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0:2 in Mainz Leverkusen besiegt sich selbst

 ·  Aus im DFB-Pokal, Niederlage zum Bundesliga-Auftakt: Leverkusen bleibt in den Startlöchern stecken. In Mainz verliert Bayer mit 0:2. Allagui trifft für den FSV, ein Eigentor von Toprak macht die Leverkusener Niederlage perfekt.

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Krise? Welche Krise? Der 1. FSV Mainz 05 hat pünktlich zum Beginn der Bundesligasaison Fahrt aufgenommen und die Enttäuschung aus dem Scheitern aller internationalen Hoffnungen vergessen gemacht. 2:0 durch einen Treffer des starken Allagui (32. Minute) und ein Eigentor durch Toprak (86.) besiegten die Rheinhessen am Sonntagnachmittag vor 34.000 begeisterten Zuschauern in ihrem neuen Stadion den Meisterschaftskandidaten Bayer 04 Leverkusen verdientermaßen.

Während der Gewinner mit seinem physisch robusten, aber auch genügend spielerischer Klasse an bessere Zeiten aus der vorigen Spielzeit erinnerten, müssen die Rheinländer noch in die Saison finden. Sie wirkten in Mainz über weite Strecken blockiert und leidenschaftslos.

Rückschläge aufarbeiten: Das war für beide das Gebot, nachdem die Mainzer in Medias, das ist in Siebenbürgen, schon an der ersten Qualifikationshürde zur Europa League und die Leverkusener schon in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokalwettbewerbs gescheitert waren. Rückkehrer bremsen: Diese schwere Aufgabe mussten die Rheinhessen lösen, denn der für zehn Millionen Euro an Bayer verkaufte und von den 05-Fans überaus herzlich begrüßte Nationalspieler André Schürrle war gleich zum ersten Bundesligaspiel in der neuen Mainzer Arena auf Stippvisite in der alten Heimat.

Torwart Giefer schießt den Bock des Tages

Rücksicht nehmen: Robin Dutt, der vom SC Freiburg gekommene neue Trainer der rheinischen Meisterschaftsmitfavoriten, setzte zwar den ehemaligen Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack erwartungsgemäß auf die Bank, ließ aber vorher keine Gelegenheit aus, den 34 Jahre alten Sachsen vor seiner vermutlich letzten Bundesligasaison als unentbehrliche Größe seines Teams zu loben.

Erste Erkenntnis eines intensiven Duells: Die Mainzer zeigten sich, leidenschaftlich angefeuert von ihren Fans, unbeeindruckt von ihrem doch etwas peinlichen internationalen Ausscheidens gegen ein drittklassiges Team. Sie machten am Sonntag das Spiel, sie setzten Bayer unter Druck, und sie schossen auch das Tor vor dem Wechsel. Dazu gehörte allerdings auch ein gegnerischer Torwart, der im Sinne der Mainzer mitspielte.

Beging am vorigen Wochenende beim Pokal-Aus in Dresden der aus Duisburg geholte Yelldell ein paar Patzer zu viel, leistete sich diesmal der 21 Jahre alte Giefer den Bock des Tages. Aus einer Rückgabe von Reinartz machte er das Schlechteste, passte den Ball statt zu einem Mitspieler dem Mainzer Stürmer Allagui auf den Fuß, und der nutzte seine Chance aus spitzem Winkel zum 1:0 (32. Minute). Bayer Leverkusen hat nach dem langfristigen Ausfall von Nationaltorwart René Adler (Operation an der Patellasehne) ein veritables Torhüterproblem - und das in dem Moment, da es ernst wird in der Meisterschaft und der Champions League. Der Werksklub wird auf dieser Position wohl noch einmal nachbessern müssen.

Viel fällt den Leverkusenern nicht ein

Die Halbzeitführung für Mainz 05 indes hatte sich die Mannschaft des temperamentvoll dirigierenden Trainers Thomas Tuchel ob ihres stärkeren Tatendrangs verdient; Bayer, auch der erkennbar gehemmte Schürrle, war dagegen zu passiv und überzeugte nur bei Standardsituationen. Nach einem Freistoß von Kadlec besaß Leverkusen seine größte Chance, als der Mainzer Schlussmann Müller Reinartz' Kopfball glänzend parierte.

Die Rheinhessen haben, das war am Sonntag unübersehbar, kein Torwartproblem. Sie legten spielerisch sogar noch zu und trauten sich nach dem Wechsel auch verstärkt in Eins-gegen-Eins-Situationen. Allagui ließ die große Gelegenheit zum 2:0 vom Fuß springen, als ihn Risse vorzüglich freigespielt hatte (58.). So aber behielt Bayer seine Chance zum Ausgleich oder zur Wende. Viel fiel Dutts Spielern allerdings nicht ein.

Bayer schießt ein Tor - für Mainz

Auch die Umstellung von einem 4-2-3-1- auf ein 4-1-4-1-System Brachte fruchtete zunächst wenig. Jörgensen, für Kapitän Rolfes gekommen (59.) spielte nun links, Sam rechts sowie Schürrle und Augusto im inneren Mittelfeld. Ballack schaute bis zum Schluss von der Bank aus zu, wie Bayer versuchte, vom Reißbrettfußball weg und damit hin zu mitreißendem Fußball zu kommen. Es blieb meist beim Versuch, da die passionierten Mainzer weiter die besseren Gelegenheiten besaßen.

Nun aber zeigte Giefer sein Talent und parierte die Schüsse von Ivanschitz (61.) und Allagui (73.) prächtig. Bayer aber hielt noch einmal dagegen, besaß durch Derdiyok, den Schürrle freigespielt hatte, seine beste Chance - die Polanski kurz vor der Torlinie zunichte machte (77.). Mehr war nicht drin für Leverkusen, das trotzdem noch ein Tor selbst schoss - durch Toprak (86.), der einen der schönsten Mainzer Angriffe formvollendet zum Endstand von 2:0 vollendete.

FSV Mainz 05 - Bayer Leverkusen 2:0 (1:0)
FSV Mainz 05:
Heinz Müller - Pospech, Svensson (46. Bungert), Noveski, Caligiuri - Polanski, Soto - Risse, Ivanschitz (90. Kirchhoff), Stieber (71. Choupo-Moting) - Allagui
Bayer Leverkusen: Giefer - Schwaab, Toprak, Reinartz, Kadlec - Bender, Rolfes (60. Jørgensen) - Sam, Renato Augusto (83. Kießling), Schürrle - Derdiyok
Schiedsrichter: Weiner (Giesen)
Zuschauer: 32.443
Tore: 1:0 Allagui (32.), 2:0 Toprak (86./Eigentor)
Gelbe Karten: Bungert (1), Polanski (1), Svensson (1) / Renato Augusto (1)

Quelle: FAZ.NET
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