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Copa del Rey : Der 91-Millionen-Mann entscheidet den Clásico

Der Überflieger: Gareth Bale ist der Matchwinner des Final-Clásicos Bild: AFP

Gareth Bales langer Lauf zu sich selbst: Der 91-Millionen-Mann von Real Madrid entscheidet das Finale des Copa del Rey gegen den FC Barcelona mit einem Gala-Auftritt zum 2:1-Siegtreffer.

          Die Bühne beim Clásico im Finale des spanischen Königspokals (Copa del Rey) war bereitet für den ersten ganz großen Soloauftritt von Gareth Bale: Sein Mannschaftskamerad und Superstar Cristiano Ronaldo saß beim Aufeinandertreffen ihres Klubs Real Madrid mit dem großen Rivalen FC Barcelona nur auf der Tribüne.

          Der Weltfußballer des vergangenen Jahres laboriert noch immer an seine Knieverletzung und muss wohl auch noch um einen Einsatz gegen Bayern München im Halbfinal-Hinspiel der Champions League am Mittwoch bangen. Der Superstar auf der Gegenseite, Lionel Messi, präsentierte sich derweil auch am Mittwochabend im Mestalla-Stadion von Valencia wie in den vergangenen Wochen üblich weit unter seiner Normalform.

          Der Start ins Glück: Bale (r.) übersteht das Tackling von Bartra Bilderstrecke
          Der Start ins Glück: Bale (r.) übersteht das Tackling von Bartra :

          Der 91-Millionen-Euro-Einkauf Bale nutzte die Gelegenheit zum ersten ganz großen Auftritt im Trikot seines spanischen Arbeitgebers. Bale schnappte sich in der 85. Minute noch in der eigenen Hälfte den Ball und sprintete in unnachahmlichem Stil auf der linken Außenbahn los. Selbst ein Tackling von Gegenspieler Marc Bartra, der Bale sogar über die Seitenauslinie hinaus aus dem Feld drängte, konnte den Waliser nicht aufhalten. Unbeirrt rannte er Bartra davon, lief im großen Bogen Richtung Strafraum und schoss den Ball mit der Pike an Barca-Schlussmann Pinto vorbei zum 2:1-Siegtreffer ins Netz.

          Der lange Lauf zu sich selbst war nun nicht gleich die gesamten 91 Millionen Euro wert, die Real Madrid im Sommer an Tottenham Hotspur überwiesen haben soll. Aber der famose Siegtreffer in einem zwar temporeichen, doch torraumszenenarmen Finale belegte hinreichend, welch großartigen Fußballspieler sich Real Madrid für eine weltweit heiß diskutierte Ablösesumme sicherte.

          Mustergültiger Konter

          Das Spiel begann mit einem überlegenen Team aus Madrid, das in der elften Minute nach einem mustergültigen Konter die verdiente Führung erzielte. Isco leitete den Hochgeschwindigkeitsspielzug mit einem Pass auf Bale ein, der den Ball ebenso direkt weiterleitete wie Benzema auf Angel di Maria, der den Ball mit Hilfe des Innenpfostens zur Führung ins Tor schoss.

          Barcelona hatte anschließend zwar deutlich mehr Ballbesitz, kam aber bis weit in die zweite Halbzeit hinein zu keinen Torchancen. Lionel Messi war dabei so gut wie gar nicht zu sehen. Spötter könnten sagen, dass er sogar weniger präsent war als sein Rivale Cristiano Ronaldo, den das spanische Fernsehen während der Übertragung immer wieder im Kreis seiner ebenfalls verletzten Mitspieler wie Sami Khedira einblendete.

          Ronaldo präsenter als Messi

          So sah man auch, dass der Portugiese geschockt reagierte, als Schiedsrichter Antonio Matheu Lahoz in der 68. Minute eine Vorentscheidung für sein Team verhinderte: Der Unparteiische verweigerte einem Treffer von Karim Benzema die Anerkennung, da Bale zuvor Barcelonas Torwart Pinto behindert haben soll. Statt Real traf nur 60 Sekunden später Barcelona zum überraschenden Ausgleich auf eine für den Klub des Tiki-Taka höchst ungewöhnliche Weise: Marc Bartra traf nach einem Eckball per Kopf. Solch ein Tor ist im Kombinationsfußball von Barca so selten wie Weitschusstore bei Teams von Pep Guardiola.

          Der Ausgleich tat dem Spiel gut, es nahm anschließend immer mehr Fahrt auf. Und es hätte zur Krönung sicher auch eine Verlängerung verdient gehabt. Die dreißigminütige Zugabe verhinderte aber nicht nur Bale mit seinem Gala-Auftritt. Zudem stand der rechte Pfosten des eigenen Tores Real Madrid in der 89. Minute zur Seite. Neymar traf nach einem Pass von Xavi eben nur dieses Aluminium-Teil, von wo der Ball zum Unglück der Katalanen genau in die Arme von Reals Torwart Iker Casillas prallte, der in dieser Spielzeit anders als in der Liga in den Pokalwettbewerben zum Einsatz kommt.

          Casillas durfte deshalb als Kapitän nur wenige Minuten später den Königspokal in die Höhe stemmen. Viel schönere Siege als Endspielerfolge gegen Barcelona gibt es für Madrid nicht. Nach der Niederlage dürfte die Ablösung des glücklosen Barça-Trainers Gerardo Martino nach dieser Saison derweil immer wahrscheinlicher werden.

          Quelle: FAZ.NET

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