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3:1 gegen Schalke Gladbachs wunderbares Jahr

21.12.2011 ·  Durch den Einzug ins DFB-Pokal-Viertelfinale beendet Gladbach ein besonderes Jahr 2011 erfolgreich. Schalke verliert bei der Borussia nicht nur das Spiel, sondern auch zwei Spieler.

Von Richard Leipold, Mönchengladbach
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© dapd Der Gladbacher Kreisel: Die Borussia besiegt Schalke und steht im Viertelfinale

Die Fans in der Nordkurve bedankten sich schon vor dem Anstoß mit einem langen Spruchband bei den Fußballprofis von Borussia Mönchengladbach für die Wandlung, die ihre Lieblingsmannschaft unter der Leitung des Trainers Lucien Favre vollzogen hat. „Letztes Jahr noch am Boden, heute auf dem Weg nach oben. Danke Jungs! Danke Lucien!“

Nach dem Schlusspfiff waren die Gladbacher Anhänger ihrer Lieblingsmannschaft noch mehr zu Dank verpflichtet. Dank eines 3:1 über den FC Schalke 04 erreichten die Rheinländer das Viertelfinale des DFB-Pokals. Juan Arango (18. Minute) und Marco Reus (56.) hatten mit ihren Toren scheinbar klare Verhältnisse geschaffen, ehe Julian Draxler den Anschlusstreffer erzielte.

Marco Reus (88.), bester Borussenspieler der vergangenen Monate, beseitigte kurz vor Schluss die letzten Zweifel am Sieg der Heimelf. Schalke verlor neben dem Spiel auch Klaas-Jan Huntelaar (47.) und Jermaine Jones (90.), die jeweils mit der Gelb-Roten Karte des Feldes verwiesen wurden.

Mehr als 54.000 Zuschauer sahen im Borussia-Park das Spitzenspiel dieser Pokalrunde. Favre hatte die Gelsenkirchener sogar als die derzeit „vielleicht beste Mannschaft in Deutschland“ angekündigt. Davon war jedoch zunächst nichts zu sehen. Schalke ging verhalten, fast zaghaft zu Werke. Ob es daran lag, dass sie ohne ihren Cheftrainer Huub Stevens auskommen mussten? Der Fußball-Lehrer wachte am Krankenbett seiner Mutter.

Die Heimelf wirkte im Offensivspiel zielstrebiger, profitierte beim Führungstreffer aber von der Hilfe eines gegnerischen Verteidigers. Beim Versuch, eine flache Flanke von Reus abzuwehren, unterlief Papadopoulos das Missgeschick, Arango den Ball in die Füße zu spielen. Der Mittelfeldspieler nutzte diese „Vorarbeit“ und seine feine Technik zu einem plazierten Schuss ins Tor.

Der Gegentreffer half den Schalkern zunächst nicht auf die Sprünge. Ihre offensiven Ansätze blieben meist früh im Stadium des Versuchs stecken. Auf der anderen Seite begnügten die Borussen sich damit, den Gegner von ihrem Strafraum fernzuhalten. Das kostete sie nicht einmal viel Mühe.

Nach dem Seitenwechsel wurde es für Schalke noch schwerer, die Partie zu drehen. Zwar kam der Titelverteidiger mit mehr Tatendrang aus der Kabine. Doch die guten Vorsätze wurden schon bald durch Rückschläge konterkariert. Den ersten versetzte Klaas-Jan Huntelaar seiner Elf. Der Gelsenkirchener Stürmer, bis dahin nicht weiter aufgefallen, handelte sich binnen weniger Sekunden zwei Strafen ein, die sich zu einem Platzverweis summierten.

Erst mokierte er sich über einen der beiden Schiedsrichter-Assistenten; die daraus folgende Gelbe Karte kommentierte er mit höhnischem Beifall und erhielt dafür „Gelb-Rot“. So spielten die Schalker von der 47. Minute an in Unterzahl. Eine äußerst schlechte Voraussetzung, um die ohnehin starken Abwehrkräfte der Gladbacher zu schwächen oder gar zu überwinden.

Kaum hatten die Westfalen damit begonnen, es wenigstens zu versuchen, wurden sie schon wieder gebremst. Reus überwand Torhüter Unnerstall mit einem Distanzschuss. Wenig später verhinderte der Mann zwischen den Pfosten gegen den heranstürmenden Herrmann einen noch höheren Rückstand.

Die Partie schien gelaufen. Doch das Gladbacher Spiel verlor an Geradlinigkeit. Und Schalke gab, trotz der scheinbar aussichtslosen Lage, nicht auf. Julian Draxler, für den unscheinbaren Pukki eingewechselt, flößte dem Titelverteidiger mit dem Anschlusstreffer wieder Hoffnung und den Gladbachern offenbar Furcht ein. So wurde es in den letzten zwanzig Minuten doch noch spannend.

Mit zehn Mann zeigten die Schalker nun mehr Mut und mehr Mumm als in der ersten Stunde der Partie. Raul bot sich sogar die Chance zum Ausgleich, er scheiterte jedoch mit einem Kopfball an Torhüter ter Stegen, den eine Rippenprellung nicht davon abhielt, seinen Dienst zu verrichten. Kurz vor Schluss meldete Gladbach sich zurück und Reus setzte mit dem 3:1 das letzte Ausrufezeichen hinter die Erfolgsgeschichte des Borussen-Jahrgangs 2011.

Der Mittelfeldspieler nutzte diese „Vorarbeit“ und seine feine Technik zu einem plazierten Schuss ins Tor.

Bor. Mönchengladbach - FC Schalke 04 3:1 (1:0)

Bor. Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dante, Daems - Nordtveit, Neustädter - Herrmann (88. Marx), Arango - Hanke (71. de Camargo), Reus (90.+2 Brouwers)
FC Schalke 04: Unnerstall - Höwedes, Papadopoulos, Matip, Fuchs - Jones - Höger (70. Marica), Raúl, Jurado (80. Baumjohann) - Huntelaar, Pukki (46. Draxler)
Schiedsrichter: Stark (Ergolding)
Zuschauer: 54.047 (ausverkauft)
Tore: 1:0 Arango (18.), 2:0 Reus (56.), 2:1 Draxler (70.), 3:1 Reus (88.)
Gelbe Karten: de Camargo / Papadopoulos
Gelb-Rote Karten: - / Huntelaar (47./Unsportlichkeit), Jones (90./Unsportlichkeit)

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