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Bastian Oczipka : „Wir müssen gegen Leipzig ein Zeichen setzen“

Schlussakkord: Gegen RB Leipzig wollen Bastian Oczipka (rechts) und die Eintracht besser aussehen als im zurückliegenden Spiel in Mainz. Bild: EPA

Bastian Oczipka und die Eintracht haben sich für das Saisonfinale im eigenen Stadion viel vorgenommen – auch um die zahlende Kundschaft weiter bei Laune zu halten.

          Auch Bastian Oczipka kann sich vom Spiel des Jahres nicht freimachen. „Klar, das Pokalfinale ist in unseren Köpfen drin.“ Aber der reflektierte Verteidiger der Frankfurter Eintracht, einer der klugen Köpfe der Mannschaft, weiß auch, dass er und seine Kollegen in einer Art Bringschuld sind. Die vielen Niederlagen der vergangenen Wochen, der tabellarische Absturz von Platz sechs bis runter auf Position elf, die Tatsache, die schlechteste Rückrundenmannschaft der Fußball-Bundesliga zu sein – all das lastet auf den Schultern. „Es geht auch um TV-Geld“, sagte Oczipka am Mittwoch nach dem abermals unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindenden Training.

          Bei der Übungseinheit zuvor, so war zu hören, herrschte Enge. Trainer Niko Kovac konnte so gut wie alle zur Verfügung stehenden Profis um sich scharen und sie auf den Ernst der Liga einschwören, der da heißt: Saisonfinale gegen RB Leipzig. Letztes Punktspiel gegen den furiosen Aufsteiger, der es von null auf hundert bis zum Meisterschaftszweiten gebracht hat. „Gegen RB wollen wir noch einmal Vollgas geben und von Beginn an da sein“, sagte Oczipka. Ob diese Aussage als Versprechen oder als Absichtserklärung zu werten ist, wird die Partie an diesem Samstag zeigen. Die Arena im Stadtwald wird ein weiteres Mal ausverkauft sein.

          Oczipka plädierte dafür, den Spielern zu vertrauen

          Die Eintracht zieht – trotz des sportlichen Absturzes der vergangenen Wochen, als es Kovac und seinen Leuten nicht gelungen war, aus den 16 Rückrundenspielen mehr als nur die bislang erreichten 12 Punkte zu holen. Die Kundschaft hält auch zukünftig die Treue – und der Vorstand der Eintracht Frankfurt Fußball AG hat jetzt beschlossen, das Kontingent an Dauerkarten nochmals aufzustocken. Der ursprüngliche Plan sah vor, die Anzahl von 26000 Saisontickets in der kommenden Spielzeit 2017/2018 auf 27000 zu erhöhen. Nun hat der Klub diese Zahl auf 28000 angehoben. Mit ausschlagend dürfte auch die geringe Zahl der Kündigungen (nur 50) auf der einen und die hohe Zahl von Neuanfragen (mehr als 1000) auf der anderen Seite gewesen sein, die es schon bei der Erhöhung von 26000 auf 27000 gegeben hatte.

          Die Fans wollen Spieler wie Alexander Meier sehen, der gemeinsam mit Jesus Vallejo am Mittwoch sein individuelles Trainingspensum abseits der Mannschaft nochmals steigern konnte und der für das große Finale im Berliner Olympiastadion seinem Team eine Hilfe sein könnte. Und sie wollen Spieler wie Bastian Oczipka sehen, die der Eintracht seit fünf Jahren schon die Treue halten. „Ausfälle wie die von Alex sind nur schwer zu verkraften“, sagte Oczipka, der dafür plädierte, „den Spielern zu vertrauen. Sie wissen selbst am besten, inwieweit sie sich wieder fit fühlen. Alex war jetzt lange raus. Ich weiß nicht, ob er uns 90 Minuten lang im Pokal weiterhelfen kann.“ Kovac dürfte es ebenso wenig wissen.

          Bange machen gilt nicht

          Was aber unstrittig ist: Nicht nur Finalgegner Borussia Dortmund, auch dem letzten Bundesligawidersacher Leipzig gebührt die Favoritenrolle. „Gegen RB ist es sehr schwer zu verteidigen“, sagte Oczipka, der aus taktischen Erwägungen heraus in dieser Saison immer wieder mal seinen angestammten linken Außenposten verlassen musste, um im Abwehrzentrum als Innenverteidiger, zumeist in einer Dreierkette, für Halt und Stabilität zu sorgen. „Ein Stürmer wie Timo Werner kommt immer wieder schnell hinter die Kette“, sagte Oczipka über einen der Gründe des Leipziger Erfolgs. „Sie spielen viele Pässe in die Gasse. Kaum eine Bundesligamannschaft hat bisher Mittel gefunden, RB aufzuhalten.“ Andererseits: Bange machen gilt nicht.

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          Der 28 Jahre alte Oczipka erinnerte an die Heimspiele gegen München, Dortmund, Gladbach, Leverkusen und Schalke, „in denen wir es gut gemacht haben. Und jetzt gegen Leipzig wollen und müssen wir ein Zeichen setzen.“ Ein Zeichen für das „absolute Highlightspiel“ Pokalfinale, wie der Rheinländer im Team der Hessen sagte. Ein Zeichen aber auch an die Klubführung und die treue zahlende Kundschaft, der nicht verborgen geblieben ist, dass der tabellarische Absturz Mindereinnahmen aus der Fernseh-Fünfjahreswertung von bis zu zehn Millionen Euro bedeutet. „Wir wollen uns in der Bundesliga behaupten, und wir wollen in der Tabelle klettern. Bislang ist uns das zuletzt leider nicht gelungen“, räumte Oczipka ein. „Dass wir im Pokalfinale stehen, in der Bundesliga aber seit Wochen nicht mehr gewinnen, darf keine Ausrede für die Niederlagen sein.“ Oczipka will es im letzten Punktspiel noch einmal wissen. Seine Mitstreiter hoffentlich auch.

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