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Borussia Dortmund Gläubiger akzeptieren BVB-Sanierungspläne

18.02.2005 ·  Offenbar besteht Hoffnung für Borussia Dortmund: Die Gläubiger des Vereins tragen das Sanierungskonzept mit. Dabei gehe es im Wesentlichen um Stundungen ausstehender Zins- und Tilgungszahlungen.

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Im Kampf ums nackte Überleben schöpft Borussia Dortmund neue Hoffnung. Nur einen Tag, nachdem der börsennotierte Fußball-Bundesligaklub die wahren Ausmaße seiner existenzbedrohenden Krise eingeräumt hatte, vermeldete er erste Erfolge.

Nach einer Versammlung der Finanzgläubiger sprach der Verein am Freitag abend von einem wichtigen Fortschritt zur Realisierung des Sanierungskonzepts. In einer Ad-hoc-Meldung des Vereins hieß es: „Die Finanzgläubiger einigten sich auf einen Kompromiß. Bis zum Geschäftsjahr 2006/07 wird ein Zins- und Tilgungsmoratorium für Altkredite der Finanzgläubiger eingeräumt. Zudem stellen die wesentlichen Finanzgläubiger neue kurzfristige Liquidität zur Verfügung.“

Auch jene drei Gläubiger, die bisher ihre Zustimmung noch nicht gegeben hätten (Sparkasse Köln-Bonn, HSH Nordbank und der Münsterländer Unternehmer Paul Sahle), simnd nach Informationen der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ in der Krisensitzung am Freitag abend mit ins Boot geholt worden.

Kein Grund zur Entwarnung

Damit wäre dem Revierclub ein erster wichtiger Schritt zur Abwendung der drohenden Insolvenz gelungen. Nur im Falle einer Zustimmung aller 67 Gläubiger ist der Verein in der Lage, die Spielergehälter zu zahlen und den anderen Verpflichtungen nachzukommen. Unmißverständlich hatte Jochen Rölfs noch vor der Verhandlung mit den Gläubigern zum Ausdruck gebracht, wie dramatisch die Lage wirklich ist. „Wir müssen jeden Zweifel ausräumen, daß dies die letzte Chance ist. Zur Zeit haben wir noch Geld. Aber in den nächsten drei Wochen muß alles über die Bühne gegangen sein“, sagte der Wirtschaftsprüfer, der den Verein beim Entwurf der Sanierungspläne maßgeblich unterstützte.

Die Abkehr von der Geheimniskrämerei vergangener Tage zeigt offenbar die vom Verein erwünschte Wirkung. Bereits am Donnerstag hatte ein weiterer Gläubiger den Sanierungsplänen zugestimmt. Grund zur Entwarnung gibt es allerdings noch lange nicht: Von zentraler Bedeutung sind die Verhandlungen mit dem Commerzbank-Fonds Molsiris.

Stadionmiete für 2005 noch nicht gezahlt

Die Borussia hatte das Westfalenstadion vor rund zwei Jahren an den Fonds verkauft und dann für 15 Millionen Euro jährlich zurückgeleast. Nur wenn 75 Prozent der insgesamt 5.800 Fonds-Zeichner zustimmen, kann der BVB wie geplant Teile des Stadions im Tausch gegen ein verpfändetes Bardepot in Höhe von knapp über 50 Millionen Euro zurückkaufen. Bei dieser Transaktion würden zusätzlich neun Millionen Euro frei für das Tagesgeschäft.

„Wir befinden uns in konstruktiven Gesprächen“, sagte die Sprecherin der CommerzbankLeasing Immobilien AG, Karolina Müller. Die Anteilseigner seien schriftlich darüber informiert worden, daß kurzfristig eine außerordentliche Gesellschafterversammlung einberufen werden soll. In dem Brief an die Fonds-Zeichner wies das Unternehmen darauf hin, daß der BVB die für 2005 fällige Stadionmiete bisher noch nicht gezahlt hat.

Muß der Solidaritätsfonds der Liga helfen

Weiteres Ungemach droht von anderer Seite. Schließlich ist der Revierclub ins Visier der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in Bonn geraten. Wie eine BaFin-Sprecherin bestätigte, wird geprüft, ob der Verein als börsennotierte AG seine gesetzliche Verpflichtung zur unverzüglichen Mitteilung wichtiger Geschäftsdaten verletzt habe. Falls dies zuträfe, wäre dies eine Ordnungswidrigkeit. Ob möglicherweise Betrug vorliegt, müßte die Staatsanwaltschaft klären.

Nervös reagierte die Deutsche Fußball Liga (DFL) auf die Zahlen aus Dortmund. Sollte der Klub schon in den kommenden Wochen zahlungsunfähig werden, könnte ein Solidaritätsfonds helfen. Laut DFL-Sprecher Tom Bender „wäre eine Inanspruchnahme allerdings mit Punktabzügen verknüpft“.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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