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Borussia Dortmund Gegen alle Zweifel

Nach der Derby-Niederlage gegen Schalke drohen Dortmund vor dem Champions-League-Spiel gegen Real Madrid mehrere Stammspieler auszufallen. Während die Bundesliga Fragen aufwirft, ob das Personal ausreicht, wirkt die Königsklasse wie ein Therapiezentrum.

© dpa Vergrößern Einsatz fraglich: Ob Götze (im Foto links) aufläuft ist unsicher; Reus (Mitte) soll auch gegen Real wirbeln

Natürlich sitzt der Stachel der Derbyniederlage tief bei Borussia Dortmund. Das hat Trainer Jürgen Klopp schon kurz nach dem Spiel gegen Schalke eingeräumt, wie er überhaupt sehr ehrlich war mit sich und der Welt. Mal wieder ein Derby verlieren zu können, das lag schon vor der Partie nicht außerhalb jeder Lebenserfahrung bei den Borussen, die zwei Jahre lang die heimische Liga dominiert hatten, Rückschläge aber stets im Kalkül hatten, wie sie behaupten.

„Wir gehen deutlich ruhiger damit um, als mancher, auch in den Medien, das vielleicht gerne hätte“, sagt Hans-Joachim Watzke, der Vorsitzende der Geschäftsführung. „In mir tobt zu viel Realismus, als dass ich nicht gewusst hätte, dass unsere Mannschaft auch mal wieder ein Derby verlieren würde.“ Allerdings musste der deutsche Fußballmeister diese Niederlage wenige Tage vor der Champions-League-Partie gegen Real Madrid hinnehmen. „Dieses Spiel überstrahlt alles“, sagt Watzke. Schon das Derby war überbucht, aber im Vergleich dazu habe die Nachfrage für die Partie an diesem Mittwoch (20.45 Uhr / Live im FAZ.NET-Ticker) „bei 10:1 gelegen“.

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Vielleicht sind die immer noch jungen Borussen, auch nach zwei Meisterschaften, noch nicht erfahren genug, zwei solcher Spiele binnen vier Tagen mental zu verkraften. Gerade erst von den Königsblauen geschlagen, der realen Stärke der Königlichen in der Königsklasse zu trotzen - das ist eine Herausforderung, die das junge BVB-Ensemble nicht kennt. Eben erst haben Entschlossenheit und Wille gegen Schalke gefehlt - nicht nur einige Stammspieler -, und schon soll eine abermals ersatzgeschwächte Mannschaft das wohl teuerste Aufgebot der Welt in die Schranken weisen. „Natürlich haben wir Respekt vor Real“, sagt BVB-Kapitän Sebastian Kehl. „Aber wir haben nicht vor, schon im Kabinengang die Trikots zu tauschen.“

Die Dortmunder haben sich vorgenommen, die Fehler aus dem Schalke-Spiel zu vermeiden, ob sie nun taktischer oder anderer Natur waren. Klopp hatte den Wechsel zum 3-5-2 mit der Rolle rückwärts zum 4-2-3-1 auf „meine Kappe genommen“ und damit letztlich auch ein wenig von der Frage abgelenkt, ob die Klasse des Aufgebots insgesamt ausreiche, wenn mehrere wichtige Spieler ausfallen. Dortmund und Deutschland diskutieren seitdem mehr über Taktik als über die Frage, ob die Qualität der Ersatzbank genügt, um Ausfälle zu kompensieren.

Gündogan fällt höchstwahrscheinlich aus

Auch gegen Madrid werden Stammkräfte fehlen: Jakub Blaszczykowski mit Sicherheit, Ilkay Gündogan höchstwahrscheinlich und Marcel Schmelzer vielleicht. Bei Mario Götze stehen die Chancen am besten, wenn auch nicht übermäßig gut. Dennoch sieht Watzke den BVB „nicht chancenlos“. Wie schlecht Dortmund gegen Schalke auch gekickt hat: Klopp habe die Schmach des Derbys „außergewöhnlich gut weggesteckt“ und sei in der Lage, „so etwas in positive Energie umzuwandeln“. In der Bundesliga scheinen die Bayern dem Titelverteidiger, der nur Vierter ist, enteilt zu sein. In der Champions League aber steht Dortmund mit vier Punkten aus zwei Spielen ordentlich da, so wie in der vergangenen Saison am Ende der Gruppenphase. „Unsere Ausgangsposition ist gut“, sagt Kehl. Die Vorzeichen haben sich geändert.

© REUTERS, afp Vergrößern Jürgen Klopp vor Real-Spiel: „Ronaldo nicht ins Tempo kommen lassen“

Inzwischen wirkt die europäische Königsklasse als Therapiezentrum, während die Bundesliga, nicht nur im Derby, Fragen aufwirft, ja sogar Zweifel streut, ob das Personal ausreicht. Unter diesen Umständen eine Heimniederlage gegen Schalke hinzunehmen wäre aus Dortmunder Sicht schlimm genug, kurz darauf gegen Real Madrid die Fehler korrigieren zu müssen ist umso härter. Vielleicht hilft ein Blick in die Geschichte: Obwohl der spanische Meister zum Besten gehört, was das Fußballuniversum zu bieten hat, fühlen die Madrilenen sich auf deutschem Boden nicht wohl. Auswärts haben sie im Europacup gegen Bundesligamannschaften erst einmal gewonnen.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 24.10.2012, 11:42 Uhr

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