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Algarve Cup : Deutsche Frauen lernen schnell dazu

Diesmal enteilt: Lena Goeßling (r.) und das deutsche Team besiegen die Schwedinnen im zweiten Aufeinandertreffen Bild: AFP

Beim zweiten Mal läuft´s besser: die deutschen Fußballfrauen besiegen Schweden im zweiten Aufeinandertreffen 2:1 und erreichen beim Algarve Cup den dritten Platz. Bundestrainerin Neid nutzt die Gelegenheit für letzte Experimente.

          Rein vom Ergebnis beurteilt, brachte die Woche in Portugal schon mal einen Lerneffekt: Nachdem die deutsche Fußball-Nationalmannschaft der Frauen zum Auftakt des Algarve-Cups gegen Schweden noch 2:4 verloren hatte, gewann sie am Mittwoch zum Abschluss des Turniers im Spiel um Platz drei gegen denselben Gegner nach den Toren von Anja Mittag (3. Minute) und Alexandra Popp (52.) und des Gegentreffers von Sofia Jacobsson (64.) 2:1. Das Finale gewannen die Vereinigten Staaten mit 2:0 gegen Frankreich. Julie Johnston (7. Minute) und Christen Press (42.) erzielten am Mittwochabend in Faro die Tore für den Rekordsieger.

          „Es hat was Gutes, dass wir nochmals gegen Schweden spielen müssen. So können wir die Niederlage wettmachen, die uns schon etwas getroffen hat“, hatte Torjägerin Celia Sasic schon vor dem zweiten Aufeinandertreffen gegen einen Gegner gesagt, der wie die Deutschen zum Favoritenkreis bei der am 6. Juni beginnenden WM in Kanada gehören. Das galt besonders auch für die Mittelstürmerin selbst, der die Schwedinnen vor Wochenfrist das 100. Länderspiel etwas verdarben.

          „Jeder konnte sich beweisen“

          Bei der Neuauflage wurde Sasic nun zur Schonung für die bevorstehenden Aufgaben beim FFC Frankfurt nur in Halbzeit zwei eingesetzt, während die in Schweden spielende Anja Mittag von Beginn an in vorderster Front gegen aus dem Ligaalltag vertrauten Gegnerinnen spielen durfte. Solche Personalrochaden prägten die Tage beim seit zwei Jahrzehnten als traditioneller Frühjahrstest für die meisten Spitzenteams im internationalen Fußball dienenden Frauen-Turnier. Bundestrainerin Silvia Neid nutzte die letzte Gelegenheit für weitere Experimente, ehe sie im Länderspiel gegen Brasilien am 8. April und während des WM-Trainingslagers ihre Stammelf suchen wird. „Jede konnte sich hier in Portugal beweisen“, sagt auch Celia Sasic. „Das tut dem Team gut, weil jede noch ein paar Prozent mehr aus sich herausholt.“

          Auch nach dem Algarve-Cup sind noch einige Positionen zu vergeben, weil die jüngsten Verletztenmeldungen zu Umstellungen zwingen. So wird die Weltfußballerin Nadine Keßler nach einer abermaligen Knieoperation nicht an der WM teilnehmen können. Diese Nachricht erfuhren ihre Teamkolleginnen während der Tage in Portugal. Dort hat sich nun auch noch Innenverteidigerin Luisa Wensing beim 2:0-Sieg gegen China einen Wadenbeinbruch zugezogen. Da sich die routinierte Abwehrchefin Saskia Bartusiak nach einer Knieverletzung noch in der Rehabilitation befindet, sind somit gerade im defensiven Zentrum einige Fragen offen.

          Konnte viel ausprobieren: Bundestrainerin Silvia Neid
          Konnte viel ausprobieren: Bundestrainerin Silvia Neid : Bild: AFP

          „Es tut uns allen extrem leid für die Mädels, die jetzt ausfallen und deren WM-Traum geplatzt ist“, sagt Celia Sasic, die 2007 eine WM wegen einer Verletzung verpasst hatte. „Aber wir haben als Team die Qualitäten, Ausfälle zu kompensieren. Das haben wir schon 2013 bewiesen.“ Vor zwei Jahren gewannen die deutschen Frauen nach dem Ausfall eines halben Dutzends an Stammkräften die EM, weil einige Nachwuchstalente in die Bresche sprangen. In ähnlicher Weise könnten nun Sarah Däbritz oder Melanie Leupolz die Gunst der Stunde nutzen. An der Algarve rückten die Mittelfeldspielerinnen in den Fokus. Und so war auch Bundestrainerin Neid zufrieden: „Wie wir hier aufgetreten sind und uns gesteigert haben, ist äußerst positiv zu bewerten.“

          Für das deutsche Team steht nun am 8. April in Fürth das letzte Länderspiel in Deutschland vor WM-Beginn Boden an. Danach geht es um einen Teil der Vorbereitung, der auf den zu dieser Zeit des Jahres so wohltuend saftigen Grüns der Algarve nicht möglich war. Im WM-Trainingslager in der Schweiz bereitet sich die DFB-Auswahl auf den ungewohnten Kunstrasen vor, auf dem in Kanada erstmals Weltmeisterinnen ermittelt werden. Auch in jenen Tagen Ende Mai werden also schnelle Lerneffekte gefragt sein.

          Quelle: F.A.Z.

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