:4 Ibisevic (90., Foulelfmeter)
Zuschauer: 45.000
Gelbe Karten: Maniche (3), Podolski (5), Petit (5/1) -

Quelle: F.A.Z.
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