11.08.2011 · Der jungen deutschen Nationalmannschaft gelingt mit technisch hochklassigem Fußball der erste Sieg gegen Rekord-Weltmeister Brasilien seit 18 Jahren. Schweinsteiger, Götze und Schürrle treffen beim 3:2-Sieg für die Elf von Bundestrainer Löw.
Von Michael Horeni, StuttgartNach einer halben Stunde landete der Ball an der Seitenlinie bei Joachim Löw. Der Bundestrainer nahm ihn elegant an und ließ den Ball lässig auf seinem Fuß tänzeln. Es war, als wollte auch der Bundestrainer gegen Brasilien zeigen, dass technisch hochklassiger Fußball mittlerweile auch in Deutschland zuhause ist. Nach dem 3:2-Sieg der deutschen Mannschaft am Mittwoch in Stuttgart gegen den Rekordweltmeister besteht daran jedenfalls kein Zweifel mehr.
Die deutsche Mannschaft war jederzeit um anspruchsvollen Fußball bemüht, und wenn ihr es dann wie in der zweiten Halbzeit gelang, dazu das nötige Tempo ins Spiel zu bringen, wurden daraus großartige Momente. In einer am Ende begeisternden Partie siegten die Deutschen nach Toren von Bastian Schweinsteiger (61. Minute, Foulelfmeter), Mario Götze (68.) und Andre Schürrle (80.) bei Gegentreffern von Robinho (70., Foulelfmeter) und Neymar in der Nachspielzeit.
Die deutsche Mannschaft, der nach 18 Jahren der erste Sieg gegen Brasilien glückte, imponierte durch eine mannschaftlich oft erstklassige Leistung, in der die technische und taktische Klasse immer wieder sichtbar wurde. Geführt von Schweinsteiger und inspiriert von Götze gelang den Deutschen ein perfekter Einstand in die EM-Saison, der ihr Ziel auf den Titelgewinn nachdrücklich untermauerte. Der Sieg der Deutschen war verdient, sie investierten mehr in das Spiel, sie waren viel häufiger in Ballbesitz und schufen phasenweise eine Dominanz, die man kaum erwarten konnte.
Spielerische Überlegenheit gegen den Rekordweltmeister
In den ersten zehn Minuten machten die Deutschen aus einem Fußball-Klassiker ein Eishockeyspiel. Sie zogen ein Powerplay auf und drückten die Brasilianer rund um den eigenen Strafraum zurück, während der Ball in den deutschen Reihen hin und her zirkulierte, immer in der Hoffnung, dass sich eine Lücke im brasilianischen Abwehrblock auftun würde. Eine solch spielerische Überlegenheit eines deutschen Teams in den zwanzig Begegnungen gegen den Rekordweltmeister hatte es vermutlich noch nie gegeben.
Aber selbst in dieser beeindruckenden Phase der über die Jahre gewachsenen technischen Potenz made in Germany war es mit guten Torchancen nicht weit her. Götze hatte die beste Gelegenheit in der 6. Minute, als er mit seinem Schuss an Torwart César scheiterte. All das konnte einem ziemlich spanisch vorkommen. So nah kamen die Deutschen in ihrer Spielweise ihrem weltmeisterlichen Vorbild selten zuvor, falls überhaupt.
Schürrle für Podolski und Klose für Gomez
Aber für durchschlagenden Erfolg fehlte dem deutschen Team bei seinen Angriffen immer wieder eine Prise Tempo. Viel zu selten kamen die Deutschen mit Höchstgeschwindigkeit in den Zweikampf, um das brasilianische Bollwerk in Not zu bringen. Als die Südamerikaner nach einer Viertelstunde merkten, dass den deutschen Schönspielern die letzte Durchschlagskraft fehlte, sammelten sie allmählich Mut für ihre Konter. Die drei Offensivkräfte Robinho, Neymar und Pato waren dann fast immer dabei, wenn die Brasilianer blitzschnell auf Angriff umschalteten.
Nach der Pause ging es erst einmal genauso weiter. Die Brasilianer starteten sofort nach der Pause wieder einen überfallartigen Angriff, bei dem Pato alleine vor Neuer auftauchte, aber sein Heber verfehlte knapp das Tor. Doch die Deutschen waren sich auch ihrer Qualitäten weiterhin bewusst. Löw hatte zur Pause Schürrle für Podolski und Klose für Gomez gebracht, was der Offensive gut tat. Lahm setzte mit einem Fernschuss ein erstes Zeichen (53.), dann setzte sich Schürrle an der Außenlinie kurz darauf gegen Alves durch, aber Götzes Schuss konnten die Brasilianer gerade noch abblocken.
Technik und Tempo fanden unwiderstehlich zusammen
Nach knapp einer Stunde begeisterten die Deutschen dann mit einer Traumkombination, in der Technik und Tempo unwiderstehlich zusammen fanden. Nach schneller Stafette spielte Klose den Ball mit der Hacke auf Götze, der im Strafraum Schürrle anspielte, der im Zweikampf mit Lucio zu Fall kam und einen Elfmeter zugesprochen bekam. Schweinsteiger ließ sich die Gelegenheit zum 1:0 nicht entgehen (61.). Sieben Minuten später trafen die Deutschen die größte Fußballnation noch einmal empfindlich. Ein herrlicher Pass von Kroos erreichte Götze im Strafraum, der Dortmunder umkurvte den Torwart und erzielte cool das 2:0 (68.).
Aber der scheinbar sichere Vorsprung war nur zwei Minuten schon wieder dahin, weil Lahm im Strafraum Dani Alves ungeschickt zu Fall brachte - und Robinho mit dem Elfmeter das 2:1 (70.) erzielte. Obwohl Schürrle zehn Minuten vor Schluss das 3:1 glückte, durften sich die Deutschen bis zum Ende nicht sicher fühlen. In der Nachspielzeit gelang Neymar das 3:2 - aber den verdienten Sieg brachten die Deutschen ohne Zittern über die letzten Sekunden.
Glück gehabt!
Manfred Stiegel (1manfred)
- 11.08.2011, 21:36 Uhr
@Rudolf Blasy (bayrubl), Jugendarbeit
Alex Zunker (zunker)
- 11.08.2011, 21:13 Uhr
Fussball Top / Währung Flop
Guenter Meilinger (gomeilinger)
- 11.08.2011, 16:03 Uhr
Fußball-Petting
Eduard Sternowsky (hopedi)
- 11.08.2011, 15:49 Uhr
Lahm... leider kein würdiger Kapitän
M And (MA311977)
- 11.08.2011, 15:15 Uhr