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4:0 gegen Barcelona Bayern sind reif für das große Finale

Eine Fußball-Gala in turbulenten Zeiten: Der FC Bayern siegt im Halbfinal-Hinspiel der Champions League 4:0 gegen „Barca“. Für die Katalanen war es das schlimmste Debakel seit einem 0:4 im Champions-League-Endspiel 1994 gegen den AC Mailand.

© REUTERS Vergrößern Siegerkette: Müller (rechts) und seine Münchner

Auf der Ehrentribüne, mit einem rot-weißen Schal, hat Uli Hoeneß am Dienstag einen sorglosen Abend erlebt, wie er derzeit selten ist für den Präsidenten des FC Bayern München. Hoeneß, in dessen Affäre wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung wenige Stunden vor Anpfiff neue, brisante Details vermeldet worden waren (die Existenz eines Haftbefehls gegen Hoeneß, der laut „Süddeutscher Zeitung“ nur gegen eine Kaution von fünf Millionen Euro auf freiem Fuß ist), war einer von 68.000 Augenzeugen eines rauschenden Fußballfestes, das aber nur eines der beiden Teams feierte: der FC Bayern München. Vom scheidenden Trainer Jupp Heynckes glänzend eingestellt, setzte sich der neue deutsche Meister im Halbfinal-Hinspiel der Champions League gegen den FC Barcelona, der seit Jahren als Maß der Dinge im Weltfußball gilt, verdient mit 4:0 Toren durch und geht nun mit einer mehr als glänzenden Ausgangsposition in das Rückspiel in einer Woche in Barcelona.

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Als entscheidender Trumpf des FC Bayern in turbulenten Zeiten erwies sich erst die Stärke bei Standards, dann die bei Kontern. Die ersten beiden Tore, durch Thomas Müller (25. Minute) und Mario Gomez (49.), fielen nach Eckbällen. Das dritte Tor gelang Arjen Robben mit feiner Solo-Einlage nach einem Konter (73.), das vierte Müller nach Vorlage von David Alaba (82.).

FC Bayern München - FC Barcelona Großer Auftritt! Thomas Müller mit Mario Gomez im Schlepptau © dpa Bilderstrecke 

Damit haben die Bayern nach dem 6:1 im nationalen Pokal gegen den VfL Wolfsburg binnen einer Woche mehr als angemessene Revanche für ihre beiden peinlichsten Niederlagen der letzten fünf Jahre genommen - beide erlitten binnen fünf Tagen im Jahr 2009: erst ein 1:5 in Wolfsburg, das danach Meister wurde; dann, vier Tage später, das 0:4 in Barcelona, die große Show von Lionel Messi. Diesmal, am Dienstag in München, ist der weltbeste Fußballer nur eine Randfigur geblieben.

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Schon bei der Champions-League-Hymne war ein Vorteil der Münchner deutlich geworden: der Längenunterschied. Bei „Barca“ überragten nur drei Feldspieler den kleinen Weltstar Messi erkennbar - bei den Bayern waren es mindestens sieben. Bei der fünften Ecke, die der fleißige Mandzukic-Vertreter Mario Gomez mit einem langen Spurt gewonnen hatte, wirkte sich das erstmals aus. Die Katalanen bekamen den Ball nicht weg, er landete am rechten Flügel bei Arjen Robben, der eine weiche Flanke auf den turmhohen Krauskopf von Dante schnibbelte. Der Brasilianer, der es schwer gehabt hätte, aus der mehr gehobenen als geschlagenen Flanke einen Kopfball mit der nötigen Wucht aufs Tor zu bringen, entschied sich anders und goldrichtig. Er drückte den Ball mit der Stirn zurück ans vordere Eck des Fünfmeterraumes, wohin der hellwache Müller gestartet war - er drückte den Ball ins kurze Ecke.

