Neuer Trainer, altes Leiden: Der 1. FC Kaiserslautern hat auch das 17. Bundesligaspiel in Serie, Vereinsrekord, nicht gewonnen – und das bei der Mannschaft, gegen die der FCK beim Hinspiel im vorigen Oktober letztmals (1:0) einen vollen Erfolg feiern konnte. Am Samstagnachmittag aber, zur Trainerpremiere von Krassimir Balakow bei den „Roten Teufeln“, setzte es die nächste Niederlage. 0:2 verloren die Pfälzer beim SC Freiburg, der sich nach den Toren von Guédé (8. Minute) und Makiadi (14.) als Tabellenvierzehnter aus der gefährlichsten Zone verabschiedete und den Lauterern inzwischen um acht Punkte voraus ist.
Die Pfälzer blieben nach einer zu keinerlei Zuversicht Anlass gebenden Leistung Tabellenletzter und müssen allmählich das Fernglas auspacken, um das rettende Ufer noch sehen zu können. Zwanzig Punkte, gerade mal 17 Törchen und das endlos lange Warten auf den vierten Saisonsieg machen zusammengenommen eine Bilanz des Schreckens aus und deuten direkt auf den dritten Abstieg des Traditionsklubs vom Betzenberg nach 1996 und 2006.
Balakow hatte gerade ein gemütliches Plätzchen in seiner Coaching-Zone gefunden, um von dort aus sein Comeback in der Bundesliga nach sechs Trainerjahren in der Schweiz, Bulgarien und Kroatien zu genießen, da war der angenehme Teil seiner Premiere auch schon vorbei. Bereits nach vierzehn Minuten musste dem 45 Jahre alten Bulgaren klar sein, dass er auf dem Betzenberg wohl eine „Mission Impossible“ übernommen hat. Er, dem als Spiellenker des VfB Stuttgart magische Kräfte nachgesagt wurden, kann als Fußballlehrer nicht auf Bestellung zaubern.
Der FCK, das war auch unter Balakows Vorgänger Marco Kurz so, zeigte am Samstag wieder einmal eine für die erste Liga unzureichende Qualität. Das erwies sich bei beiden Gegentreffern beispielhaft. Bei Guédés 1:0 (8.) standen die Innenverteidiger Rodnei, der den Treffer mit einem haarsträubenden Klärungsversuch eingeleitet hatte, und Yahia weit auseinander und tatenlos herum, so dass der Freiburger Stürmer in die Bresche sprinten und per Flachschuss das Führungstor für die Badener erzielen konnte. Beim 2:0 durch Makiadis Kopfball (14.) flog Torhüter Sippel an einem Eckball vorbei.
Stumm verschränkte Balakow die Arme und sah, wie sein lange ohne jeden Mumm und Tempo vor sich hin werkelndes Team erst gegen Ende der ersten Hälfte etwas mutiger wurde. Derstroff (37.) besaß sogar eine große Gelegenheit, scheiterte aber am Freiburger Torhüter Baumann. Da Kaiserslautern sich auch in der zweiten Hälfte nicht allzu beherzt gegen die jüngste von vielen Pleiten stemmte, weiß Balakow schon nach seinem Debüt als Bundesligatrainer, auf was er sich in Kaiserslautern eingelassen hat. Sieben Spieltage vor Ultimo spricht nichts dafür, dass er sein Saisonziel, die Rettung, erreichen kann.
SC Freiburg: Baumann - Mujdza, Diagné (46. Krmas), Ginter, Sorg - Schuster, Makiadi - Schmid, Caligiuri (60. Jendrisek) - Guédé (72. Reisinger), Freis
1. FC Kaiserslautern: Sippel - Dick, Yahia, Rodnei, Bugera - Borysiuk - Sahan, de Wit (72. Swierczok), Tiffert, Fortounis (77. Shechter) - Derstroff
Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf)
Zuschauer: 24 000 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Guédé (8.), 2:0 Makiadi (14.)
Gelbe Karten: Diagné (2) / Borysiuk (1)
mal wieder: kein Spiel aus Sicht der Freiburger
Hans Schreier (esceef)
- 25.03.2012, 19:19 Uhr