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0:0 in Freiburg : Frankfurt verteidigt Platz vier

Im weißen Ballett: Freiburgs Rosenthal setzt einen Farbtupfer Bild: AFP

Im Duell der Überraschungsteams der Fußball-Bundesliga fallen keine Tore. Am frostig-kalten Freitagabend zeigen Freiburg und Frankfurt dennoch ein attraktives Spiel von großer Dynamik.

          Auch Nullnummern können attraktiv sein. Und am Ende musste die Frankfurter Eintracht damit zufrieden sein, den Dienstausflug am 23. Bundesligaspieltag zum SC Freiburg unbeschadet überstanden zu haben. Das Duell des Vierten beim Fünften war attraktiv und von großer Dynamik.

          Dass keine Tore am frostig-kalten Freitagabend in Freiburg fielen, lag auch am Frankfurter Stefano Celozzi. Binnen einer Minute klärte er zweimal auf der Linie für den schon geschlagenen Torwart Kevin Trapp. Der Lohn: Mit jetzt 38 Punkten bleibt die Eintracht über den Spieltag hinaus Tabellenvierter.

          Weil Takashi Inui gesperrt fehlte und Srdjan Lakic wegen Rückenbeschwerden nicht spielen konnte, musste Armin Veh handeln. Der Trainer schenkte Karim Matmour und Stefano Celozzi das Vertrauen. Matmour wurde in den Zwei-Mann-Sturm geschickt, den er gemeinsam mit Stefan Aigner bildete. Celozzi fand sich auf rechts im breitgefächerten Mittelfeld wieder.

          Und weil von dort Alexander Meier immer wieder in die Spitze stieß, war es eine für eine Auswärtsbegegnung ungewohnt offensive Ausrichtung der Frankfurter Mannschaft. Doch Veh lag richtig mit dieser Taktik. Nicht der SC Freiburg, sondern die Eintracht war von Beginn an die agilere, einsatzfreudigere und spielbestimmende Mannschaft.

          Freiburg und Frankfurt wollen hoch hinaus - treffen das Tor aber nicht
          Freiburg und Frankfurt wollen hoch hinaus - treffen das Tor aber nicht : Bild: AFP

          Nach 17 Minuten bot sich Aigner die erste Chance, als er nach einem Fehler der Freiburger im Mittelfeld zu einem langen Sprint ansetzte, aber am Tor vorbei zielte. Neun Minuten später war es der wieder stark und mit großer Übersicht aufspielende Meier, der nach einer Flanke von Aigner mit dem Kopf Maß nahm. Doch auch der erfolgreichste Frankfurter Schütze verfehlte sein Ziel.

          Es war ein flottes, ansehnliches und attraktives Bundesligaspiel, das die 23.400 Zuschauer - unter ihnen 2200 Frankfurter Anhänger - im Freiburger Stadion zu sehen bekamen. Schade nur, dass es in der ersten Hälfte immer wieder kleinere verletzungsbedingte Unterbrechungen auf beiden Seiten gab, die den Spielfluss bremsten.

          Auch Schiedsrichter Gagelmann brachte Farbe ins Spiel
          Auch Schiedsrichter Gagelmann brachte Farbe ins Spiel : Bild: dpa

          Ärgerlich auch, dass sich Matmour einmal mehr nicht unter Kontrolle hatte. Der Bundesliga-Rekordsünder, der binnen zwei Wochen zweimal Gelb-Rot sah, handelte sich unmittelbar vor dem Pausenpfiff nach einem völlig überflüssigen Foul an Daniel Caligiuri eine Gelbe Karte ein. Die Folge: Veh nahm ihn vorsorglich aus der Partie und brachte Olivier Occean.

          Keine Tore für die Gegner an der Dreisam. Das hat Konjunktur beim SC Freiburg - außer, sie heißen FC Bayern oder Borussia Dortmund. Gegen die beiden deutschen Spitzenteams gab es für die Breisgauer jeweils ein 0:2. Sonst aber war es in den letzten acht Heimspielen keinem Team gelungen, der Truppe von Christian Streich Schaden in Form von Gegentoren zuzufügen.

          Nichts als heiße Luft: Freiburg-Trainer Streich
          Nichts als heiße Luft: Freiburg-Trainer Streich : Bild: dpa

          Streich konnte nicht gefallen, was er in der ersten Halbzeit von seiner Mannschaft offensiv geboten bekam. Zwei Schüsschen (6. und 12.) auf das Frankfurter Tor - für Kevin Trapp waren es leichte Pflichtübungen. Auch von Max Kruse war so gut wie nichts zu sehen, was gegen den sechsmaligen Freiburger Saisontorschützen und für die aufmerksame Eintracht-Defensive um die gewohnt stabilen Carlos Zambrano und Bamba Anderson sprach.

          Immerhin: Für Kruse scheint es im ganz speziellen Duell mit Eintracht Frankfurt dezent aufwärts zu gehen. Die drei bisherigen Bundesligaspiele nämlich hatte er allesamt verloren. Als Eintracht-Rechtsverteidiger Sebastian Jung nach einem Foul an Caligiuri Gelb sah (60.), wurde es lauter im Stadion.

          Wer hinschaut, hat nicht immer einen Vorteil: Guede (links) gegen Anderson
          Wer hinschaut, hat nicht immer einen Vorteil: Guede (links) gegen Anderson : Bild: dpa

          Dies hing auch und vor allem damit zusammen, dass der Sportclub besser wurde und immer wieder zielstrebig Kurs auf das Frankfurter Tor nahm. Und eigentlich hätten die Breisgauer auch dafür belohnt werden müssen. Doch Celozzi klärte in der 65. Minute zweimal auf der Linie und verhinderte so zwei mögliche Gegentore. Beide Male waren es Kopfbälle - erst von Jan Rosenthal, dann von Matthias Ginter.

          Glück für die Eintracht, die sich mächtig strecken musste, um das torlose Remis bis zum Ende über die Zeit zu bringen. Doch es gelang. Trapp parierte noch bravourös einen Schuss von Kruse (76.). Vehs Mannschaft hat dank des 0:0 Tabellenplatz vier verteidigt und kann sich auf die nächste Prüfung unter Flutlicht vorbereiten. Am Freitag (20.30 Uhr / Live im Bundesliga-Ticker bei FAZ.NET) kommt Gladbach nach Frankfurt.

          SC Freiburg - Eintracht Frankfurt 0:0

          SC Freiburg: Baumann - Schmid, Ginter, Diagne (54. Krmas), Sorg - Schuster, Makiadi - Kruse, Caligiuri - Rosenthal (86. Terrazzino), Guédé (61. Flum)
          Eintracht Frankfurt: Trapp - Jung, Zambrano, Anderson, Oczipka - Celozzi, Schwegler, Rode - Aigner (88. Lanig), Meier - Matmour (46. Occean)
          Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen)
          Zuschauer: 23.400
          Gelbe Karten: Caligiuri (6) / Jung (4), Matmour (2), Schwegler (6)

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