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Veröffentlicht: 16.02.2017, 20:51 Uhr

0:1 gegen AC Florenz Kein Festtag für Gladbach

Gladbach bestimmt das Spiel und vergibt Chance um Chance. Florenz dagegen hat kaum eine Handvoll Torschüsse im ganzen Spiel – und geht dennoch als Sieger vom Platz.

von Richard Leipold, Mönchengladbach
© dpa Oscar Wendt kann es nicht fassen: Schon wieder Chance um Chance vergeben

Vor dem Anpfiff hatte Dieter Hecking, der Cheftrainer von Borussia Mönchengladbach, noch einmal den Stellenwert des internationalen Fußballs hervorgehoben. „Europapokalabende sind Festtage für den Klub“, sagte er. „Dazu wollen wir mit einer guten Leistung beitragen.“ Zu feiern gab es allerdings nichts im Borussia-Park, der Beitrag der Borussen fiel bescheiden aus. Beim 0:1 gegen den AC Florenz mussten die Gladbacher ihre erste Pflichtspielniederlage unter Hecking hinnehmen, der nach der Winterpause mit zehn Punkten aus vier Bundesligaspielen gestartet war und die Mannschaft ins Viertelfinale des DFB-Pokals geführt hatte. Nach der Gruppenphase aus der Champions League abgestiegen, steht der rheinische Traditionsverein auch eine Klasse tiefer in der Europa League vor dem Aus. Das Freistoßtor von Federico Bernardeschi (44.) verschafft Florenz eine komfortable Basis für das Rückspiel in der Toskana. Gladbach müsste auswärts gewinnen und mindestens zwei Tore schießen, um noch das Achtelfinale zu erreichen.

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Die meiste Zeit hatte der AC Florenz einen eher harmlosen Gegner abgegeben, der fast nur damit beschäftigt war, den eigenen Strafraum zu sichern. Nach einer verhaltenen Anfangsphase schien es nur eine Frage der Zeit zu sein, wann Gladbach in Führung gehen würde. Doch eine Minute vor der Pause stellten die Italiener den Spielverlauf auf den Kopf. Bernardeschi nutze einen Freistoß mit einer kunstvollen Mischung aus Wucht und Gefühl zu einem Volltreffer in den linken Winkel. Bis dahin hatte alles für die Heimelf gesprochen. Doch die Borussen wussten vier große Möglichkeiten nicht zu nutzen.

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Allmählich schlichen sich Flüchtigkeitsfehler in das Gladbacher Aufbauspiel ein. Doch gegen Ende der ersten Hälfte zeigten sie sich wieder zielstrebiger. Doch der verschwenderische Umgang mit den Torchancen erinnerte an die Versäumnisse der Dortmunder Borussen bei ihrer unnötigen Niederlage jüngst in der Champions League bei Benfica Lissabon. Nach der Pause setzten die Gladbacher sich zwar weiter in der gegnerischen Hälfte fest, fanden gegen die tief stehenden, gut organisierten Italiener aber kein Durchkommen. Ihre Angriffe verfingen sich meist in der Abwehr. Gefährliche Abschlüsse wie im ersten Durchgang waren kaum mehr zu sehen. So blieb das Bemühen, wenigstens noch ein Unentschieden zu erreichen, ohne Erfolg.

Und trotzdem: Weiter so!

Von Peter Heß

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