Home
http://www.faz.net/-gtm-10bqe
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Ausgedünnter Kader Funkel attackiert Länderspiel-Planung

02.09.2008 ·  Acht Spieler der Frankfurter Eintracht tragen ein Nationaltrikot. Die Folge: In diesen Tagen ist der Kader so ausgedünnt, dass eine vernünftige Trainingsarbeit nicht mehr möglich ist. Deshalb nimmt Trainer Funkel die Länderspiel-Termine ins Visier.

Von Josef Schmitt
Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Nicht selten betont Friedhelm Funkel, wie lange er schon im Bundesligageschäft als Spieler und Trainer dabei sei und dass er im Grunde schon alles erlebt habe. Doch in diesen Tagen sammelt auch der Trainer der Frankfurter Eintracht wieder neue Erfahrungen. Das Aufgebot der Eintracht ist so ausgedünnt, dass eine vernünftige Trainingsarbeit überhaupt nicht mehr möglich ist. 26 Spieler umfasst der Lizenzspielerkader der Eintracht, acht Spieler sind für Nationalmannschaften unterwegs, weitere sechs sind verletzt. Bleiben zwölf Spieler im Training, darunter drei Torhüter.

Selbst für das Privatspiel an diesem Mittwoch bei der Spielvereinigung 03 Neu-Isenburg könnte Funkel keine Mannschaft mehr aus seinen Profis bilden, es sei denn, er würde Torhüter im Feld nominieren. Das Spiel wird trotzdem stattfinden, die Eintracht wird sich mit Spielern aus der U-23-Mannschaft behelfen. Es sei eine „sehr schwierige Situation“, gibt der Frankfurter Fußballlehrer zu.

„Das ist nicht zu verantworten“

Wie viele seiner Kollegen aus der Bundesliga übt Funkel in diesem Zusammenhang scharfe Kritik an der nationalen wie internationalen Terminplanung. Die Vereine, also die Arbeitgeber der Spieler, seien kaum noch in der Lage, vernünftig zu planen. Zunächst hatten viele Spieler wegen der Europameisterschaft große Teile der Vorbereitung verpasst. Dann hat es gleich nach der ersten Bundesligapartie ein Länderspiel gegeben, nun gibt es WM-Qualifikationsspiele nach dem dritten Spieltag. „Das ist nicht zu verantworten“, sagt der Eintracht-Trainer deutlich, „die Probleme werden auf Spieler und Trainer abgeladen.“

Die Spieler könnten bei diesem Stress, der noch durch Reisen verschärft werde, nicht in bester Verfassung sein, die Trainer könnten die Mannschaften nicht seriös vorbereiten. Funkel: „Die Spieler können einfach nicht so gut spielen, wie es die Zuschauer erwarten.“ Es sei Zeit, sich Gedanken zu machen über die Ansetzungen der Länderspiele. Aus Funkels Sicht müssten sie „später im Herbst stattfinden“.

Keine weiteren Neuzugänge

Die Eintracht ist durch die jüngsten Verletzungsausfälle von Ioannis Amanatidis, der wegen eines Muskelbündelrisses womöglich zwei Monate ausfallen wird, und Marco Russ, der wegen eines Muskelfaserisses drei Wochen pausieren muss, vor dem nächsten Bundesligaspiel am Freitag der kommenden Woche gegen den Karlsruher SC besonders betroffen. Nationalspieler wie der Schweizer Christoph Spycher, der Grieche Nikos Liberopoulos, der Tscheche Martin Fenin und der Mexikaner Aaron Galindo, werden ebenso 48 Stunden vor dem Bundesligaspiel noch für ihre Nationalmannschaften im Einsatz sein wie Markus Steinhöfer. Der Neuzugang ist am Montag für die beiden Begegnungen der U 21-Nationalmannschaft gegen Nordirland (5. September in Wuppertal) und Israel (9. September in Duisburg) nachnominiert worden.

Funkel bleibt demnach nur die Hoffnung, dass Profis wie Benjamin Köhler und Alexander Meier, die nach überstandenen Verletzungen in dieser Woche wieder dabei sind, tatsächlich so weit hergestellt sind, dass sie in die Bresche springen können. In Neu-Isenburg sollen beide an diesem Mittwoch eingesetzt werden. An Neuzugänge hat die Eintracht übrigens trotz der akuten Personalknappheit nicht gedacht. „Es gibt keine Panik, und es gibt keinen Schnellschuss“, waren sich der Trainer und der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen einig.

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel
Fußball
 Bundesliga 
 2. Bundesliga 
  Verein Sp Diff Pkt.  
1.  Logo: Borussia Dortmund
Borussia Dortmund   34  55   81 Gleichheit zur Vorwoche
2.  Logo: Bayern München
Bayern München   34  55   73 Gleichheit zur Vorwoche
3.  Logo: FC Schalke 04
FC Schalke 04   34  30   64 Gleichheit zur Vorwoche
4.  Logo: Bor. Mönchengladbach
Bor. Mönchengladbach   34  25   60 Gleichheit zur Vorwoche
5.  Logo: Bayer Leverkusen
Bayer Leverkusen   34  8   54 Gleichheit zur Vorwoche
6.  Logo: VfB Stuttgart
VfB Stuttgart   34  17   53 Gleichheit zur Vorwoche
7.  Logo: Hannover 96
Hannover 96   34  -4   48 Gleichheit zur Vorwoche
8.  Logo: VfL Wolfsburg
VfL Wolfsburg   34  -13   44 Gleichheit zur Vorwoche
9.  Logo: Werder Bremen
Werder Bremen   34  -9   42 Gleichheit zur Vorwoche
10.  Logo: 1. FC Nürnberg
1. FC Nürnberg   34  -11   42 Gleichheit zur Vorwoche
11.  Logo: 1899 Hoffenheim
1899 Hoffenheim   34  -6   41 Gleichheit zur Vorwoche
12.  Logo: SC Freiburg
SC Freiburg   34  -16   40 Gleichheit zur Vorwoche
13.  Logo: FSV Mainz 05
FSV Mainz 05   34  -4   39 Gleichheit zur Vorwoche
14.  Logo: FC Augsburg
FC Augsburg   34  -13   38 Verbesserung zur Vorwoche
15.  Logo: Hamburger SV
Hamburger SV   34  -22   36 Verschlechterung zur Vorwoche
16.  Logo: Hertha BSC
Hertha BSC   34  -26   31 Verbesserung zur Vorwoche
17.  Logo: 1. FC Köln
1. FC Köln   34  -36   30 Verschlechterung zur Vorwoche
18.  Logo: 1. FC Kaiserslautern
1. FC Kaiserslautern   34  -30   23 Gleichheit zur Vorwoche

Nicht gewonnen, nicht verloren

Von Peter Heß

Im Formel-1-Tempo sollte in der durch Korruptionsvorwürfe durchgeschüttelten Fifa aufgeräumt werden. Im Moment bewegt sie sich mit der Geschwindigkeit eines Motorrollers. Mehr 1