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0:0 in Freiburg Die Bayern verlieren an Boden

18.02.2012 ·  Nach den Siegen der beiden Borussen standen die Bayern unter Zugzwang und scheitern an der Aufgabe beim Tabellenletzten. Die Freiburger erkämpfen sich mit einer famosen Leistung ein torloses Remis. Robben sitzt zunächst wieder auf der Bank.

Von Roland Zorn, Freiburg
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© dapd Die Münchner fassen sich an den eigenen Kopf - zurecht, denn die Leistung ist nicht gut

Der Rückweg zur Tabellenspitze ist für den FC Bayern München am Samstagabend ein Stück weiter geworden. Der deutsche Fußball-Rekordmeister war am Samstag der Verlierer des Tages unter den Topmannschaften der Bundesliga, denn mehr als ein 0:0 beim Tabellenletzten SC Freiburg glückte dem Team von Trainer Jupp Heynckes nicht.

Und mehr hatte es sich auch nicht verdient in einer heißen, teils hitzigen und leidenschaftlichen Auseinandersetzung mit den zuletzt frisch erstarkten Südbadener. Das Remis hatte zur Konsequenz, dass die Bayern von Platz zwei auf Rang drei zurückfielen und von Tabellenführer und Meister Borussia Dortmund schon vier Punkte entfernt sind.

Vier Tage vor dem Achtelfinalhinspiel in der Champions League beim schweizerischen Meister FC Basel (20.45 Uhr / Live im F.A.Z.-Ticker) empfahlen sich die Münchner nicht gerade wärmstens für den internationalen Kraftakt, der ihnen bevor steht. Der Sportclub Freiburg dagegen sendete ein kräftiges Lebenszeichen aus. Macht die Mannschaft in der Geschlossenheit wie am Samstag weiter, besitzt sie eine realistische Chance auf ein weiteres Jahr in der Erstklassigkeit.

Dortmund erfolgreich, Mönchengladbach auch: Die Bayern waren als Nachzügler am Samstagabend von vornherein unter Zugzwang - zunächst wie schon in den beiden vorangegangenen Spielen ohne den wieder auf die Bank versetzten niederländischen Stardribbler Arjen Robben. Der hat seinen Ruf als Egoist weg, und das in Zeiten, da die Münchner kollektiv auf den Weg des Ligaprimus zurückkehren wollen.

Ob dabei in der kommenden Spielzeit der von einem Boulevardblatt schon als Neuzugang gemeldete Mönchengladbacher Abwehrchef Dante mitwirken wird, war in Freiburg noch völlig unerheblich. So wie auch der 7:0-Triumph des Rekordmeisters aus dem Hinspiel. Neues Spiel, neues Glück, das war die Devise des Underdogs, für den der forsche neue Trainer Christian Streich die Losung ausgegeben hatte: „Wir wollen ein Ergebnis, das uns mindestens einen Punkt bringt.“

Mutig, mutig, hatte doch der Sportclub seinen letzten Punkt gegen die Bayern im Jahr 2000 erobert. Forsch wie der Trainer redete spielte auch seine Mannschaft. Sie verteidigte „hoch“, attackierte früh, eroberte dabei immer wieder den Ball und bestimmte mit badischer Courage die erste Hälfte.

Bei Halbzeit konnten die Bayern allein darüber froh sein, nicht zurück zu liegen. Schließlich hatten sich Jendrisek (12. und 15.), Flum (25.), Santini (26.) und dem besonders starken Makiadi (28.) gute Möglichkeiten zum allemal verdienten Freiburger Führungstor geboten. Kein Tempo, keine Aggressivität, keine Kreativität: Den behäbigen Bayern fehlte es 45 Minuten lang an allem, was eine Bundesliga-Spitzenmannschaft auszeichnet.

Und so lief sich Robben schon einmal warm für die zweite Hälfte. Allein Müller, auf der rechten Seite so enttäuschend wie Ribéry links, bot sich eine kapitale Gelegenheit (43.), der aber Torhüter Baumann im Wege stand.

Für den zweiten Spielabschnitt stellte Trainer Heynckes um: Robben kam für Rafinha (46.) und entwickelte sofort Druck auf der rechten Seite, Müller rückte auf die Spielmacherposition, Kroos gestaltete aus dem halblinken Rückraum mit, Lahm verteidigte rechts und Alaba links: ein großer Umbau, der viel über Heynckes’ Unzufriedenheit mit dem Spiel verriet.

Nun aber hielten die Münchner nicht nur dagegen, sie fingen damit an, die Partie zu dominieren. Da aber die Freiburger nie klein beigaben und sich mit großer Leidenschaft ihrer Haut erwehrten, entwickelte sich jetzt ein beiderseits qualitativ ansehnliches Duell. Die Torchancen besaßen die Bayern, etwa durch Robben (50.) oder Gomez (68.), doch fürs erste blieb Baumann ein unüberwindlicher Rückhalt des Sportclubs.

22. Bundesliga-Spieltag: München strauchelt im Meisterrennen

Mit Olic (73.), der für den am Kopf leicht verletzten Gomez kam, zog Heynckes einen zweiten stürmischen Joker, ehe die Schlussviertelstunde anbrach, in der die Münchner ihren wehrhaften Gegner noch intensiver berannten - ohne durchschlagenden Erfolg. Eine Niederlage wäre für den SC Freiburg auch allzu bitter gewesen nach dieser famosen Leistung.

SC Freiburg - Bayern München 0:0

SC Freiburg: Baumann - Sorg, Diagné (65. Guédé), Höhn, Schmid - Flum, Makiadi - Caligiuri, Rosenthal - Jendrisek (81. Dembélé), Santini (76. Reisinger)
Bayern München: Neuer - Rafinha (46. Robben), Boateng, Badstuber, Lahm - Luiz Gustavo, Alaba - Müller, Kroos, Ribéry - Gomez (73. Olic)
Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen)
Zuschauer: 24.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Diagné (1), Rosenthal (2) / Ribéry (3)

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