Home
http://www.faz.net/-gtm-767aj
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Beckham in Paris „Ich bin begeistert“

Vor einem Jahr gab David Beckham Paris Saint-Germain noch einen unerwarteten Korb. Aber nun zieht die alternde Fußball-Ikone mit 37 Jahren doch noch an die Seine. Zusammen mit Zlatan Ibrahimovic soll er der Ligue 1 neuen Glanz verleihen.

© AFP Vergrößern Sportdirektor Leonardo steht ein wenig im Abseits: Beckham überstrahlt alles

Fußball-Ikone David Beckham eilt zur Rettung der kränkelnden französischen Liga. Der bereits 37 Jahre alte Sonnyboy heuerte überraschend bei Tabellenführer Paris Saint-Germain an. Wenige Stunden vor Ende des Wintertransfermarkts unterschrieb der ehemalige Kapitän des englischen Nationalteams inmitten eines riesigen Medienrummels einen Vertrag über fünf Monate.

„Ich bin begeistert, dieser Klub wird in den nächsten 10, 15, 20 Jahren viel Erfolg haben, es ist eine Ehre, bei diesem Projekt mitzumachen“, sagte Beckham bei seiner Präsentation im Pariser Prinzenpark-Stadion. An der Seine wird der 115fache englische Nationalspieler, der sich im November nach fünf Jahren von Los Angeles Galaxy mit dem Gewinn der Meisterschaft in der Major League Soccer verabschiedet hatte, unter anderem an der Seite des schwedischen Stürmerstars Zlatan Ibrahimovic auf Torejagd gehen.

Mehr zum Thema

Seit ihrem Einstieg im Verein kauften die Ölscheichs aus Qatar mit 250 Millionen Euro ein Starensemble mit Profis wie die Brasilianer Thiago Silva und Lucas Moura und den Argentinier Ezequiel Lavezzi zusammen. Die finanziellen Einzelheiten des spektakulären Deals wurden vorerst nicht bekannt. Eines aber verriet der Routinier: Er werde sein Gehalt komplett an Kinderhilfsprojekte spenden. „Das ist ziemlich einzigartig“, meinte der generöse Fußballer dazu.

Vor einem Jahr, als der Superstar den bereits sicher geglaubten Umzug an die Seine in letzter Sekunde hatte platzen lassen, wollte man ihm das Engagement mit 800.000 Euro pro Monat versüßen - dem höchsten jemals in der Ligue 1 bezahlten Salär. Vor dem Hintergrund der Euro-Krise war damals auch in der Politik Kritik laut geworden. Die PSG-Fans hoffen nun, dass Beckham mit Klasse-Pässen und Erfahrung die Qualität des Teams weiter steigert.

Sechs Jahre Hollywood Aus und vorbei: David Beckham verlässt Los Angeles - mit unbekanntem Ziel © AFP Bilderstrecke 

Schließlich soll nach 1986 und 1994 endlich der dritte Liga-Titel her. Und auch in der Champions League, wo die Pariser im Achtelfinale auf den FC Valencia treffen, will man weit kommen. „Ich bin fit wie mit 21, hatte noch nie so viele Angebote wie jetzt“, versicherte der Neuzugang. Frankreichs Medien sind skeptisch: „Es gibt Zweifel“, schrieb die Zeitung „Le Figaro“. Und in einer Onlineumfrage von „Le Parisien“ meinten knapp 60 Prozent, das Kommen des Engländers sei „nicht gut“.

Tore und Pässe sind natürlich willkommen, aber Beckham hat eine andere, nicht minder wichtige Aufgabe. Er soll mit dem Glanz und Glamour eines Pop-Stars der unter Finanznöten, Zuschauerschwund und sportlichen Misserfolgen leidenden Ligue wieder auf die Beine helfen. Mit Beckham soll alles anders werden.

Wann kommen „Spice Girl“ und die vier Kinder?