Messi wirkte nicht frisch

Lange Zeit war es zunächst ein auf hohem Niveau tastend und vorsichtig verlaufendes Duell, in dem beide Mannschaften hohen Respekt vor der Ballsicherheit und Umschaltgeschwindigkeit des Gegners zeigten. „Man darf den FC Barcelona nicht auf Messi reduzieren“, hatte Trainer Jupp Heynckes kurz vor dem Spiel zum Pay-TV-Sender „Sky“ gesagt. Aber diese wichtige Teilaufgabe erledigten die aufmerksamen Defensivleute der Bayern gekonnt. Schweinsteiger und Martinez, der einmal sogar Szenenapplaus und Sprechchöre erhielt, als er seinem spanischen Landsmann Andres Iniesta den Ball im buchstäblichen Sinne abrang, dichteten die Gefahrenzone vor dem eigenen Strafraum so gut ab, dass sich Messi meist bis hinter die Mittellinie zurückfallen lassen musste, um an den Ball zu kommen.

Nur einmal zeigte der viermalige „Weltfußballer“ dann aber wie aus dem Nichts seine unvergleichliche Torgefahr. Iniesta nutzte in der 29. Minute eine Lücke, um Pedro am rechten Flügel freizuspielen, und der fand mit einem flachen Zuspiel vors Tor um ein Haar den blitzartig dort aufgetauchten Argentinier. Mit der Fußspitze kratzte Dante den Ball gerade im rechten Moment noch vor Messi weg und hatte Glück, dass er mit seiner Klärung knapp das eigene Tor verfehlte. Doch ansonsten wirkte Messi nicht frisch und zunehmend frustriert von der starken Defensive des Gegners. Die Bayern agierten hoch konzentriert und stets sachlich. So kam der Argentinier auch in der zweiten Halbzeit nach überstandener Oberschenkelverletzung nicht recht in Tritt. Problemlos wurde er mehrfach einfach vom Ball gedrängt oder aussichtslos von Bayern umzingelt.

Kaum noch Zweifel, dass ein neues Finale wartet

Dafür legten die Münchner nach der Pause wieder los und spielten ihre Trümpfe aus. Der neunte Eckball brachte das 2:0, als Torwart Valdes den lang geschlagenen Ball nicht erreichte, Müller zurück in die Mitte legte und Gomez aus kurzer Distanz - wenn auch aus stark Abseits verdächtiger Position - vollendete.

Die Bayern drängten nun mit Macht auf ein drittes Tor, das Schüsse von Müller (52. Minute) und Ribéry (54.) und ein Kopfball von Robben (58.) knapp verfehlten. Der FC Barcelona hatte zwei halbe Chancen nach Standards durch Verteidiger Marc Batra, doch ganze Sachen machten an diesem Abend nur die Bayern. Als Robben rechts durchging und, resolut freigeblockt von Müller, mit links zum 3:0 vollendete und als Alaba Müller das 4:0 vorlegte, gab es kaum noch jemanden, der daran zweifelte, dass ein Jahr nach dem verlorenen „Finale dahoam“ ein neues großes Finale auf den FC Bayern wartet: jenes am 25. Mai in London. Für Barcelona bedeutete die Niederlage unterdessen das schlimmste Debakel seit dem 0:4 im Endspiel der Champions League 1994 gegen den AC Mailand. Jene NIederlage  unter Trainer Johan Cryff leitete damals das Ende des sogenannten „Dream Teams“ ein.

Bayern München - FC Barcelona 4:0 (1:0)

Bayern München: Neuer - Lahm, Boateng, Dante, Alaba - Javi Martínez, Schweinsteiger - Robben, Müller (83. Pizarro), Ribéry (89. Shaqiri) - Gomez (71. Luiz Gustavo)
FC Barcelona: Valdés - Dani Alves, Piqué, Bartra, Jordi Alba - Busquets - Xavi, Iniesta - Alexis Sánchez, Messi, Pedro Rodríguez (83. Villa)
Schiedsrichter: Kassai (Ungarn)
Zuschauer: 68 000 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Müller (25.), 2:0 Gomez (49.), 3:0 Robben (73.), 4:0 Müller (82.)
Gelbe Karten: Gomez, Javi Martínez, Schweinsteiger / Alexis Sánchez, Bartra, Iniesta, Jordi Alba

Quelle: FAZ.NET

 
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Veröffentlicht: 23.04.2013, 22:36 Uhr

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