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Dienstag, 18. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

0:2 in Mönchengladbach Frankfurt enttäuscht, Spycher verletzt

 ·  Mit dem 0:2 in Mönchengladbach reißt für Eintracht Frankfurt nach zuletzt drei Siegen nicht nur die kleine Erfolgsserie. Die Frankfurter Hoffnungen auf Rang sechs und damit auf die europäische Bühne werden stark gedämpft.

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Die Serie ist gerissen. Nach zuletzt drei Siegen hintereinander hat die Frankfurter Eintracht in der Fußball-Bundesliga wieder einmal verloren. 0:2 hieß es am Freitagabend im Mönchengladbacher Borussia-Park. Marco Reus (6. Spielminute) ebnete früh mit seinem Kopfballtreffer den Weg für den Heimsieg der Gladbacher, Bonfim Dante sorgte gleichfalls mit Köpfchen nach dem Wechsel für die Entscheidung (56.).

Die Eintracht verpasste es damit, im Vierkampf um Platz sechs vorzulegen. Trainer Michael Skibbe hatte sich vorgenommen, zumindest für einen Tag mit seiner Mannschaft von Tabellenplatz acht auf die lukrative Position zu rücken, die nach Saisonschluss höchstwahrscheinlich für Spiele auf europäischer Bühne berechtigt. Doch anders als bei den vorangegangenen Siegen gegen Bayern, Bochum und Leverkusen ließ es die Eintracht bei ihrer Prüfung in Gladbach an vielen positiven Tugenden missen. „Was uns die letzten drei Spiele ausgezeichnet hat, vorne Pressing spielen, schnell spielen, den Gegner zu Fehler zwingen, das hat uns heute gefehlt. Mit Alleingängen klappt das nicht. Ich dachte, wir wären gefestigter“, sagte der Frankfurter Patrick Ochs, „ich weiß nicht, warum das nicht geklappt hat. Wir haben verdient verloren.“

Es fehlte an Durchschlagskraft

Es dauerte nur sechs Minuten, dann stand es schon 1:0 für die Borussia. Karim Matmour hatte sich auf der rechten Seite mit Köpfchen durchgesetzt, Raul Bobadilla überlistete Eintracht-Torhüter Oka Nikolov mit einem Heber - und Reus erzielte aus abseitsverdächtiger Position die Führung für die Gladbacher. Der Tiefschlag für die Hessen kam früh, und die zuletzt so erfolgreiche Mannschaft von Trainer Skibbe fand in der Folge kein rechtes Mittel, um sich offensiv in Szene zu setzen.

Einzig ein Linksschuss von Benjamin Köhler, den Logan Bailly zur Ecke klärte (8.): Mehr war von der harmlosen Eintracht bis zur Pause nicht zu sehen. Halil Altintop blieb ebenso wirkungslos wie die beiden Außen Ümit Korkmaz (zunächst auf rechts, von der 34. Minute dann an auf der linken Seite) und Benjamin Köhler. Und auch Caio, zuletzt zweimaliger Torschütze bei den Siegen in Bochum und gegen Leverkusen, erwischte einen schwachen Tag.

Spycher fällt nach Bänderanriss wochenlang aus

Pech zudem für die Frankfurter: Kapitän Christoph Spycher, nach längerer Verletzungspause erstmals wieder in der Startelf, musste schon nach 34 Minuten seinen Dienst quittieren. In der 19. Minute hatte er sich ohne gegnerische Einwirkung das linke Knie verdreht. Eine Viertelstunde hielt der Schweizer durch, dann musste er vom Platz. Nach Vereinsangaben vom Samstag muss der Schweizer wegen eines „Teilrisses des
linken Innenbandes im Kniegelenk“ vier bis sechs Wochen pausieren; die Saison scheint damit beendet - und die WM-Teilnahme gefährdet. „Ich muss das erstmal verdauen, aber ich werde den Kopf nicht hängen lassen“, wurde Spycher in einer Pressemitteilung zitiert.

Skibbe brachte für den Schweizer Marcel Heller, der sofort auf die rechte Außenposition rückte. Köhler übernahm Spychers Verteidigerposten, Korkmaz durfte auf seiner bevorzugten linken Außenbahn dribbeln. Allein: Der Eintracht fehlte es komplett an Durchschlagskraft. So hätte die Borussia erhöhen können, doch Nikolov parierte erst einen Schuss von Bobadilla (25.) und zeigte zudem seine Klasse bei einem Freistoß von Michael Bradley (35.).

„Wir können froh sein, dass wir nur 0:2 verloren haben“

Ein Heimsieg der Borussia gegen die Eintracht: Das hatte es zuletzt in der Saison 2005/2006 gegeben. Damals hieß es in einem mitreißenden Spiel 4:3. Von derartiger Klasse war diesmal vor allem von Frankfurter Seite wenig zu sehen. Dennoch genügte der Mannschaft von Trainer Michael Frontzeck eine kämpferische Leistung, um die Eintracht entscheidend auf Distanz zu halten. In der zweiten Halbzeit gelang der Borussia noch das 2:0 durch Dante - und der Eintracht nichts mehr. Nach einem Fehler von Ochs hätte Bobadilla sogar auf 3:0 erhöhen müssen, doch Köhler klärte vor der Linie (60.). Zu diesem Zeitpunkt war Martin Fenin schon für den schwachen Selim Teber in die Partie gekommen. Doch auch der Tscheche vermochte dem Frankfurter Angriffsspiel keinen Schwung zu geben.

Und Torwart Nikolov musste sich von Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer noch die Gelbe Karte zeigen lassen. Nach einer beiderseitigen Attacke von Nikolov und Bobadilla jenseits der Strafraumgrenze sah sich der Eintracht-Routinier unfair angegangen. Lautstark protestierte er - und wurde zu Recht verwarnt (67.). Neun Minuten später bot sich Altintop die einzige gute Frankfurter Chance, ein Tor zu erzielen. Doch der Deutsch-Türke vergab freistehend aus sieben Metern. Auch der immerhin einmal erfolgreiche Reus verpasste es, Nikolov ein weiteres Mal zu überwinden. Zweimal scheiterte er kläglich (77. und 80.). „Wir können froh sein, dass wir nur 0:2 verloren haben“, sagte Trainer Michael Skibbe. Den 46.000 Zuschauern im stimmungsvollen Borussia-Park war es egal, dass die Borussia nicht nachlegte. Lautstark sangen sie „Nie mehr zweite Liga.“ Die Gladbacher werden erstklassig bleiben, und die Eintracht nach diesem Tiefschlag wohl nur noch geringe Chancen im Kampf um Platz sechs haben.

Borussia Mönchengladbach - Eintracht Frankfurt 2:0 (1:0)
Mönchengladbach: Bailly - Levels, Brouwers, Dante, Daems - Bradley, Marx - Reus (84. Herrmann), Arango - Matmour (88. Kleine), Bobadilla (89. Colautti)
Frankfurt: Nikolov - Ochs, Chris, Russ, Spycher (33. Heller) - Meier, Teber (59. Fenin) - Korkmaz, Köhler - Caio, Altintop (88. Tsoumou)
Tore: 1:0 Reus (6.), 2:0 Dante (55.)
Zuschauer: 48.553
Schiedsrichter: Thorsten Kinhöfer (Herne)
Gelbe Karten: - Köhler (2), Fenin, Chris (5/1), Nikolov

Quelle: F.A.Z.
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Jahrgang 1961, Sportredakteur.

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