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0:3 gegen Mainz : Fürther Katastrophe

Ich war’s: Szalai (rechts) markiert das Mainzer Führungstor gegen Fürth, Ivanschitz begleitet ihn Bild: dpa

Der Mainzer Torjäger Adam Szalai trifft doppelt und hat nun ebenso viele Tore geschossen wie die gesamte Fürther Mannschaft zusammen: elf. Dafür muss er nun einen Besuch seiner Familie absagen. Fürth ist derweil auf dem direkten Weg zurück in die Zweite Liga.

          In der Vergangenheit war Fürth für Mainz 05 einmal ein höchst unangenehmes Reiseziel. Dafür hätten die Gastgeber am Samstag nicht einmal per Anzeigetafel an einen 8:0-Sieg der Kleeblätter beim ersten Aufeinandertreffen im Jahr 1927 erinnern müssen. Vielmehr glauben die Mainzer seit gemeinsamen Zweitligajahren schon lange an einen wahrhaftigen Fürth-Fluch, weil sie mehr als ein Jahrzehnt lang und fast 20 Spiele in Serie bis zum ersten Sieg im Jahr 2009 warten mussten.

          Beim 3:0-Auswärtssieg nach zwei Treffern von Torjäger Adam Szalai (53. und  83.) sowie dem ersten Bundesligator von Yunus Malli (66.) gewannen die Rheinhessen nun aber ganz ohne böses Omen souverän und auch in der Höhe verdient und festigten ihren Platz in den Europapokalrängen.

          Fürth ohne Kampfgeist

          „Ein 3:0 auswärts bleibt für uns immer etwas Besonderes“, sagte Trainer Thomas Tuchel. „Wir haben es geschafft, uns auf unsere eigene Leistung zu konzentrieren und die Rahmenbedingungen auszublenden.“ Damit meinte der Trainer weniger den vermeintlichen Fürth-Fluch, sondern vielmehr die Ausgangslage für den Gegner. Die Fürther, die ihren bislang einzigen Bundesligasieg der Vereinsgeschichte im Hinspiel in Mainz errungen hatten, riefen das Duell mit Mainz zum Auftakt einer Aufholjagd aus, die den Tabellenletzten noch wenigstens auf den Relegationsplatz führen soll.

          Den großen Worten ließen die im eigenen Stadion auf Konter lauernden Franken freilich keine Taten folgen. Stattdessen fügten sie sich nach einigen entscheidenden und harten Zweikämpfen, die die konzentrierten Mainzer für sich entschieden, in ihr Schicksal. „Wir haben zweieinhalb Jahre darauf hingearbeitet, Bundesliga erleben und fühlen zu dürfen, um dann heute in einem Spiel mit dieser Bedeutung die zweite Halbzeit 0:3 zu verlieren“, sagte Fürths Trainer Mike Büskens desillusioniert.

          Statt leidenschaftlichem Abstiegskampf des Schlusslichts sahen die nur 14.000 Zuschauer einen abgeklärten und dominanten Auftritt der Rheinhessen. Auf die erste echte Torchance mussten sie freilich bis zur 53. Minute warten. Adam Szalai nutzte die Gelegenheit umgehend im Nachschuss, nachdem der Fürther Torhüter Hesl einen ersten Torschussversuch von Andreas Ivanschitz noch abwehren konnte. Beim 2:0 in der 66. Minute war Yunus Malli per Abstauber der Nutznießer, nachdem Szalai bei seinem Schuss noch die Genauigkeit fehlte.

          Malli auf ungewohnter Position

          Malli krönte mit seinem ersten Bundesligator eine akzeptable Leistung auf ungewohnter Position. Der 20 Jahre alte Deutsch-Türke, nach Worten von Trainer Tuchel eher für die etwas offensivere Halbposition in einer Mittelfeldraute prädestiniert, war als „Sechser“ ins Spiel gegangen, weil sein Team auf dieser Position vorübergehend mit einem personellen Engpass zu agieren hatte. Am Freitag hatte Eugen Polanski den Klub wegen eines deutlich besseren Gehaltsangebots der TSG Hoffenheim auf eigenen Wunsch und nach Überweisung einer Ablösesumme von wohl mindestens drei Millionen Euro verlassen dürfen.

          Der nahezu zeitgleich vom belgischen Erstligaklub FC Brügge verpflichtete dänische Nationalspieler Niki Zimling war indes am Samstag noch nicht für die „05er“ spielberechtigt. Er war in Fürth zwar als Zuschauer anwesend, stand aber nicht als Ersatz für den noch wegen einer Zerrung verhinderten Elkin Soto zur Verfügung. „Ich habe die Position in der Vorbereitung in allen Testspielen gespielt“, sagte Malli . „Wenn ich der Mannschaft da helfen kann, dann mache ich das sehr gerne.“

          Szalai fehlt gegen Bayern

          Ein Wermutstropfen für die Mainzer war derweil die fünfe Gelbe Karte für Adam Szalai, der nach einem Pass von Marcel Risse per Lupfer den Endstand erzielte Schiedsrichter Marco Fritz bestrafte den ungarischen Fußballer des Jahres für eine vermeintliche Schwalbe im Strafraum. „Das kotzt mich an, weil mein Gegenspieler mich berührt hat“, sagte Szalai, der allerdings wie gewohnt sehr theatralisch zu Boden ging. Der bereist elfmal und somit genauso oft wie die gesamte Fürther Mannschaft erfolgreiche Torjäger verpasst nun nicht nur das Top-Spiel gegen Bayern München am kommenden Samstag. „Ich hatte auch schon Karten besorgt für meine ganze Familie, die mich sehen wollte“, sagte Szalai. Den Besuch seiner in Budapest beheimateten Verwandten will er nun absagen.

          SpVgg Greuther Fürth - FSV Mainz 05 0:3 (0:0)

          SpVgg Greuther Fürth: Hesl - Zimmermann, Kleine, Mavraj, Baba - Pekovic, Fürstner - Stieber (69. Park), Zillner (70. Asamoah), Sararer - Nöthe (46. Djurdic)
          FSV Mainz 05: Wetklo - Pospech, Svensson, Noveski, Júnior Díaz - Baumgartlinger, Malli (85. Ede) - Nicolai Müller, Ivanschitz (68. Kirchhoff), Caligiuri (46. Risse) - Szalai
          Schiedsrichter: Fritz (Korb)
          Zuschauer: 14 425
          Tore: 0:1 Szalai (53.), 0:2 Malli (65.), 0:3 Szalai (84.)
          Gelbe Karten: Fürstner (5) / Malli (1), Nicolai Müller (4), Szalai (5)

          Quelle: FAZ.NET

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