Felix Magath ist in Gelsenkirchen kein besonders gern gesehener Gast. Am Samstag machte dem Trainer des VfL Wolfsburg das Wiedersehen mit seinem früheren Arbeitgeber Schalke 04 besonders wenig Freude. Beim 0:3 in der Gelsenkirchener Arena sah Magath seine Elf hoffnungslos unterlegen.
Der VfL trat auf wie ein Sparringspartner, der Schalke nach der jüngsten Enttäuschung in der Champions League wieder aufbaute. Jefferson Farfan, Magaths schärfster Kritiker unter den Königsblauen, wies seiner Elf mit dem Führungstor den Weg (33. Minute). Ibrahim Afellay (47.) und Roman Neustädter (58.) legten nach.
Während Schalke sich in der Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga behauptete, wurden die Wolfsburger mit einem völlig missratenen Auftritt ihrem vorletzten Tabellenplatz vollauf gerecht. Nach einigen durchwachsenen Leistungen wusste Schalke anfangs abermals nicht zu überzeugen.
Immerhin erfüllte die Mannschaft ihre Pflicht in der ersten Hälfte effektiv. Eine gute Chance genügte den Königsblauen, um in Führung zu gehen. Farfan bereitete es sicher viel Vergnügen, seinen früheren Trainer auch auf sportliche Art zu ärgern.
Vor der Partie hatte er Magath abermals hart kritisiert. „Seine militärischen Methoden sind unschön. Sie sind menschlich fragwürdig. Alle Trainer, die auf Schalke in den vergangenen Jahren waren, haben dem Verein etwas gebracht. Der einzige Trainer, der nichts Positives hinterlassen hat, ist Felix Magath“, behauptete Farfan.
Nach gut einer halben Stunde ließ Farfan seinen Worten eine Tat folgen. Unbehelligt von der Wolfsburger Abwehr verwertete er die Vorarbeit von Christian Fuchs mit einem Flugkopfball zum 1:0. Bis dahin hatte Schalke die Geduld der eigenen Fans strapaziert - und zweimal auch deren Nerven.
Während die Wolfsburger bei ihren Vorstößen harmlos wirkten, brachte die Heimelf sich selbst in Bedrängnis. Zunächst ließ Torwart Lars Unnerstall einen Rückpass über den Fuß rutschen, konnte die Kugel aber vor der Torlinie noch unter Kontrolle bringen. Später wäre der Schuss fast für Benedikt Höwedes nach hinten losgegangen. Bei dem Versuch, seinem Torhüter Arbeit abzunehmen, beförderte der Kapitän die Kugel nur knapp neben den Pfosten.
Im zweiten Durchgang ließen die Schalker ihren Anhang nicht lange auf das nächste Erfolgserlebnis warten. Fünfzig Sekunden nach dem Seitenwechsel Afellay einen Steilpass von Holtby dankbar an und baute mit seinem ersten Bundesligator den Vorsprung aus.
Wieder führte Schalke - 2:0 wie zuletzt in Düsseldorf und in der Champions League gegen Montpellier (2:1). In beiden Spielen war es den Gelsenkirchenern nicht gelungen, das Zwischenergebnis als Basis für einen vollen Erfolg zu nutzen; am Ende blieben nur jeweils ein Punkt (2:2) und eine Menge Verdruss.
Diesmal aber zeigten die Schalker sich in der zweiten Halbzeit von ihrer besseren Seite. Sie beherrschten den Gegner nach Belieben und bauten den Vorsprung weiter aus. Auch Neustädter, der solide Facharbeiter aus dem defensiven Mittelfeld, erzielte sein erstes Tor für seinen neuen Klub. Es boten sich noch weitere Möglichkeiten, aber Huntelaar traf nur den Pfosten, und VfL-Torhüter Benaglio verhinderte (noch) Schlimmeres.
FC Schalke 04: Unnerstall - Uchida, Höwedes, Matip, Fuchs (76. Kolasinac) - Höger, Neustädter - Farfán, Holtby (87. Barnetta), Afellay (73. Obasi) - Huntelaar
VfL Wolfsburg: Benaglio - Fagner, Naldo, Pogatetz (52. Olic), Rodriguez - Josué, Knoche - Diego, Vieirinha (71. Felipe Lopes), Schäfer (52. Hasani) - Lakic
Schiedsrichter: Sippel (München)
Zuschauer: 60.671
Tore: 1:0 Farfán (33.), 2:0 Afellay (46.), 3:0 Neustädter (58.)
Gelbe Karten: Afellay (1) / -
Wie wiederholt gesagt ...
Gerhard Grell (EchtGrell)
- 08.10.2012, 11:43 Uhr
Die Rückkehr Magaths...
Thomas Kobler (ThomasKobler)
- 07.10.2012, 13:11 Uhr