25.04.2005 · Dem FC Bayern ist der 19. Meistertitel kaum noch zu nehmen, Schalke unterlag abermals. Am Tabellenende kam Gladbach auch mit dem neuen Trainer Köppel in Nürnberg nur zu einem 0:0. Leverkusen bezwang Bremen 2:1.
Der Meister ist praktisch gekürt, der erste Absteiger ermittelt. Bereits vier Spieltage vor dem Saisonende sind in der Fußball-Bundesliga die ersten Entscheidungen gefallen. Weil der Konkurrenz aus Gelsenkirchen und Stuttgart auf der Zielgeraden die Puste ausgeht, ist aus dem vermeintlichen Titel-Dreikampf ein Alleingang des FC Bayern München geworden. Zum Einstand von Horst Köppel auf der Gladbacher Trainerbank kam die Borussia am Sonntag abend in Nürnberg zu einem 0:0. Leverkusen bezwang Bremen 2:1. (Bundesliga: Ergebnisse und Tabelle)
Ein Jahr nach der Entmachtung durch Double-Sieger Werder Bremen steht der deutsche Rekordmeister wieder dort, wo er nach eigenem Selbstverständnis hingehört. Trainer Felix Magath wehrte sich im Anschluß an das 3:1 über den VfL Bochum trotz des Neun-Punkte-Polsters gegen vorzeitige Glückwünsche, konnte sich aber ein Meisterlächeln nicht verkneifen: „Wir wollen nächste Woche mit einem Sieg beim 1. FC Kaiserslautern den Titel perfekt machen.“
Freude und Frust
Dort, wo die Bayern am Mittwoch in das Pokalfinale eingezogen waren, besiegelte der SC Freiburg den dritten Bundesliga-Abstieg. Der Frust über das 1:3 bei Arminia Bielefeld hielt sich jedoch in Grenzen. „Es war ein Prozeß. Wir sind nicht heute abgestiegen. Die Planungen für die zweite Liga laufen seit einigen Wochen“, sagte Volker Finke. Nach fast 14 Jahren auf der Bank der Freiburger beginnt der dienstälteste Bundesliga-Trainer zum wiederholten Mal mit dem Aufbau eines neuen Teams - angesichts der miserablen sportlichen Bilanz mit nur drei Saisonsiegen keine leichte Aufgabe. „Das war eine furchtbare Saison mit vielen Rückschlägen“, bekannte Finke.
Schalke bricht ein
Zumindest was die vergangenen Bundesliga-Wochen anbetrifft, fällt die Bilanz des FC Schalke ähnlich bedenklich aus. Ausgerechnet nach dem Heimsieg über die Bayern und dem Sprung an die Tabellenspitze brachen die „Königsblauen“ ein: Beim 1:4 in Berlin kassierten sie die vierte Niederlage in den vergangenen fünf Spielen und müssen nun sogar um den schon sicher geglaubten Platz in der Champions League bangen. „Wo wollt ihr in der kommenden Saison hinreisen, nach Madrid oder nach Liepaja“, fragte Trainer Ralf Rangnick seine Profis im Anschluß an die Partie. Selbst das Happy End im Pokalkrimi am vorigen Dienstag gegen Bremen verhalf nicht zu einer Kehrtwende: Eine weitere Gala-Show von Marcelinho brachte die Berliner bis auf drei Punkte an den Gegner heran.
Hildebrands Ausrutscher
Auch der VfB Stuttgart ist noch immer weit von der Meisterreife entfernt. Zum zweiten Mal hintereinander vergaben die Schwaben die Chance, den FC Schalke vom zweiten Platz zu verdrängen. Aus Enttäuschung über das magere 0:0 vor heimischer Kulisse gegen den VfL Wolfsburg vergriff sich Torhüter Timo Hildebrand im Ton: „Daß die Zuschauer schon in der Halbzeit gepfiffen haben, kotzt mich an.“
Die Vorentscheidung an der Spitze nimmt der Liga zwar die große Spannung, nicht aber jeglichen Unterhaltungswert. Schließlich ist der Kampf um das internationale Geschäft und die verbliebenen zwei Abstiegsplätze noch immer offen. Allerdings zeichnet sich auch im Tabellenkeller eine weitere vorzeitige Entscheidung ab: Denn für Hansa Rostock ist das rettende Ufer in weite Ferne gerückt. „Es sieht fast so aus, als ob die Titanic leichter zu retten war als die Kogge“, klagte Hansa-Trainer Jörg Berger nach dem 0:3 beim Hamburger SV.
Durchhalteparolen
Ungleich mehr Hoffnung auf den Klassenverbleib hat sein Bochumer Kollege Peter Neururer. Trotz der Niederlage in München wollte er nicht von einem Rückschlag reden: „Wir haben unser Gesicht nicht verloren, das ist das Wichtigste.“ Sein nach vier Spielen erstmals besiegtes Team will am kommenden Wochenende mit einem Erfolg über Mainz die Aufholjagd fortsetzen. Der Aufsteiger scheint für den Abstiegs-Showdown im Ruhrstadion gerüstet. Dank des 2:0-Erfolges über Hannover 96 stehen die Mainzer fünf Punkte vor Bochum.
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |