Für den Hamburger SV war es eine Niederlage, aus der sich Hoffnung schöpfen lässt – zumal beim nächsten Bundesligaspiel bei Eintracht Frankfurt mit dem Einsatz von Rafael van der Vaart zu rechnen ist. Bei der 0:2-Niederlage am Samstagnachmittag bei Werder Bremen zeichnete sich ab, dass die Hamburger mit ihrem renovierten Mittelfeld stabiler sind und besser Fußball spielen als zuletzt.
Trotz des deutlichen Rückstands versuchte die Elf von Trainer Thorsten Fink bis zum Ende alles, um die zweite Saisonniederlage zu verhindern. Torchancen blieben allerdings die Ausnahme: die Fähigkeiten eines technisch versierten Regisseurs und Vorbereiters werden dringend benötigt.
Diesen wichtigen Inhaltsstoff soll van der Vaart einbringen. Bremen profitierte von einem gut aufgelegten Aaron Hunt, der das 1:0 per Elfmeter (52. Minute) schoss, und der besseren Spielanlage. Nils Petersen erzielte das 2:0 (67.). Hamburg bleibt tor- und punktlos in dieser Saison.
Ohne van der Vaart, aber mit Milan Badelj und Petr Jiracek – das Mitwirken der beiden Neuen belebte das Hamburger Spiel. Auf den Positionen vor der Abwehr aufgestellt, verliehen die erst in dieser Woche verpflichteten Profis den Aktionen des HSV Sicherheit. Allerdings hatte der HSV einige Schrecksekunden zu überstehen, ehe es dem Team gelang, ab der 30. Minute besser ins Spiel zu finden.
Die erste halbe Stunde dominierte Werder mit seiner wie schon am Freitag in Dortmund sehr offensiven Aufstellung. Petersen hätte die Bremer schon in der vierten Minute in Führung bringen können, doch sein Kopfball flog gegen die Latte.
In der 18. Minute bewies Torwart René Adler, welch großer Rückhalt er für den HSV sein kann: Er wehrte den Schuss von Sebastian Prödl gekonnt ab. Weniger Mühe hatte Adler sieben Minuten später mit dem schwachen Schuss von Marko Arnautovic. Der HSV brauchte dreißig Minuten, bis er sich selbst etwas zutraute.
Einige Male blitzte gekonntes Mittelfeldspiel auf, viel mehr, als man es am vergangenen Samstag gegen Nürnberg sehen konnte: Ein Schuss von Marcell Jansen stellte den Bremer Torwart Sebastian Mielitz vor Probleme (33.). Hamburg schien das Spiel in den Griff zu bekommen. Doch dann gewann Werder-Stürmer Eljero Elia einen Zweikampf gegen Jiracek und dribbelte in den Strafraum. Dort zog ihm Jeffrey Bruma die Beine weg – Elfmeter: In glänzender Manier wehrte Adler den Strafstoß von Hunt ab (42.).
Zehn Minuten nach der Pause bekam Hunt die zweite Chance: nach dem Foul von Dennis Aogo an Petersen. Hunt schnappte sich den Ball und schoss ihn härter und plazierter als beim ersten Mal: 1:0 für Werder Bremen (52.). Zum Spieler des Nachmittags machte sich Hunt, als er nach einem Hamburger Ballverlust schnell reagierte und Petersen bediente, der für die Entscheidung sorgte (67.).
Der zweite Bremer Treffer fiel mitten in eine starke Hamburger Phase, denn Finks Team gab nicht auf und kam durch Artjoms Rudnevs und Ivo Ilicevic zu guten Chancen (63. und 65.). Und selbst nach dem 0:2 steckte der HSV nicht auf: Mielitz im Bremer Tor wehrte Rudnevs strammen Schuss ab (70.).
Werder Bremen: Mielitz - Gebre Selassie, Prödl, Sokratis, Junuzovic - Fritz - Arnautovic (80. Füllkrug), de Bruyne (86. Akpala), Hunt, Elia (66. Bargfrede) - Petersen
Hamburger SV: Adler - Bruma, Mancienne, Westermann, Aogo - Jiracek, Badelj (46. Tesche) - Ilicevic (70. Berg), Son (70. Beister), Jansen - Rudnevs
Schiedsrichter: Kircher (Rottenburg)
Zuschauer: 42.100 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Hunt (52./Foulelfmeter), 2:0 Petersen (67.)
Besonderes Vorkommnis: Hunt (Werder Bremen) scheitert mit Foulelfmeter an Adler (42.)
Gelbe Karten: - / Tesche (2)
"Perlen vor die Säue"...
Thomas Kobler (ThomasKobler)
- 02.09.2012, 12:32 Uhr