28.06.2010 · Wieder beeinflusst eine Fehlentscheidung ein WM-Spiel: Argentinien geht durch ein Abseitstor von Tevez in Führung. Am Ende siegen sie 3:1 gegen Mexiko; Higuain und Tevez treffen. Nun wartet Deutschland auf Argentinien.
Von Christian Kamp, JohannesburgDie Begegnung mit den alten Rivalen aus England war den Deutschen ein Fest, auf die nächste große Herausforderung brauchen sie nicht lange zu warten. Es ist zugleich anzunehmen, dass Argentinien, der Gegner im Viertelfinale am Samstag in Kapstadt (16.00 Uhr / FAZ.NET-WM-Liveticker), die Mannschaft von Joachim Löw vor ganz andere Probleme stellen könnte als die Engländer beim deutschen 4:1-Sieg am Sonntag.
Einen übermächtigen Eindruck erweckten zwar auch die Argentinier nicht bei ihrem 3:1 im Achtelfinale gegen Mexiko, vor allem in der Abwehr offenbarten sie manche Schwäche. Es ist aber ohne Frage eine Mannschaft, die über ebenso viel Herz und Leidenschaft verfügt wie spielerische Extraklasse. Carlos Tévez (26. und 57. Minute) und Gonzalo Higuaín mit seinem vierten Turniertreffer (33.) brachten den Sieg am Sonntagabend vor 84.380 Zuschauern im Soccer-City-Stadion von Johannesburg unter Dach und Fach - begünstigt allerdings durch eine klare Abseitsposition von Tévez beim 1:0. Für Mexiko traf Javier Hernandez nach 71 Minuten.
Deutschland gegen Argentinien, das ruft nicht nur Erinnerungen wach an die großen Duelle zwischen den beiden Teams in den Endspielen 1986 und 1990, sondern natürlich auch an eines aus der jüngeren Vergangenheit. Der Sieg der von Jürgen Klinsmann trainierten Mannschaft vor vier Jahren in Berlin im Elfmeterschießen war schließlich der Höhepunkt des deutschen WM-Sommers. „Wir wollen unbedingt die Revanche“, sagte Tevez nach dem Erfolg gegen Mexiko. Bei der bislang letzten Partie, im März dieses Jahres in München, behielt Argentinien mit 1:0 die Oberhand. Es wird spannend sein zu sehen, welches der beiden Teams seitdem den größeren Entwicklungssprung gemacht hat.
„Wir sind besser als das Team damals“
Auch das Duell zwischen Argentinien und Mexiko hatte es 2006 schon gegeben, ebenfalls im Achtelfinale. Damals gewannen die Argentinier in Leipzig durch ein wunderbares Tor von Maxi Rodríguez 2:1 in der Verlängerung. Mexiko hatte sich viel vorgenommen, um diesen Stachel zu ziehen, wie Kapitän Márquez sagte. Er war sich sicher: „Wir sind besser als das Team damals.“ Und die Mexikaner erwischten den weitaus besseren Start.
Argentinien war noch gar nicht richtig im Spiel, da hatte Mexiko schon drei Mal höchst gefährlich aufs Tor geschossen. Salcido versuchte es aus 40 Metern und traf die Latte, bei Guardados Versuch von der Strafraumlinie drehte sich der Ball so eben noch vom Tor weg, und auch beim Schuss von Hernandez aus 18 Metern fehlte nicht viel. Trainer Aguirre hatte im Vergleich zum 0:1 gegen Uruguay drei Wechsel vorgenommen, Hernandez, Bautista und Juárez anstelle von Franco, Moreno und Blanco - es schien nicht zum Schaden des Teams zu sein.
Die Argentinier dagegen wirkten irgendwie unkonzentriert, in der Abstimmung ging manches schief. Nach der Verschnaufpause gegen Griechenland hatte Maradona natürlich wieder seine erste Besetzung aufgeboten. Das bedeutete Higuaín und Tévez für Agüero und Milito im Sturm, außerdem spielten Heinze, di María und Kapitän Mascherano wieder von Beginn an. Es fehlte eigentlich nur Innenverteidigung Samuel wegen einer Oberschenkelblessur. Mehr als einen Versuch von Messi und das eine oder andere Dribbling des Mannes mit der Nummer 10 gab es eine knappe halbe Stunde lang aber nicht zu sehen von den Argentiniern.
