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Eintracht Frankfurt : Ballfeeling, Bescheidenheit – Blum

Wäre gerne öfter am Ball: Danny Blum, schon in Nürnberg nicht selten auf der Bank Bild: Wonge Bergmann

Der Eintracht-Profi Danny Blum hat Rückstand aufzuholen und ist derzeit froh, überhaupt im Team zu sein. Das spielt gegen Sandhausen und denkt schon an Hoffenheim.

          Klein, kompakt, überschaubar. Es war klar, dass Eintracht-Trainer Niko Kovac am Mittwoch eine übersichtliche Truppe beisammen haben würde. Schließlich sind acht seiner Bundesligaprofis mit ihren jeweiligen Nationalmannschaften auf Reisen. Einige andere sind seit Wochen angeschlagen und verletzt oder gerade wieder auf dem Weg der Besserung, was aber nicht heißt, dass sie beim Mannschaftstraining dabei sind. Das Zauberwort heißt individuelles Training und betrifft aktuell Profis wie beispielsweise Omar Mascarell, Kevin-Prince Boateng, Marco Russ und Simon Falette. Abseits des Teams wird fleißig gelaufen und geradelt, gestemmt und geschwitzt.

          Auch Danny Blum kennt diese Zeit. Doch er ist froh, dass sie vorbei ist. Der 26 Jahre alte Offensivspieler, zuletzt wegen seiner vor dem Saisonstart vorgenommenen Mandeloperation keine erste Wahl gewesen, ist wieder dabei, Stück für Stück den Grad alter Fitness zu erreichen. „Ich habe viel Rückstand aufzuholen. Ich war sechs Wochen raus, das ist wie ein großer, langer Urlaub, in dem du nichts machst“, sagte er am Mittwoch, als er sich gemeinsam mit zwölf anderen Spielern sowie zwei Torhütern bei Nieselregen auf das Spiel vorbereitete, das an diesem Freitag in aller Freundschaft, aber ohne Öffentlichkeit gegen den SV Sandhausen stattfinden wird. Blum hofft, dass er gegen die alten Kameraden, für die er einst von 2010 bis 2014 am Ball gewesen ist, spielen darf. „Schön wären natürlich 90 Minuten, aber das entscheidet der Trainer.“

          „Mainz war Kampf und Krampf“

          Einmal nur, beim 1:1 in Mainz, durfte Blum in dieser Saison bislang Bundesligaluft schnuppern. Er wurde in der 74. Minute eingewechselt und wusste nach dem Schlusspfiff selbst, dass sein Auftritt – vorsichtig formuliert – sehr unglücklich verlaufen ist. Tiefpunkt war jene Szene, in der Blum in der Nähe der Eckfahne ein Dribbling starten wollte, den Ball aber ungeschickt behandelte und ins Aus schoss. „Mainz war Kampf und Krampf“, sagte er in der Rückschau. „Es war alles, nur kein Fußball.“ Blum hat diesen Vorfall abgehakt. Er richtet seine Blicke auf das, was kommt und sagt: „Man muss zufrieden sein mit dem, was ist.“ Blum weiß: „Die Mannschaft macht es derzeit gut. Ich bin froh, dass ich überhaupt im Team bin.“

          So beginnt der Tag in Frankfurt und Rhein-Main: das Wichtigste in Kürze, mit Hinweisen auf mobile Blitzer, Straßensperrungen, Gaststätten.

          Beim Wiedersehen mit den alten Kameraden vom SV Sandhausen dürfte Blum gute Chancen haben, zum Einsatz zu kommen. Testspiele dieser Art werden ja auch deshalb vereinbart, um Spielern eine Bewährungschance zu geben, die sonst nicht so im Rampenlicht stehen. „Sandhausen spielt bislang wieder eine gute Saison“, sagte der Eintracht-Profi zur Verfassung des aktuellen Tabellensiebten der zweiten Liga. „Sie stehen gut da, verteidigen sehr gut und versuchen, schnell umzuschalten.“

          „Das Ballfeeling ist anders als sonst“

          Etwas Ähnliches hat Eintracht-Trainer Kovac auch schon am Mittwoch in seinen Tagesplan eingestreut. Nachdem der Coach seiner Mannschaft nach dem Werder-Spiel am Freitag drei freie Tage am Stück gewährte und erst wieder am Dienstag mit Fitnesstests die punktspielfreie Zeit mit Arbeit und Leben erfüllte, rückte zur Wochenmitte auch wieder der Ball in den Blickpunkt. Trotz des widrigen Wetters ließ Kovac mehr als zwei Stunden lang trainieren, was seinen Spielern alle Konzentration abverlangte. „Es war ein schwerer und nasser Boden heute“, sagte Blum. „Das Ballfeeling ist anders als sonst.“

          Dass Kovac nicht nur am Mittwoch zweimal trainierte, sondern auch an diesem Donnerstag zweimal auf den Platz bittet, war nach der Pause erwartet worden. Auch Blum findet es gut, dass die Zügel wieder angezogen werden und die Mannschaft die kommenden Tage, unterbrochen durch das Testspiel gegen Sandhausen, nutzen will, um sich gewohnt akribisch auf die nächste Bundesligaprüfung vorzubereiten. Samstag in einer Woche geht es zum schweren Auswärtsspiel nach Sinsheim, der sportlichen Spielstätte der favorisierten TSG Hoffenheim. „Ich muss an den Grundlagen arbeiten und weiter Gas geben“, sagte der offensiv ausgerichtete Mittelfeldspieler Blum. „Ich gebe nicht auf. Ich gebe niemals auf.“

          Und so könnte Blum, wenn er weiterhin konzentriert an seinem Comeback arbeitet, auch zu der Reisegesellschaft gehören, die sich kurz vor Weihnachten auf die Schwäbische Alb begeben wird. Am Mittwoch nämlich hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die genauen Spieltermine des Achtelfinals im DFB-Pokal bekanntgegeben. Die Eintracht, die es bekanntlich mit dem 1. FC Heidenheim zu tun bekommt, muss sich danach am Mittwoch, den 20. Dezember, im letzten Pflichtspiel des Jahres von 20.45 Uhr an bei dem Zweitligaklub beweisen.

          Quelle: F.A.Z.

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