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Europa-League-Finale : Ajax ist noch zu jung für den Titel

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Enttäuschung in Rot und Weiß: Amsterdam verpasst den Titel in der Europa League. Bild: Reuters

Amsterdam hat im Finale der Europa League gegen Manchester United keine Chance. Das liegt auch an der Unerfahrenheit. Ein Spieler stellt sogar einen Rekord für Europacup-Endspiele auf.

          Bei der Siegerehrung für den Gegner bot der AFC Ajax noch einmal alles auf, was er hat. Einen zweimaligen Champions-League-Gewinner, einen früheren Barcelona-Spieler und eine der größten Stürmerlegenden der Klub-Geschichte. Das Problem für Ajax Amsterdam war an diesem Abend bloß, dass die Stars des Vereins mittlerweile auf der Geschäftsstelle oder am Spielfeldrand sitzen. Edwin van der Sar ist jetzt Vorstandschef, Marc Overmars Sportdirektor und Dennis Bergkamp Ko-Trainer. Die aktuelle Mannschaft dagegen war in diesem Europa-League-Finale zu jung und zu unerfahren für einen Gegner wie Manchester United. Sie verlor mit 0:2 (0:1).

          „Ich habe nicht das Ajax gesehen, das ich normalerweise sehe“, sagte der Trainer Peter Bosz hinterher. Das stimmte vielleicht auf dieses Endspiel bezogen, aber generell betrachtet auch wieder nicht.

          Denn ganz egal, ob Ajax an diesem Mittwoch in Stockholm in einem Europapokal-Finale stand oder 1972 mit dem großen Johan Cruyff oder 1995 mit dem nach eigener Auffassung mindestens genauso großen Louis van Gaal: Dieser Verein ist seiner Philosophie immer treu geblieben. Er kauft keine teuren Stars, sondern bildet sie selbst aus. Sechs Spieler der Amsterdamer Anfangsformation waren gegen Manchester erst 21 Jahre oder jünger. Der 17-jährige Matthijs de Ligt war sogar der jüngste Spieler, der je in einem Europacup-Endspiel stand.

          Paul Pogba brachte Manchester United im Finale in Führung. Bilderstrecke

          „Für jeden unserer Spieler war dies das erste große Finale“, sagte Bosz. „Sie werden daraus eine Menge lernen und daran wachsen. Wenn wir diese Mannschaft zusammenhalten können, werden wir nächste Saison noch stärker werden, da bin ich mir sicher.“

          Der Lärm von fast 20.000 Ajax-Fans in der Friends Arena und der große Name des Klubs überdeckten ein wenig, dass dieses junge Team schon auf dem Weg nach Stockholm nur wenig Stabilität zeigte. Im Viertelfinale gegen Schalke 04 und im Halbfinale gegen Olympique Lyon spielte es zu Hause jeweils brillant und auswärts dann deutlich schwächer. „Wir haben sie genau analysiert. Wir wussten, dass sie sehr unerfahren sind und wahrscheinlich Nerven zeigen, wenn wir ihnen nicht viel gestatten“, sagte Manchesters Verteidiger Chris Smalling.

          United traf zweimal durch Paul Pogba (18. Minute) und Henrich Mchitarjan (48.). Die Niederländer dagegen hatten erst drei Minuten vor Schluss ihre erste gute Torchance. „Wir können trotzdem stolz auf das sein, was wir geleistet haben, dass wir mit dieser jungen Mannschaft ins Finale gekommen sind“, sagte der deutsche Ajax-Profi Amin Younes. „Wenn du ein Finale erreichst, hat du auch viele Dinge gut und richtig gemacht. Darauf sollten wir aufbauen.“

          Genau das ist bei Ajax aber auch nicht leicht, denn die besten Spieler werden diesem Verein traditionell weggekauft. So könnte es demnächst mit Stürmer Kasper Dolberg oder auch mit Younes passieren. So war es früher schon mit Bergkamp, Overmars und van der Sar.

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