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Mittwoch, 19. Juni 2013
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

0:1 gegen den HSV Lautern ohne jede Hoffnung

 ·  Kaiserslautern droht nach dem 0:1 gegen den HSV die zweite Liga. Der Kombinationsfußball Marke Betzenberg besteht aus der Kombination von Kampf und Krampf.

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© dpa 1. FC Ratlos: Schon beim Anstoß nach dem 0:1 strahlen de Wit, Wagner und Tiffert (v.l.) nicht eben Zuversicht aus

An guten Vorsätzen hat es nicht gefehlt - aber an der Klasse. Beim so genannten „Abstiegsgipfel“ der Fußball-Bundesliga ist allen Beteiligten am Samstag vor Augen geführt worden, warum der Hamburger SV in der Tabelle vor dem 1. FC Kaiserslautern rangiert. Und dabei wird es nach realistischer Lage im Souterrain der Liga auch bleiben.

Schließlich vergrößerte der Dino des erstklassigen Spielbetriebs mit dem 1:0-Erfolg im Fritz-Walter-Stadion die Distanz zum Tabellenletzten auf zehn Punkte. Damit bleibt es bei der verheerenden Bilanz der Pfälzer, die seit nunmehr 18 Punktspielen ohne Erfolgserlebnis sind. Und damit auch ohne realistische Perspektive, den dritten Gang in die Zweitklassigkeit vermeiden zu können. Der HSV wiederum blickt nach vier Niederlagen in Serie der Zukunft wieder positiver entgegen. Das entscheidende Tor erzielte Marcell Jansen (28. Minute.).

Kombinationsfußball

Das Führungstor der Hanseaten schmerzte die Pfälzer schon deshalb besonders, weil es unter Mithilfe eines Profis zustande kam, der zu Beginn der Saison noch vier Spiele für den 1. FCK absolvierte: Ivo Ilicevic. Sein Schuss war noch abgeblockt worden, aber im Nachsetzen gelang Jansen die Führung für den HSV (28.). Später, Mitte der zweiten Halbzeit, verhinderte die Latte eine für die Pfälzer schmerzhafte Torzugabe ihres Stürmers von einst (63.). Für die Hamburger ist der Sieg auf dem Betzenberg ein ermutigendes Signal, nicht zwangsläufig die Mitwirkung in der zweiten Liga ins Kalkül ziehen zu müssen.

Anders als die Pfälzer. Nach zerfahrenem Beginn setzte Sandro Wagner einen ersten Akzent, als er mit einem Schüsschen das Ziel um einige Meter verfehlte. Wie man es besser macht, zeigte Pierre de Wit, dessen vehementer Distanzschuss noch abgefälscht wurde und HSV-Torhüter Jaroslav Drobny zu einer Rettungstat der besonderen Art zwang (11.). Der Kombinationsfußball Marke Betzenberg bestand in der Kombination von Kampf und Krampf.

Wenn es um Einsatzbereitschaft geht, macht den Lauterern so schnell niemand etwas vor. Schon gar nicht der HSV, der sich lange abwartend verhielt, so, als sei er sicher, dass er mit der Zeit zu seinen Chancen kommen würde. Gegen einen Gegner, dem auf Schritt und Tritt die allumfassende Verunsicherung anzumerken war, aber auch der Wille, Defizite auszugleichen. Und sei es durch ein Maß an Härte, die der Schiedsrichter mit vier Gelben Karten für den Tabellenletzten bestrafte.

Vom Pech verfolgt

Die Lauterer Fans quittierten die Darbietung ihres Teams schon zur Pause mit schrillen Pfiffen. Man ist nicht erst seit diesem Wochenende am Ende der Geduld und der Hoffnung auf bessere Zeiten. Nach dem Seitenwechsel änderte sich wenig an den Kräfteverhältnissen. Der 1. FC setzte sich sporadisch in der Hälfte des HSV fest, ohne Flurschaden anrichten zu können. War aber auch vom Pech verfolgt, als ein Ball von Wagner nur die Latte des Hamburger Tores touchierte und Schiedsrichter Kinhöfer in der Schlussphase ein klares Foul des Hamburgers Kacar im Strafraum übersah.

Im ersten Heimspiel unter seiner Regie hatte Trainer Krassimir Balakow neben Parolen der Zuversicht auch versprochen, „gegen diese Hamburger so richtig Gas zu geben“. Diese Gangart blieb Wunschdenken. Dabei hatte Balakow das Duell mit dem HSV als „Endspiel“ um den Klassenverbleib ausgerufen, dem am kommenden Wochenende das nächste Finale gegen die 1899 Hoffenheim folgen sollte. Die Frage sei erlaubt: Wie nennt man ein Endspiel nach dem Endspiel?

1. FC Kaiserslautern - Hamburger SV 0:1 (0:1)

1. FC Kaiserslautern: Sippel - Dick, Yahia (80. Abel), Rodnei, Bugera - Borysiuk - Sahan, Tiffert, de Wit (75. Sukuta-Pasu), Derstroff (65. Fortounis) - Wagner
Hamburger SV: Drobny - Diekmeier (46. Sala), Mancienne, Westermann, Aogo - Jarolim, Kacar - Ilicevic (90.+2 Rajkovic), Jansen - Petric (80. Son), Berg
Schiedsrichter: Kinhöfer (Herne)
Zuschauer: 44.745
Tor: 0:1 Jansen (28.)
Gelbe Karten: Bugera (4), Fortounis (3), Sahan (5), Yahia (1) / Jarolim (6), Kacar (5)

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Jahrgang 1943, Sportredakteur.

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