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Bundesliga, 21. Spieltag 3:1 - Bielefeld düpiert die Bayern

14.02.2005 ·  Auf glattem Schneeboden ist Bayern München am Sonntag bei Arminia Bielefeld ausgerutscht. Der Rekordmeister verlor 1:3 und hat den Vorsprung auf Schalke 04 eingebüßt. Aufsteiger Mainz unterlag beim 0:2 in Leverkusen das siebte Mal in Folge.

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Die Leistungen der verunsicherten Schiedsrichter bleiben im Zuge des Wett- und Betrugsskandals um den inzwischen inhaftierten Robert Hoyzer das Dauerthema in der Fußball-Bundesliga. In drei von sieben Spielen sorgten die Unparteiischen am 21. Spieltag mit offensichtlichen Fehlentscheidungen und zahlreichen fragwürdigen Pfiffen für großen Unmut und heftige Reaktionen bei Trainern und Spielern.

Vor allem Bochums Coach Peter Neururer und Stuttgarts Fußball-Lehrer Matthias Sammer konnten ihre Emotionen nach den Niederlagen ihrer Teams kaum unter Kontrolle halten. Fast völlig in den Hintergrund gerieten sportliche Aspekte.

Es wird spannend an der Spitze

Dabei hat sich der Titelkampf dramatisch zugespitzt: Weil der FC Bayern München am Sonntag auf der schneebedeckten Spielfläche der Bielefelder Schüco Arena ins Straucheln geriet und gegen die heimische Arminia 1:3 unterlag, konnte der FC Schalke 04 dank seiner 3:0-Gala gegen den VfL Wolfsburg nach Punkten mit dem Spitzenreiter gleichziehen. Im zweiten Sonntagsspiel wahrte Leverkusen seine Champions-League-Chance: Nur in der ersten Halbzeit leistete Aufsteiger Mainz beim 0:2 erfolgreich Gegenwehr.

Der ehemalige Fifa-Referee Hellmut Krug, Leiter der DFB-Schiedsrichterabteilung, zeigte am Sonntag Verständnis für die überbordenden Gefühle. Er sprach diplomatisch von „einer Reihe von sehr schwierigen Entscheidungen“, räumte „viele Fehler“ ein, mahnte aber zur Gelassenheit: „Eine derartige Situation haben wir noch nie gehabt. Die Schiedsrichter können dem öffentlichen Druck kaum noch Stand halten. Unsere Schiedsrichter haben am Wochenende ungewöhnlich häufig daneben gelegen.“ Gleichwohl gibt es für Krug „keinen Anlaß, jetzt alle Unparteiischen auszutauschen“.

Maulkorb für Sammer

Sammer verpaßte sich trotz der Wut auf Schiedsrichter Uwe Kemmling (Burgwedel) aus Angst vor einer Bestrafung durch das DFB-Sportgericht nach dem 1:2 des VfB beim Hamburger SV sogar selbst einen Maulkorb: „Ich bin so erbost. Wenn ich jetzt was sage, werde ich lebenslang gesperrt.“ Tatsächlich boten Kemmlings Entscheidungen viel Angriffsfläche. Nach ausgebliebenem Elfmeterpfiff suchte er Bestätigung ausgerechnet beim „verdächtigen“ HSV-Keeper Martin Pieckenhagen. Der versicherte, er habe bei der Attacke gegen Imre Szabics den Ball gespielt. Was sollte er auch sonst sagen? Sammer hält Kemmlings Vorgehen für bedenklich: „Der Täter hat ein Problem, aber auch der, der ihn befragt hat.“

Darüber hinaus gab es beim Duell in der AOL-Arena weitere strittige und möglicherweise Spiel entscheidende Szenen, die zu Ungunsten der Schwaben ausgelegt wurden. Silvio Meißner stellte aus Frust gar einen Zusammenhang mit der tags zuvor beschlossenen finanziellen Entschädigung für das von Hoyzer verpfiffene Pokalspiel des HSV in Paderborn her: „Gestern kriegen sie zwei Millionen Euro und heute drei Punkte.“

Neururer entsetzt

Nicht minder entsetzt war Neururer, der nach dem 0:1 der Bochumer bei Borussia Dortmund Dampf abließ. „Ganz eindeutig ist uns von Hermann Albrecht und seinem Gespann der Sieg genommen worden“, schimpfte der VfL-Coach. Er sah in dem Referee aus Kaufbeuren zwar den Sündenbock, bemühte sich aber um angemessene Wortwahl und benutzte wegen des sensiblen Themas nur Konjunktive: „Wenn es den Fall Hoyzer nicht gäbe, würde ich von einem Skandal sprechen.“

Ein Elfmeterpfiff sorgte auch in Freiburg für Aufregung. Doch hier blieb das „Geschenk“ von Schiedsrichter Peter Sippel ohne Folgen, weil dem sonst sicheren Schützen Levan Zkitischwili die Nerven versagten. Es blieb beim 0:0 gegen Hannover.

Nach ihren Heimsiegen können sich Meister Werder Bremen (2:0 gegen Mönchengladbach), Hertha BSC (2:1 gegen Nürnberg), Leverkusen und der HSV Hoffnungen auf die internationalen Plätze machen. Und auf den Abstiegsrängen hat sich die Lage für Bochum, Freiburg und Rostock (1:2 in Lautern) nicht verbessert.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
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