27.08.2010 · Der schmale Grat zwischen Arroganz und Dominanz wird dem FC Bayern zum Verhängnis. Der Meister agiert in Kaiserslautern meist überlegen und verliert dennoch 0:2. Die Treffer fallen innerhalb von 66 Sekunden.
Von Peter Penders, KaiserslauternEigentlich war bis zu dieser 36. Minute im Fritz-Walter-Stadion ja fast alles so gelaufen, wie man es hatte erwarten dürfen, wenn der Rekordmeister aus München beim Aufsteiger in Kaiserslautern antritt. Schließlich sind die Zeiten, als der FC Bayern München mit Bammel zum Betzenberg fuhr, lange vorbei, und diese alten Geschichten über die Probleme ihrer Vorgänger kennen die aktuellen Bayern-Stars höchstens vom Hörensagen. Die Münchner, mit dem wieder genesenen Ivica Olic in der Robben-Rolle als Rechtsaußen, hatten die Dominanz in dieser Partie, sie kontrollierten scheinbar alles, und irgendwann würde aus dieser Überlegenheit auch ein Tor fallen.
Der Grat zwischen Dominanz und Arroganz ist allerdings recht schmal, und die paar warnenden Anzeichen, dass da möglicherweise Ungemach lauerte, hatten die Münchner großzügig übersehen. Adam Nemec etwa war in der elften Minute nach einer Kopfballverlängerung ganz überraschend eine große Chance auf den Fuß gefallen, aber der Slowake schien selbst irritiert zu sein, wie unbedrängt er da im Münchner Strafraum den Ball hatte annehmen dürfen und vertändelte ihn.
Auf der Gegenseite hätte Thomas Müller das Münchner Selbstverständnis mit einem Treffer unterlegen können oder besser müssen, als er nach 25 Minuten völlig allein vor Tobias Sippel auftauchte. Der Jungstar der WM aber leistete sich gleich zwei Fehler auf einmal: Zum einen schoss er den Ball um ein paar Zentimeter am Pfosten vorbei, zum anderen übersah er die mitgelaufenen Miroslav Klose und Ivica Olic, die beide mit dem Ball ins Tor der Pfälzer hätten spazieren können.
Betzenberg bebt vor Begeisterung
Auch danach waren die Münchner in ihrem Trott geblieben, hatten ein paar Schwächen in der Abstimmung bei gegnerischen Eckbällen gezeigt, und manches wirkte so, als wollten sie ihren blütenweißen Dress bloß nicht mit Grasflecken beschmutzen. Schon das wird Bayern-Trainer Louis van Gaal nicht gefallen haben, aber gänzlich verstimmt wird er über diese 36. Minute gewesen sein, die alles änderte. Nemec hatte an der Strafraumgrenze ein Zuspiel gedankenschnell durch die Beine laufen lassen, und der hinter ihm positionierte Ivo Ilicevic trat der Ball mit Wucht und Geschick und vor allem ungestört von Philipp Lahm aus 16 Metern unhaltbar für Butt unter die Torlatte.
Der Betzenberg tat daraufhin das, wovon sie auf den Rängen vier Jahre während ihrer Bundesliga-Abstinenz geträumt hatten: Er bebte vor Begeisterung. Und die Eruptionen der Freude hatten noch gar kein richtiges Ende gefunden, als das Ganze wieder von vorne anfing. Holger Badstuber hatte im Strafraum über den Ball getreten, wofür sich Srdjan Lakic mit dem 2:0 bedankte, und mancher der 49.780 Zuschauer wird sich vorsichtshalber gezwickt haben, um sicher zu stellen, dass es sich doch bloß nicht um einen Traum handelte.
Kroos scheitert an Sippel
Nach dem Wechsel wurde die Überlegenheit der Münchner noch größer, aber viel fiel ihnen gegen die diversen Pfälzer Abwehrketten nicht ein. Sie flankten zu früh, was den langen Lauterer Innenverteidigern Martin Amedick und Rodnei die Arbeit erleichterte, und auch für diesen neuen Ball namens Torfabrik scheinen die Münchner Füße noch nicht richtig justiert zu sein.
Wenn die Bayern auf das Tor schossen, flog die „Torfabrik“ fast immer weit über das Gehäuse der Pfälzer. Mit Toni Kroos für Olic (63. Minute) versuchte van Gaal etwas mehr Spielwitz in die Aktionen seiner Mannschaft zu bringen, was sich beinahe prompt als lohnend erwies. Der Heimkehrer scheiterte mit seinem Schuss als elf Metern aber an Sippel.
Rodnei verpasst dritten Lauterer Treffer
Eine Viertelstunde vor Schluss durfte dann tatsächlich auch Mario Gomez mitmachen - für Klose, der kurz zuvor den Anschlusstreffer nur knapp verpasst hatte. Während der 30 Millionen-Zugang der vergangenen Saison an der Seitenlinie wartete, musste er noch mitansehen, wie Rodnei mit einem Kopfball, dem Bayern-Torwart Butt nur bangend und hoffend hinterher gesehen hatte, frühzeitig fast für die endgültige Entscheidung gesorgt hätte.
Gomez mehrte seinen Ruf, kein besonders effektiver Einwechselspieler zu sein und berührte kaum einen Ball. Aber eine Wende konnte an diesen Abend ohnehin kein Bayernspieler herbeiführen. Dafür können sie nun irgendwann auch Geschichten erzählen, wie das so sein kann auf dem Betzenberg.
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Die Saison 2011/2012
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |