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Keine Ahnung vom Rosenkranz : Die Bayern verstehen ihr Papst-Geschenk nicht

  • -Aktualisiert am

Ein Trikot für den Heiligen Vater - und eine Million Euro Bild: dpa

Ihre Audienz bei Franziskus haben die Bayern offensiv vermarktet. Blöd nur, wenn das religiöse Hintergrundwissen fehlt. Laut Verein schenkte der Papst jedem „ein kleines Kreuz an einer Kette“; gemeinhin nennt man das Rosenkranz. Und das war längst nicht der einzige Fehler.

          Es müssen schon sehr aufregende 15 Minuten gewesen sein, die Papst Franziskus der siegreichen Mannschaft des FC Bayern München am frühen Mittwochmorgen widmete. Am Vorabend hatte das Team noch mit 7:1 im Champions League-Spiel über AS Roma triumphiert, und nun durfte es mit dem Präsidenten und allen Begleitern den fußballbegeisterten Papst Franziskus im Vatikan besuchen. Freilich fand das Treffen nicht im Apostolischen Palast statt, wie der Verein später meldete, sondern wie bei allen Anlässen dieser Art kurz vor der Generalaudienz im Empfangssaal der „Audienzhalle Paul VI“.

          Verwirrend war offenbar für die bunt gemischte Mannschaft aus Bayern auch das Geschenk an jeden einzelnen gewesen. Laut Verein gab Franziskus „ein kleines Kreuz an einer Kette“ aus; gemeinhin nennt man das Rosenkranz. Inzwischen wurde der Fehler auf der Webseite des Vereins berichtigt.

          Und dann soll der Papst auch noch Bayern München mit den Worten empfangen haben: „Sie haben gestern ein wunderschönes Spiel gespielt“. Tatsächlich sagte der Papst nach dem Mitschnitt von Radio Vatikan: „Ich habe gehört, welches Resultat gestern Abend herauskam. Dazu möchte ich nur eines sagen: no comment!“ So hatte es auch Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge gehört; denn der meinte nach der Audienz, dass sich der Papst nicht über das gestrige Spiel geäußert habe, sei „sehr diplomatisch“ gewesen. Rummenigge, der einst auch in Italien gespielt hatte, verstand das Italienisch des Papstes, sprach auch mit ihm in dieser Sprache. Dabei kündigte er mit einem Lederball als Vorgeschenk die Spende von einer Million Euro an, die der Papst nach eigenem Ermessen verwenden könne. Das Geld soll im nächsten Jahr aus den Einnahmen eines Freundschaftsspiels kommen.

          Über das andere Gastgeschenk, das signierte Vereinstrikot mit dem Spielernamen Franziskus, das die Bayern-Kapitäne Philipp Lahm und Manuel Neuer mit Trainer Pep Guardiola dem argentinischen Papst übergaben, freute sich der frühere Bolzer aus Buenos Aires auch; er hat zwar schon mehrere in seiner Sammlung und wurde seit seiner Amtsübernahme noch nie im Trikot auf einem Platz gesehen, aber dergleichen Geschenke enden bisweilen in Auktionen und bringen märchenhaft hohe Beträge für die päpstliche Sozialarbeit ein.

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