„Für die Medien-Exposition der Ligue 1 ist das ein sehr gute Sache“, weiß Nationalcoach Didier Deschamps. Zum sportlichen Aspekt äußerte er sich nicht. Aber Beckham sei ein Spieler, „dessen Persönlichkeit über den Fußball hinausgeht“ und der Liga im Ausland mehr Glanz verleihen werde, sagte Deschamps. Das zeigte sich auch am Donnerstag: Sofort nach der Ankunft des Sonnyboys im Privatjet brach an der Seine ein großes Tohuwabohu aus.

Paparazzi lauerten Beckham am frühen Nachmittag vor dem Krankenhaus Pitié Salpêtrière auf, wo der Mittelfeldspieler die medizinische Untersuchung absolvierte. Vor der PSG-Boutique an den Champs-Elysées tuschelten Mädchen und Verkäufer aufgeregt. Wann kommen Ehefrau Victoria „Spice Girl“ und die vier Kinder? Die Antwort: Gar nicht! Paris sei wunderbar, „aber die Familie bleibt in London, dort gehen die Kinder zur Schule“, sagte Beckham.

Die große Stunde schlägt wohl schon am Freitag

Zuletzt hatte er sich der Star beim FC Arsenal in London fit gehalten. Am Freitag beim FC Toulouse wird er aber sicher noch nicht debütieren. Die große Stunde schlägt wohl am nächsten Freitag daheim gegen den SC Bastia. Beckham, der mit Coach Carlo Ancelotti schon beim AC Mailand zusammengearbeitet hatte, freut sich „ungemein“. Aber er weiß: In Paris heißt es nun erst recht: „Verlieren verboten“.

Quelle: FAZ.NET/dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Champions League ManCity weiter, Schürrle hilft Schalke

Mit einem Sieg in Rom erreicht ManCity doch noch das Achtelfinale der Champions League. Barcelona fängt Paris noch ab. Und ein Deutscher trifft beim Chelsea-Sieg, der Schalke weiterhilft. Mehr

10.12.2014, 23:16 Uhr | Sport
Wer ersetzt Neymar und Silva?

Deutschland und Brasilien bereiten sich auf das WM-Halbfinale am Dienstag (22.00 Uhr) vor. Während die DFB-Elf keine Personalsorgen hat, muss der Gastgeber Neymar und Thiago Silva ersetzen. Mehr

07.07.2014, 13:18 Uhr | Sport
Champions-League-Auslosung Hammerlose für Bundesliga-Teams?

Die Spannung in Nyon steigt: Bayern, Dortmund, Leverkusen und Schalke liegen im Lostopf. Wer sind die deutschen Gegner im Achtelfinale der Champions League? Verfolgen Sie die Auslosung im Livestream. Mehr

15.12.2014, 11:56 Uhr | Sport
Gone Girl

David Fincher hat aus dem Bestseller Gone Girl einen Thriller gemacht, der einem die Haare zu Berge stehen lässt: Wer sind diese Menschen, die einander antun, was hier geschieht? Mehr

01.10.2014, 15:40 Uhr | Feuilleton
Europäische Topklubs Neuer Terminvorschlag für Fußball-WM in Qatar

Die europäischen Topklubs machen einen neuen Vorschlag für einen Termin für die umstrittene Fußball-WM 2022 in Qatar. Dabei wird auch der Fastenmonat Ramadan beachtet. Nun ist die Fifa am Zug. Mehr

17.12.2014, 12:35 Uhr | Sport
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 31.01.2013, 19:20 Uhr

Umfrage

Welche Bundesligaklubs schaffen es ins Viertelfinale der Champions League?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.

Aus dem Verkehr ziehen

Von Michael Horeni

Marco Reus war mit Vorsatz ohne Führerschein unterwegs, seit Jahren. Das ist keine Dummheit, sondern ein kriminelles Vergehen. Der BVB muss über Sanktionen nachdenken, noch mehr aber der DFB. Mehr 22 21

Ergebnisse, Tabellen und Statistik