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0:1 gegen Stuttgart : Hoffenheims verpasste Chance

Da hilft nur noch Flehen: Hoffenheim-Torwart Gomes Bild: dapd

Die TSG Hoffenheim bleibt auf einem Relegationsplatz. Bei der 0:1-Heimniederlage gegen den VfB Stuttgart ist keine spielerische Steigerung gegen die ebenfalls kriselnden Schwaben zu erkennen.

          Die TSG Hoffenheim hat ihre beste Chance in der Rückrunde, vielleicht doch noch mal den Relegationsplatz in der Tabelle der Fußball-Bundesliga verlassen zu können, verpasst. Bei einem Sieg am Sonntagabend gegen den VfB Stuttgart wäre der Rückstand auf die Schwaben auf sechs Punkte geschrumpft. Nach der 0:1-Heimniederlage kann die Mannschaft von Trainer Marco Kurz nurmehr darauf hoffen, dass sie nicht noch von Augsburg oder Greuther Fürth auf einen direkten Abstiegsplatz verdrängt wird.

          Peter Heß

          Sportredakteur.

          Martin Harnik erzielte schon in der dritten Spielminute den Treffer des Abends. Vor 30.000 Zuschauern in Sinsheim entwickelte sich, wie zu befürchten stand, eine höchst mäßige Partie, die Stuttgart zunächst kontrollierte. In der zweiten Halbzeit gerieten die Schwaben in einigen wenigen Szenen unter Druck, konnten sich aber auf Torwart Ulreich verlassen. Nach fünf Niederlagen nacheinander hofft der VfB nun durch das Erfolgserlebnis auf eine Wende. Trainer Bruno Labbadia, der trotz einer schweren Erkältung auf der Bank saß, sagte: „Endlich haben wir uns selbst für unsere harte Arbeit belohnt.“ Hoffenheim kämpfte zwar, doch spielerisch war keine Steigerung zu den vergangenen Wochen erkennbar.

          Bevor der VfB Stuttgart wieder in seinen gewohnten Zustand der Verunsicherung verfallen konnte, ging er gegen Hoffenheim in Führung. So leicht kann Fußball sein: Ein Zuspiel von Harnik auf den linken Flügel, ein gewonnenes Dribbling von Traore gegen Beck, anschließend eine gelungene Flanke, ein Kopfball von Harnik unter die Latte - und schon steht es 1:0. Es gibt aber auch nicht viele Mannschaften in der Bundesliga, die dem Gegner beim Toreschießen so sehr entgegen kommen.

          Das Tor des Tages: Harnik köpft in der dritten Minute ein
          Das Tor des Tages: Harnik köpft in der dritten Minute ein : Bild: dapd

          Anstatt, dass einer Beck im Zweikampf an der Außenlinie gegen den schnellen Dribbler Traore unterstützte, sammelten sich alle Verteidiger der Kraichgauer am eigenen Fünfmeterraum. Trotz ihrer Überzahl, fand sich aber niemand, der bereit gewesen wäre, sich des Stuttgarters Harnik anzunehmen, der völlig unbedrängt an den Ball kam.

          Das Tor hatte eine befreiende Wirkung auf die Schwaben. Sie spielten auf, wie in der Vorrunde: Schnell, ballsicher, selbstbewusst. Traore und Ibisevic hatten noch in der ersten Viertelstunde gute Gelegenheiten, den Vorsprung auszubauen. Doch ihre Schüsse verfehlten ihr Ziel. Vor allem war es jedoch Harnik, der überraschte. Am Donnerstag noch hatte der österreichische Nationalspieler in der Begegnung der Europa League mit dem KRC Genk wie ein Anfänger gewirkt - die einfachsten Dinge waren ihm misslungen ihm. Am Sonntag war er in der ersten Halbzeit von keinem Hoffenheimer zu bremsen.

          Harnik trifft früh für den VfB, der erstmals in diesem Jahr gewinnt
          Harnik trifft früh für den VfB, der erstmals in diesem Jahr gewinnt : Bild: dpa

          Die Mannschaft von Trainer Marco Kurz benötigte eine gute halbe Stunde, um den frühen Rückschlag zu verdauen, den sie eigentlich längst gewohnt sein müsste. Denn auch in den beiden letzten Bundesligaspielen gegen Freiburg und Hanover hatten die Kraichgauer in den ersten zehn Minuten Gegentore hinnehmen müssen. Ein Schrägschuss von Beck bildete das erste zarte Signal, dass Hoffenheim vielleicht doch einmal das Stuttgarter Tor gefährden könnte. Näher kam da schon Joselu dem Ziel. Doch sein leicht abgefälschter Schuss verfehlte knapp den Pfosten.

          In der zweiten Halbzeit versuchte Kurz seine Hoffenheimer mit einigen Umstellungen auf den rechten Weg zu bringen. Für die völlig enttäuschenden de Camargo und Williams brachte der Hoffenheimer Trainer Weis und Derdiyok ins Spiel. Und tatsächlich wirkten die Aktionen ein bisschen strukturierter und entschlossener. Meist hatten die Stuttgarter die Situation im Griff, doch zweimal mussten sie sich auf ihren Torwart Ullreich verlassen. Jeweils gegen Joselu alleingelassen wehrte Ulreich jedoch einen Kopfball und einen Schuss des Stürmers reaktionsschnell ab. Auch der VfB hatte noch seine Chancen, das Resultat zu verbessern. Doch wie gegen schon Genk fehlte in vielen Szenen die letzte Präzision. Beim Schlusspfiff war dies den Stuttgartern jedoch herzlich egal.

          Aufmerksame Beobachter: Salihovic und Wiese (rechts) stehen derzeit nicht für die TSG auf dem Rasen
          Aufmerksame Beobachter: Salihovic und Wiese (rechts) stehen derzeit nicht für die TSG auf dem Rasen : Bild: dpa

          1899 Hoffenheim - VfB Stuttgart 0:1 (0:1)

          1899 Hoffenheim: Heurelho Gomes - Beck, Abraham, Delpierre, Johnson - Williams (54. Weis), Polanski (81. Grifo) - Volland, Usami - de Camargo (54. Derdiyok), Joselu
          VfB Stuttgart: Ulreich - Sakai, Tasci, Niedermeier, Boka - Kvist, Gentner - Harnik (90.+2 Rüdiger), Holzhauser (83. Molinaro), Traoré (87. Okazaki) - Ibisevic
          Schiedsrichter: Winkmann (Kerken)
          Zuschauer: 28.750
          Tor: 0:1 Harnik (3.)
          Gelbe Karten: Volland (3), Williams (7) / Boka

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