Der vom Abstieg bedrohte SC Freiburg hat sich für die Gladbacher beim 0:0 als Störenfried entpuppt. Die Borussia verpasste eine günstige Gelegenheit, den dritten Tabellenplatz gegen die Verfolger Schalke und Leverkusen nachhaltig abzusichern. Man hatte sich in Gladbach verwundert gezeigt über das aufgekommene Genörgel im Umfeld nach dem Remis gegen den HSV und der Niederlage in Nürnberg. Sollte es etwa vorbei sein mit der Fußballherrlicheit?
Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre schien am Samstag mit aller Macht diesem Eindruck entgegentreten zu wollen. Schon in der achten Minute musste der Freiburger Abwehrmann Fallou Diagne in höchster Not vor dem einschussbereiten Marco Reus klären.
Zwei Minuten später bot sich Mike Hanke die große Chance auf den Führungstreffer. Doch der Angreifer scheiterte frei stehend an SC-Keeper Baumann - und Reus konnte auch den Nachschuss nicht verwerten. Es schien nur noch eine Frage der Zeit, bis eine der Gladbacher Kombinationen in einen Torerfolg münden sollte.
Aufbegehren des Abstiegskandidaten
Doch ziemlich abrupt wich der Anfangselan der Rheinländer einer abwartenden Spielweise ohne den rechten Zug Richtung Freiburger Tor. Den Breisgauern, dem zweitschwächsten Auswärtsteam der Liga, gefiel dies. Bot sich Angreifer Freis (21.) noch eher zufällig die erste Freiburger Chance des Spiels, kam Jan Rosenthal dem Gladbacher Tor (43.) schon gefährlich nahe. Der Kopfball des Offensivspielers prallte nach einem Eckball gegen die Querlatte.
Wie würde der Champions-League-Aspirant nach der Pause auf das Aufbegehren des Abstiegskandidaten reagieren? Weiter bemüht, aber unentschlossen, weil seinem Spiel in der gegnerischen Hälfte Tempo und Präzision abgingen. Die Gladbacher suchten weiter nach ihrer Leichtigkeit der ersten zwei Saisondrittel und wirkten selbst nicht überzeugt von dem, was sie den Zuschauern im Borussia-Park boten.
Das wussten die Freiburger für sich zu nutzen. War Schmids Schuss noch zu schwach (61.), hatte Gladbachs Torhüter ter Stegen in der 68. Minute Glück, dass sein Missverständnis mit den Vorderleuten nicht zum Gegentreffer durch Schmid führte.
Die Freiburger machten die Auseinandersetzung zu einer für die Hausherren zähen Angelegenheit - doch eine Unaufmerksamkeit brachte sie beinahe um den Lohn. Der für den unglücklich agierenden Hanke eingewechselte de Camargo zielte knapp rechts vorbei, als die Zuschauer den Torschrei schon auf den Lippen hatten (70.). Nicht besser machte es der ebenfalls eingetauschte Alexander Ring, der das kurze Eck anvisierte, aber weit verzog (78.).
Der Favorit raffte sich nun zu einer Art Schlussoffensive auf, der Weg zum Freiburger Tor blieb aber weitgehend versperrt, auch weil von Marco Reus in der zweiten Halbzeit kaum ein Überraschungsmoment ausging. Bis zur 85. Minute: Da bot sich dem Nationalspieler die große Chance zum Happy End, doch sein Schuss wurde in letzter Sekunde blockiert.
Bor. Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dante, Daems - Nordtveit, Neustädter - Arango, Wendt (71. Ring) - Reus, Hanke (66. de Camargo)
SC Freiburg: Baumann - Sorg, Diagné, Flum (73. Schuster), Mujdza (79. Jendrisek) - Makiadi, Ginter - Schmid, Rosenthal (82. Santini), Caligiuri - Freis
Schiedsrichter: Sippel (München)
Zuschauer: 52.207
Gelbe Karten: Jantschke (5), Stranzl (3) / Caligiuri (4)
"Der Verrückte" hat es...
Thomas Kobler (ThomasKobler)
- 11.03.2012, 12:10 Uhr