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Aktie ab 9. Februar Olympique Lyonnais will an der Börse punkten

26.01.2007 ·  Als erster französischer Fußballklub geht Serienmeister Olympique Lyonnais am 9. Februar an die Börse. Zwischen 21 und 24,40 Euro soll die Aktie kosten. Doch Skepsis ist ob der Enttäuschungen andere Fußballvereine angebracht.

Von Christian Schubert, Paris
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Zwischen 21 und 24,40 Euro soll die Aktie des führenden französischen Fußballklubs Olympique Lyonnais (OL) kosten. Das gab der Verein bekannt, der seine Anteilsscheine als erster französischer Fußballklub vom 9. Februar an in Paris an der Börse handeln lassen will. Am Freitag begann die Zeichnungsfrist für die Aktionäre.

OL will vor allem institutionelle Anleger für den Börsengang gewinnen und nur ein kleineres Kontingent für Ticketabonnenten und Mitarbeiter bereithalten. In Kürze beginnt eine Roadshow durch mehrere europäische Städte. Die Notierung erfolgt im Zuge einer Erhöhung des Kapitals, das am Mittelpunkt der Preisspanne ohne Ausübung der Mehrzuteilungsoption um 83,7 Millionen Euro oder rund 30 Prozent steigen könnte.

Wirtschaftliche Gesundheit und modernes Stadion

Vereinspräsident Jean-Michal Aulas warb in Paris vor Journalisten für sein Unternehmen, das er nicht nur als Fußballverein, sondern als „wichtigen Akteur der Medienbranche und der Sportunterhaltung sieht“. Die frischen Mittel will er vor allem für den Bau eines neuen Stadions nutzen, das zur Jahresmitte 2010 zur Verfügung stehen soll.

Die französische Regierung hat Ende vergangenen Jahres erstmals Börsengänge von Fußballvereinen zugelassen, wenn sie wirtschaftlich gesund sind und ein modernes Stadion haben oder planen. Diese Gesetzesänderung erfolgte wesentlich auf Betreiben von OL, des seit langem mit Abstand sportlich erfolgreichsten Fußballklubs Frankreichs. Die letzten fünf Landesmeisterschaften hat der Verein gewonnen. Er nimmt seit 1999 regelmäßig an der europäischen Champions-Liga teil. 19 der 26 Spieler der ersten Auswahl sind Nationalspieler. Zehn von ihnen stammen aus der eigenen Nachwuchsförderung.

Vereinspräsident mit Erfahrung mit Börsengängen

Dem Verein fehlt nur noch ein europäischer Titel, der ihm mehr internationales Profil geben würde. Vereinspräsident Aulas, der den Klub seit 1987 führt, betont aber auch, dass OL „kurzfristig“ nicht von den sportlichen Ergebnissen abhänge. 2005/2006 seien 43 Prozent des Umsatzes von 166 Millionen Euro aus Übertragungsrechten gekommen, und knapp 13 Prozent aus dem sogenannten Merchandising wie Trikotverkauf oder Restaurationsleistungen, die unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Lyoner Starkoch Paul Bocuse angeboten werden. Der Spielerverkauf stand für 23 Prozent des Umsatzes, der Ticketverkauf für knapp 13 Prozent.

Aulas führt den Verein seit 1987 und ist ein Geschäftsmann, der Erfahrung mit Börsengängen hat. 1986 brachte er das Softwarehaus Cegid SA an die Börse, das er drei Jahre zuvor gegründet hatte. Heute ist es rund 313 Millionen Euro wert. Der Anteil von Aulas an OL von 50 Prozent wird durch die Kapitalerhöhung auf rund ein Drittel fallen. Seine Stimmrechte werden jedoch bei rund 40 Prozent liegen. Der zweitgrößte Aktionär, die Filmfirma Pathé, wird knapp ein Viertel des Kapitals sowie etwas höhere Stimmrechte behalten.

Neues Stadion mit Boutiquen und Freizeitzentrum

Vor dem Hintergrund schlechter Erfahrungen in der Vergangenheit warnen viele Analysten Anleger vor dem Engagement von Fußballvereinen. Der europäische Fußballindex von Bloomberg mit seinen 26 Titeln notiert heute rund 25 Prozent unter seinem Stand von Ende 2000. Die Vereine haben vielfach durch ihre Börsengänge gutes Geld eingenommen, die Anleger dann aber enttäuscht.

OL meint sich von vielen seiner Vorgänger an der Börse dadurch unterscheiden zu können, dass Einnahmen außerhalb des Fußballs erzielt würden. Am neuen, zwischen 230 und 270 Millionen Euro teueren Stadion werde eine Zone für Boutiquen und andere Geschäfte sowie ein Freizeitzentrum angesiedelt. Das Stadion mit 60.000 Plätzen soll auch für andere Veranstaltungen neben dem Fußball vermietet werden. Schließlich erhofft man sich durch die Namensvergabe, ähnlich wie bei der Allianz-Arena von Bayern München, eine lukrative Geldspritze.

Quelle: F.A.Z., 27.01.2007, Nr. 23 / Seite 23
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Jahrgang 1964, Wirtschaftskorrespondent in Paris.

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