Wenn es nach den Fans geht, nimmt Borussia Dortmund nicht von jedem Geld an. "Lieber mit dem BVB untergehen als einen Cent von Schalke sehen" stand auf einem Transparent zu lesen, das einige Anhänger am Samstag nachmittag auf der Südtribüne entrollt haben. Neben den Schalkern und dem FC Bayern gibt es aber noch andere, die dem wirtschaftlich schwer angeschlagenen Revierklub auf die Beine helfen wollen.
Während der Schwung aus dem überzeugenden Sieg in Wolfsburg beim 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach wieder dahin war, verfolgt der umstrittene Fondsmanager Florian Homm seine Geschäftspolitik beim BVB umtriebig wie undurchsichtig weiter.
Meier bestätigt Kontakt
Nachdem er über seine Gesellschaft zunächst selbst in den börsennotierten Fußballklub investiert und 25 Prozent der Anteile gekauft hat, wirbt er nun offenbar auch andere Investoren für das hochverschuldete und hochdefizitäre Unternehmen. Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet, plant der in der Schweiz lebende Unternehmer Richard Orthmann, mindestens fünf Prozent der BVB-Aktien zu erwerben. Orthmann ist Aufsichtsratsvorsitzender und Mehrheitsaktionär des Flensburger Erotikkonzerns Beate Uhse AG, er gilt als guter Bekannter Homms.
BVB-Geschäftsführer Michael Meier bestätigte gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Kontakte der Fußballfirma zu Beate Uhse. "Unserem Vermarkter ,Sport Five' liegt ein Angebot auf dem Tisch, das kann ich bestätigen." Dabei gehe es aber nur um ein mögliches Sponsoring. Die Entscheidung über eine Partnerschaft mit dem Erotikversender liege "bei der Geschäftsführung", sagte Meier. Am Montag sagte ein Sprecher des Fußballunternehmens der Nachtichtenagentur Reuters, es werde „keine werbliche Zusammenarbeit“ geben.
Geschäftsführung „hat noch nicht aufgegeben"
Diese Geschäftsführung könnte bald noch stärker in Bedrängnis geraten. Auch die in Berlin ansässige Beteiligungsgesellschaft Spütz AG interessiert sich für Borussia Dortmund. Wie der "Spiegel" meldet, hat das Unternehmen schon ein 84 Seiten umfassendes Gutachten zur Sanierung des Fußballklubs erstellen lassen. Darin wird die Lage des BVB als besonders heikel eingeschätzt: "Schwerer Turnaround-Fall, kein Konzept, kein geeignetes Management, zu starke Aktionärsunruhe, Lizenz gefährdet."
Meier reagierte scheinbar gelassen auf die heftige Kritik am Management, das bei einem Einstieg der Berliner vermutlich gehen müßte. "Die Geschäftsführung ist noch nicht abgelöst, und sie hat auch noch nicht aufgegeben." Die Spütz AG habe sich bisher nicht als neuer Investor bei Borussia Dortmund vorgestellt. "Das Gutachten kenne ich nicht", sagte Meier. Es stehe jedem frei, "sich an der Börse oder außerbörslich beim BVB einzukaufen. Aber wenn der einzige Vorschlag darin besteht, das Management auszutauschen, ist das zu kurz gesprungen." Auch hinter den Plänen der Spütz AG scheint Homm zu stehen. Seine Fondsgesellschaft hält rund 29 Prozent der Anteile an der Berliner Beteiligungsgesellschaft.