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Bayern München : Ismael wird nicht für Deutschland spielen

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Nicht gemeinsam in der DFB-Elf: Oliver Kahn (hi.) und Valerien Ismael Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Bayern Münchens Abwehrspieler Ismael wird nicht für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft spielen. Teammanager Bierhoff erteilte dem Franzosen wie zuvor schon dem Brasilianer Lincoln eine Absage.

          Der französische Abwehrspieler Valerien Ismael vom deutschen Fußball-Meister Bayern München wird nicht für Deutschland spielen. „Wir finden es zwar sehr positiv, daß Ismael Interesse hat, für Deutschland zu spielen. Aber wie schon bei Lincoln hätte auch er nach unserer Erkenntnis am liebsten für sein Heimatland gespielt. Weil dort die Perspektive fehlte, wollte er für Deutschland auflaufen. Dies ist nicht die Basis für einen Einsatz im DFB-Team. Deshalb macht es keinen Sinn, ein solches Angebot zu akzeptieren. Ein sehr enger Bezug der Nationalspieler zu Deutschland ist die Grundvoraussetzung“, sagte Nationalmannschafts-Teammanager Oliver Bierhoff auf sid-Anfrage.

          Im Fall des Berliner Stürmers Nando Rafael, der in die deutsche „U21“-Nationalmannschaft berufen wurde, liegt der Fall anders. Der 21 Jahre alte ehemalige Angolaner hatte von Anfang bekundet, für eine deutsche Auswahl, ob „U21“ oder „Team 2006“ aufzulaufen. Im Juli hatte er die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen.

          Vorgänger Rink; Neuville und Dundee

          Vor Ismael hatte bereits der Brasilianer Lincoln von Schalke 04 Interesse an einem Einsatz für den dreimaligen Welt- und Europameister bekundet. Auch dieses Angebot war vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) abgelehnt worden. „Wenn Jürgen Klinsmann mich will, würde ich für Deutschland spielen“, hatte nun der 29jährige Ismael der Bild-Zeitung gesagt. Unterstützung erhielt der Ex-Bremer von seinem Vereinstrainer Felix Magath. „Valerien kann der deutschen Elf helfen. Er spricht ja auch perfekt Deutsch“, sagte er.

          Der Grund für sein Interesse an der deutschen Elf sei seine erneute Nicht-Berücksichtigung für die WM-Qualifikationsspiele der Franzosen gegen die Färöer und Irland, ergänzte Ismael. „Ich hoffe aber, durch gute Spiele für Bayern endlich eine Chance in Frankreich zu bekommen. Aber es gibt keinen Kontakt mit Trainer Domenech. Bleibt das so, bin ich für alles offen“, sagte Ismael. Um seine Chancen auf einen Einsatz für Deutschland zu steigern, will Ismael sogar Ahnenforschung betreiben: „Ich müßte mal nach deutschen Urgroßeltern forschen. Es wurden schon ganz andere eingebürgert: Der Brasilianer Rink, der Schweizer Neuville, der Südafrikaner Dundee“, meint der Abwehrspieler weiter. Diese Mühe kann er sich nun allerdings sparen.

          „Er will auf jeden Fall weiter Fußball spielen“

          Karl-Heinz Rummenigge rechnet derweil nicht mit einem Karriereende von Oliver Kahn nach der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 und hat Vertragsverhandlungen zwischen dem Nationaltorwart und dem FC Bayern München für die Winterpause angekündigt. „Uli Hoeneß hatte mit ihm schon ein Gespräch. In der Winterpause werden wir mit ihm konkret verhandeln. Er will auf jeden Fall weiter Fußball spielen“, sagte der Vorstandschef des deutschen Meisters der Münchner „Abendzeitung“ (Dienstagausgabe).

          Kahns Kontrakt in München läuft - wie die Verträge von zehn weiteren Bayern-Profis - im Sommer 2006 aus. Im Vertragspoker um Michael Ballack rechnet Rummenigge weiterhin mit einer Entscheidung spätestens bis Oktober. „In vier bis sechs Wochen will uns Ballacks Berater eine Antwort geben. Ich sehe das sehr relaxed“, sagte er.

          Kein Selbstläufer für den FC Bayern

          Der FC Bayern hat dem offenbar auch von Real Madrid und Manchester United umworbenen Mittelfeldstar ein Angebot für eine Verlängerung des im kommenden Sommer auslaufenden Vertrages bis 2010 gemacht. Das auch über die Medien ausgetragene Hickhack um die Zukunft des Kapitäns der deutschen Nationalmannschaft hatte die Saison-Vorbereitung des FC Bayern getrübt. Nach dem hervorragenden Saisonstart mit drei klaren Siegen in der Bundesliga warnte Rummenigge vor Selbstgefälligkeit.

          „Die Konkurrenz hißt schon die weiße Flagge. Doch wir lassen uns davon nicht einlullen. Wir hissen nicht mit“, sagte Rummenigge. Trainer Felix Magath werde entgegenwirken, sollten die Spieler überheblich werden und glauben, alles sei ein „Selbstläufer“, sagte Rummenigge.

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