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Bundesliga-Trainer Der Aufstiegsmacher

02.08.2005 ·  Friedhelm Funkel ist im Sommer bereits zum fünftenmal als Trainer in die Bundesliga aufgestiegen. Der Rekordhalter will Eintracht Frankfurt nun in der Elite-Klasse etablieren. Dabei war der 51jährige am Anfang seiner Tätigkeit eher eine Notlösung.

Von Ralf Weitbrecht
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Es juckt und kribbelt immer noch. Am liebsten würde Friedhelm Funkel seinen bisherigen 320 Bundesligaspielen wohl weitere hinzufügen. Aber der Rheinländer ist nun mal Trainer und beschränkt sich übungshalber auf Kurzeinsätze im Kreise „meiner Jungs“. Auf seine Jungs ist er stolz, der 51 Jahre alte Aufstiegsmacher.

Mit ihnen hat er in der zurückliegenden Saison Großes in der zweiten Liga vollbracht und nach einer zum Teil konfus verlaufenen Hinserie am letzten Spieltag doch noch die Klassenversetzung geschafft. Zum fünften Mal übrigens. Rekord in der Bundesliga. Zweimal mit Bayer 05 Uerdingen, einmal mit dem MSV Duisburg, einmal mit dem 1. FC Köln. Und jetzt mit der Frankfurter Eintracht.

„Mir macht das nichts“

Funkel und die Eintracht - scheinbar aus der Not heraus ist da etwas zusammengewachsen, das rückblickend perfekter nicht hätte sein können. Auf der Suche nach einem Nachfolger für Willi Reimann durfte sich Funkel nach Wunschkandidat Ralf Rangnick zwar nur als zweite Wahl fühlen. Doch der Neusser kennt die Mechanismen des Marktes, und deshalb zögerte er auch keine Sekunde, das auf ein Jahr befristete Angebot seines neuen Chefs Heribert Bruchhagen anzunehmen. Der Kontrakt ist mittlerweile aus gutem Grund verlängert worden, allerdings wieder nur für eine Spielzeit. „Mir macht das nichts“, sagt Funkel unaufgeregt.

Friedhelm Funkel, der Aufstiegsmacher. Diesen Ruf hat er spätestens seit seinem Coup bei der Eintracht zementiert. Dabei will er einfach nur ein ganz normaler Trainer sein. Einer, der zum Establishment der ersten Liga gehört. Einer, der frei von Abstiegssorgen arbeiten kann. „Wenn er Trainer bei Werder Bremen wäre, dann wäre alles klar“, findet Bruchhagen. Funkel aber ist nun einmal der Spezialist für Aufstiege und muß folgerichtig damit leben, unsicherer als eben Kollege Thomas Schaaf auf seinem Trainerstuhl zu sitzen.

Sportlicher Aufbauhelfer

Motivator, Spaßmacher, Kumpeltyp: Seitdem Funkel die junge, neue, deutsche Eintracht übernommen hat, herrscht tatsächlich Harmonie im Mannschaftsgefüge. Geschickt hat es der Fußballfachmann verstanden, mit seiner natürlichen, unkomplizierten Art für Gemeinschaftssinn zu sorgen. Stargehabe ist ihm ebenso fremd wie auch der Mannschaft, in der Sturmführer Arie van Lent zwar als Kopf gilt, sich aber ebenso als Rädchen eines Netzwerks versteht wie Torwart Markus Pröll - von den Schweizer Neuzugängen Christoph Spycher und Benjamin Huggel ganz zu schweigen.

Funkels Auftrag ist einfach formuliert: „Wir wollen in der Klasse bleiben.“ Erst dann, so die Planungen, soll Stück für Stück der Weg beschritten werden, die Eintracht in der Bundesliga zu etablieren. Mit der Commerzbank-Arena im Rücken als wirtschaftlichem Faustpfand. Und mit Friedhelm Funkel als sportlichem Aufbauhelfer.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 31.07.2005, Nr. 30 / Seite 14
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Jahrgang 1961, Sportredakteur.

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