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Bildergalerie Das FAZ.NET-Team für die WM 2006

25.06.2004 ·  Es gilt, keine Zeit zu verlieren. Der neue Bundestrainer muß sofort beginnen, ein konkurrenzfähiges Team für die WM 2006 in Deutschland zu formen. FAZ.NET sagt, wer gehen muß, wer bleiben darf und wer kommen soll.

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Nach der dem Ausscheiden der Nationalmannschaft in der Vorrunde der Europameisterschaft 2004 haben wir ein Team für die Zukunft zusammengestellt. Hier können Sie zurückblicken, welche Prognose aus dem Juni 2004 eingetroffen ist und bei welchem Spieler wir uns getäuscht haben:

Nach dem Vorrunden-K.o. des Weltmeisterschaftszweiten wurde umgehend eine Parole laut: „Neue Männer braucht das Land!“ Doch ausgerechnet Teamchef Rudi Völler, der mit seinem Rücktritt den Anfang machte, warnte eindringlich vor einer radikalen Streichliste und einem totalen Jugendwahn. „Es darf nicht so sein, daß der junge Spieler, der nicht schnell genug auf dem Baum ist, in die Nationalmannschaft kommt. Es muß ein vernünftiges Verhältnis geben“, erklärte Völler, der beim 1:2 gegen Tschechien in der zweiten Halbzeit zwei 19jährige, einen 20jährigen und einen 22jährigen spielen ließ.

Wer muß gehen, wer darf bleiben, wer soll kommen - Klicken Sie auf die Bildergalerie.

Auch die etablierten Kräfte wie Kapitän Oliver Kahn und Michael Ballack sprachen sich vehement gegen einen personellen Kahlschlag aus. „Das ist ja immer der Blödsinn, der nach solchen Turnieren in der Öffentlichkeit kolportiert wird, jetzt müssen neue Spieler her. Es werden viele Spieler, die hier dabei waren, auch in zwei Jahren dabei sein“, meinte der 35jährige, der die WM weiter als Endpunkt seiner internationalen Laufbahn fest im Visier hat. Ballack mahnte ebenfalls zur Besonnenheit: „Man darf es jetzt nicht übertreiben. Wir hatten schon gegen Tschechien zum Schluß ein sehr junges Team auf dem Platz. Und nur mit jungen Spielern geht es auch nicht.“

Bildergalerie: Das FAZ.NET-Team für die WM 2006

Einig waren sich aber auch die „Leitwölfe“, „daß auf jeden Fall einiges passieren muß“, wie Kahn erklärte. Der Torhüter nannte das größte Manko offen beim Namen: Deutschland hat keine Stürmer von internationalem Format mehr. Kuranyi, Klose, Bobic, Brdaric, Podolski - keiner der fünf Angreifer brachte ein Tor zu Stande in den 407 Spielminuten, die das Quintett insgesamt auf dem Platz stand.

„Ü 30“-Spieler vor dem Aus?

„Wenn wir bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land eine Chance haben wollen, dann müssen wir Tore erzielen. Darin liegt unser Problem“, schimpfte Kahn. An eine kurzfristige Lösung glaubt er nicht, vielmehr sieht er für 2006 im Angriff schwarz: „Was soll denn noch passieren in zwei Jahren? Gute Spieler wachsen nicht auf den Bäumen, sondern sie müssen eine sehr lange Entwicklung durchmachen, bis sie ein Niveau erreicht haben, um einer WM ihren Stempel aufdrücken zu können.“

Ein „hervorragendes Turnier“ attestierte Ballack dem Stuttgarter Philipp Lahm, der ebenso wie Bayern-Youngster Bastian Schweinsteiger zu den deutschen EM-Gewinnern zählte. Aber was wird aus den vielen „Ü 30“-Spielern wie Jens Lehmann (34), Christian Wörns (32), Fredi Bobic (32), Christian Ziege (32), Jens Nowotny (30), Jens Jeremies (30), Dietmar Hamann (30) oder Bernd Schneider (30), die in Portugal auf dem Platz enttäuschten oder schon gar keine Rolle mehr spielten? „Ich denke, daß der eine oder andere aufhören wird“, meinte Nowotny, der persönlich solche Gedanken nicht hegt: „Für mich ist das Ziel 2006, ganz klar“, sagte der in Portugal überforderte Abwehrchef.

Hoffen auf Metzelder und Deisler

Spontan wie Völler trat keiner ab, doch der wortlos das Stadion verlassende Innenverteidiger Wörns wirkte besonders nachdenklich. Ganz oben auf der Streichliste stehen Lehmann, Ziege, Bobic und Null-Tore-Joker Thomas Brdaric. Das Glück der anderen könnte die triste Gesamtsituation sein. „Wo sind die Alternativen?“, fragte Kahn, der praktisch keine sieht: „So viel wird in den nächsten zwei Jahren nicht passieren, was die Nationalmannschaft anbelangt.“ Ein neuer Trainer allein genügt nicht, prophezeite Ex-Nationalspieler Thomas Helmer: „Der neue Mann hat auch keine größere Auswahl als Rudi Völler. Eine Perspektive ist nicht wirklich da.“

Die vage Hoffnung gilt der Rückkehr der „ewig Verletzten“ wie Sebastian Deisler und Christoph Metzelder. Auch Paul Freier wurde in Portugal vermißt. Der DFB-Präsident hat immerhin schon ein neues WM-Mittelfeld im Kopf, ohne Hamann, Frings und Schneider. „Man hat den Ballack, den Deisler, wenn er zurückkommt, den Schweinsteiger und den Gladbacher Thomas Broich, von dem ich sehr viel halte. Dann hast du ein Mittelfeld, über das du dir keine Sorgen machen mußt.“ Mal sehen, wie der neue Trainer darüber denkt.

Quelle: @phi, mit Material von dpa, sid
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