Osorio beschert den Argentiniern das 2:0
Dann jedoch nutzten sie ihre erste richtige Chance höchst effektiv. Messi legte den Ball Tévez in den Lauf, der blieb an Torwart Pérez hängen, doch der Ball prallte zu Messi zurück. Dessen Schuss lenkte Tévez mit dem Kopf ins Tor - allerdings aus klarer Abseitsposition, wie die Mexikaner zu recht und ziemlich heftig beklagten. Nach ihren Protesten beriet sich Schiedsrichter Rosetti noch einmal mit seinem Assistenten, blieb aber bei seiner Entscheidung. Mexikos Coach Javier Aguirre sagte: „Ich möchte nicht zu viel über die Schiedsrichter sagen. Aber nachdem der Schiedsrichter das Tor gegeben hat, das Abseits war, haben wir unsere Konzentration verloren.“
Die Szene schien den Mexikanern nicht nur den Nerv, sondern auch die Konzentration geraubt zu haben. Anders war es nicht zu erklären, wie sie das 0: 2 praktisch selbst besorgten. Osorio, der Profi vom VfB Stuttgart, spielte in der Innenverteidigung einen haarsträubenden Pass, den Higuaín mit Leichtigkeit erlief. Torwart Pérez umkurvte er auch noch und schob den Ball locker ins Netz. Argentinien war nun natürlich im Vorteil und hätte durch einen Kopfball von Higuaín beinahe noch vor der Pause das dritte Tor erzielt. Stattdessen verabschiedeten sich die Teams mit einer Rangelei hinter der mexikanischen Bank in die Kabine.
Zum Glück fehlt nur noch ein Tor von Messi
Es war zugleich der letzte Anlass zu großer Aufregung. Nach sieben Minuten der zweiten Halbzeit war das Spiel entschieden, als Tévez seinem irregulären Tor noch ein wunderbares regelgerechtes folgen ließ: mit einem Fernschuss fast in den Torwinkel. Was jetzt zum argentinischen Glück fehlte, war nur noch ein Treffer von Lionel Messi. Er hat bei diesem Turnier schon geglänzt, seinen 23. Geburtstag gefeiert, sein Debüt als Kapitän gegeben - ein Tor war ihm aber noch nicht vergönnt. Es blieb dabei. Die Deutschen werden hoffen, dass er es sich nicht ausgerechnet für das Viertelfinale aufgehoben hat.
Trainer Maradona hat für den Fall, dass Argentinien Weltmeister werden sollte, ja schon mal angekündigt, den Pokal als letzter küssen zu wollen. Er habe das Vergnügen schließlich schon einmal gehabt, 1986 in Mexiko. Ein anderes Mal allerdings machten ihm die Deutschen einen Strich durch die Rechnung. 1990 in Italien blieben Maradona nur die Tränen des Verlierers.
Argentinien u. England qualitativ gleichauf / Deutsche Disziplin weltmeisterlich
Peter Slater (Wales-Rhondda)
- 28.06.2010, 00:42 Uhr
Lass es knallen!..
Faruk Yalcin Dinc (fereli)
- 28.06.2010, 03:45 Uhr
Frings ...
Luc Lebras (Kurt-Horst)
- 28.06.2010, 10:57 Uhr
Wird spannend...
Uwe Wagner (view)
- 28.06.2010, 12:04 Uhr
Fehler sind nicht akzeptabel.
kurt richard (kurtrichard)
- 28.06.2010, 13:50 Uhr
| Verein | Sp | Diff | Pkt. | |||
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | ![]() |
Borussia Dortmund | 34 | 55 | 81 | ![]() |
| 2. | ![]() |
Bayern München | 34 | 55 | 73 | ![]() |
| 3. | ![]() |
FC Schalke 04 | 34 | 30 | 64 | ![]() |
| 4. | ![]() |
Bor. Mönchengladbach | 34 | 25 | 60 | ![]() |
| 5. | ![]() |
Bayer Leverkusen | 34 | 8 | 54 | ![]() |
| 6. | ![]() |
VfB Stuttgart | 34 | 17 | 53 | ![]() |
| 7. | ![]() |
Hannover 96 | 34 | -4 | 48 | ![]() |
| 8. | ![]() |
VfL Wolfsburg | 34 | -13 | 44 | ![]() |
| 9. | ![]() |
Werder Bremen | 34 | -9 | 42 | ![]() |
| 10. | ![]() |
1. FC Nürnberg | 34 | -11 | 42 | ![]() |
| 11. | ![]() |
1899 Hoffenheim | 34 | -6 | 41 | ![]() |
| 12. | ![]() |
SC Freiburg | 34 | -16 | 40 | ![]() |
| 13. | ![]() |
FSV Mainz 05 | 34 | -4 | 39 | ![]() |
| 14. | ![]() |
FC Augsburg | 34 | -13 | 38 | ![]() |
| 15. | ![]() |
Hamburger SV | 34 | -22 | 36 | ![]() |
| 16. | ![]() |
Hertha BSC | 34 | -26 | 31 | ![]() |
| 17. | ![]() |
1. FC Köln | 34 | -36 | 30 | ![]() |
| 18. | ![]() |
1. FC Kaiserslautern | 34 | -30 | 23 | ![]() |