20.03.2010 · Die Bayern hatten die Steilvorlage geliefert, Bayer verstolperte am Samstagabend die große Chance, an den Münchnern in der Tabelle vorbeizuziehen. In Dortmund verlor Leverkusen mit 0:3. Mann des Abends bei der Borussia war Barrios.
Von Richard Leipold, DortmundBayer Leverkusen vermochte den Steilpass aus Frankfurt nicht zu nutzen. Nach der Niederlage des FC Bayern gegen die Eintracht besaß der Bundesliga-Dritte die Chance, mit einem Sieg in Dortmund die Tabellenspitze zu erklimmen. Danach hatte es 45 Minuten auch ausgesehen. Doch Torhüter Roman Weidenfeller hatte die Heimelf im Spiel gehalten. Dank einer beeindruckenden Steigerung im zweiten Durchgang festigten die Dortmunder beim 3:0 über Bayer ihren vierten Platz - und sicherten Bayern München, mindestens bis Sonntagabend, die Spitzenposition.
„Wir sind nach der Pause rausgekommen, wirkten ganz anders, waren präsenter. Wir haben heute auch Glück gehabt, das hat die Mannschaft sich aber auch verdient. Da muss ich den Hut ziehen“, sagte der Dortmunder Trainer Jürgen Klopp. Einem anderen Spitzenplatz nähert sich Lucas Barrios. Der Borussia-Stürmer erzielte zwei Treffer (50./60. Minute) und liegt nur noch um ein Tor schlechter als Stefan Kießling von Bayer Leverkusen. Den dritten Treffer steuerte Einwechselspieler Dimitar Rangelow bei (87.).
Vor der Partie hatte Klopp Bayer Leverkusen als die Mannschaft gewürdigt, die unabhängig vom Tabellenstand die größte Qualität besitze. Bayern München habe die besseren Einzelspieler und Schalke mehr Glück, als Ganzes aber habe das Leverkusener Fußballwerk bisher den stärksten Eindruck hinterlassen. „Dieses Team spielt den besten Fußball über den längsten Zeitraum und hat von allen Klubs da oben am meisten zu bieten“, so Klopp. Prompt machten sich die Leverkusener daran, diesen Worten eigene Taten folgen zu lassen.
Rene Adler muss zunächst keinen Torschuss entschärfen
In der ersten Hälfte traten sie dominant auf und erarbeiteten sich vier gute Torchancen. Doch im Abschluss fehlte ihnen der letzte Kick. Das lag auch an Roman Weidenfeller. Zweimal stand der aufmerksame und reaktionsstarke Dortmunder Torwart Stefan Kießling im Wege, dazu parierte er einen gefährlichen Kopfball von Derdiyok. Als dieser nach Vorarbeit des Mittelfeldstrategen Renato Augusto zum Schuss kam, wäre auch Weidenfeller ohne Abwehrchance gewesen. Doch der Bayer-Stürmer traf nur den Pfosten.
Die Dortmunder bemühten sich nach Kräften, den Leverkusener Vorwärtsdrang einzudämmen, waren damit in der ersten Hälfte aber voll ausgelastet. Sie waren so stark mit der Gefahrenabwehr beschäftigt, als dass sie ihre eigenen Angriffe wirksam hätten vorantreiben können. Die Leverkusener Abwehr war wenig gefordert, und Nationaltorwart Adler brauchte in der ersten Halbzeit keinen Torschuss zu entschärfen. Bis dahin hatte nichts auf einen Dortmunder Treffer hingedeutet. Klopp wirkte zusehends erbost. So hatte er sich den Spielverlauf, bei allem Respekt vor Leverkusen, nicht vorgestellt.
In der Pause muss er seinen Gefolgsleuten eindringlich klargemacht haben, dass es so nicht weitergehen könne. Zwar schickte er seine Elf in unveränderter Besetzung aufs Feld, zumal es ihm angesichts zahlreicher Ausfälle an vielversprechendem Personal auf der Ersatzbank fehlte. Aber dieselben Dortmunder Spieler, die zuvor überfordert wirkten, zeigten sich wie ausgewechselt, legten beherzt den Vorwärtsgang ein.
Heynckes: „Wir hatten dann nicht mehr die Überzeugung“
Innerhalb von zehn Minuten zeigte Lucas Barrios zweimal die Qualität eines kaltblütigen Vollstreckers, ehe er in der 73. Minute Platz für Dimitar Rangelow machte, der den Auftritt für Bayer mit dem dritten Treffer zu einem kleinen Debakel machte. Von der anfänglichen Leverkusener Herrlichkeit war längst nichts mehr zu sehen; die Souveränität, die Bayer vorher ausgezeichnet hatte, kam den Rheinländern vollkommen abhanden.
Die aggressive und robuste Spielweise der Dortmunder Verwandlungskünstler behagte ihnen überhaupt nicht. Entsprechend enttäuscht war der Leverkusener Trainer Jupp Heynckes: „Wenn man so überlegen spielt wie wir in der ersten Halbzeit, muss man wenigstens 2:0 in Führung gehen. Wir hatten dann nicht mehr die Überzeugung, dass wir das Spiel noch drehen könnten.“
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 22 | 33 | 49 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 22 | 23 | 46 | ![]() |
| 3. | ![]() |
Bayern München | 22 | 35 | 45 | ![]() |
| 4. | ![]() |
FC Schalke 04 | 22 | 22 | 44 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Werder Bremen | 22 | 1 | 36 | ![]() |
| 6. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 22 | 3 | 34 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 21 | -2 | 31 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 22 | -15 | 27 | ![]() |
| 9. | ![]() |
VfB Stuttgart | 21 | 3 | 26 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 22 | -2 | 26 | ![]() |
| 11. | ![]() |
Hamburger SV | 22 | -10 | 26 | ![]() |
| 12. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 22 | -11 | 25 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 22 | -6 | 24 | ![]() |
| 14. | ![]() |
1. FC Köln | 22 | -13 | 24 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hertha BSC | 22 | -12 | 20 | ![]() |
| 16. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 22 | -12 | 18 | ![]() |
| 17. | ![]() |
FC Augsburg | 22 | -17 | 18 | ![]() |
| 18. | ![]() |
SC Freiburg | 22 | -20 | 18 | ![]() |